Dienstag, 28. Oktober 2014

Ausflug auf den Milleschauer

Strahlender Sonnenschein, herbstliche Temperaturen, perfekt zum Wandern. So wurde ein Versprechen an Herrn S*, genannt Samu eingelöst und wir fuhren Richtung Böhmen. Der „alte Herr“ wollte so gern einmal auf den Milleschauer(Milešovka). Schon der Wunsch allein nötigte uns Respekt ab, ist Samu doch fast 80 Jahre alt. Nach Neun saßen wir alle im Auto und gut gelaunt ging es los. Als wir auf dem Kamm waren und die Grenze passiert hatten, kam was kommen musste….der böhmische Nebel. Und nicht nur Hochnebel sondern fette Schwaden machten das Autofahren nicht wirklich angenehm. Trotzdem ließen wir uns vom Vorhaben nicht abbringen. Ein kleiner Verfahrer – hey das war Absicht, ich wollte Zeit schinden – und eine plötzlich auftauchende Schafherde konnten uns dann doch nicht vom Ziel fernhalten. Immer mit der Hoffnung, das der Nebel schon noch aufzieht, ließen wir das Auto stehen und stapften unterhalb des Schlosses in Millesschau (Milešov) los. Schön das diese Kleinod als Altenheim noch genutzt wird und nicht ganz verfällt. Schon bald kamen wir am Schlosspark vorbei und entdeckten einen Pavillon, bzw. das was davon übrig war. Und das war wunderschön. Mit offenen Mündern standen wir drin und bestaunten die Deckengemälde, die noch recht gut erhalten sind. Leider ist alles dem Wetter ausgesetzt, keine Tür kein Fenster. 
für das Foto habsch die Gusche dann doch zugemacht :-)
traumhaft
da steht er einfach so rum
Doch dann mal endlich hoch auf den Milleschauer, schließlich hieß es über 400 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg geht doch recht steil an einer Seite hoch und wir staunten schon wie Samu sich da schlug. Klar brauchte er immer mal ne Verschnaufpause, aber ohne Jammern und Klagen ging es immer weiter hoch. Der doofe Nebel tat uns jedoch nicht den Gefallen wegzuziehen. Es ging schließlich keinerlei Wind und so standen die Chancen regelrecht schlecht auf eine Aussicht am Gipfel. Immer mal zogen andere Wanderer an uns vorbei. Doch was war das? Bekannte von MiSpi. Ein Gelächter und kurzer Schwatz und sie zogen in ihrem Tempo weiter hoch. Wir folgten und trafen uns schließlich auf dem Gipfel wieder. Da es nichts zu gucken gab, ließen wir uns in einer urigen Hütte zu einem Bier, pardon zwei Bier, und kleinen Snacks nieder. 
echter böhmischer Nebel - bergan
Gut ausgeruht sollte es wieder bergab gehen. Der Weg war steinig und nicht weniger steil auch wenn wir eine andere Route nahmen. Doch wir kamen nicht weit, wieder Bekannte von MiSpi. Da sieht man sich Jahre nicht, obwohl alle das gleiche Hobby haben und dann trifft man gleich zweimal Bekannte auf dem Milleschauer. Die Beiden schlossen sich uns beim Abstieg an und so verging die Zeit bis unten schnell. 
die Jugend voran
Gruppenfoto
Dank eines Wanderführers (der dabei war und nicht wie MiSpis zu Hause im Bücherregal steht) kamen wir noch auf die Idee, die alte Kirche anzusehen. Also nochmal ein paar Meter unter die Füße nehmen und zu einem wahren Kleinod laufen. Die Kirche ist baufällig, das Dach nur teilsaniert, alles abgeschlossen und doch ein verzauberter Ort. Schöne Sandsteinskulpturen schmücken die Fassade, eine noch erkennbare Allee führt hin und ein paar Treppen hinauf. Nebenan entdeckten wir noch einen alten verfallenen verwilderten Friedhof. Fast alles deutsche Gräber, nur wenige im Zeitraum 1952 bis 1960 tschechisch beschriftet, mit schönen Grabsteinen und Inschriften.  Ein Abstecher der sich echt gelohnt hat. Nun hieß es Abschied nehmen und jeder zog seiner Wege. 
ein Kleinod am Rande des Ortes
einer von vielen
Unserer führte nach Wopparn(Oparno)um zum Abschluss des Tages noch einen Kaffee zu trinken und eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen. Auch wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, war es ein gelungener Ausflug und auch Samu hat sich gefreut. Was will man mehr?
das hätte man alles sehen können - ohne Nebel

1 Kommentar:

  1. Oh Schande, ich bin noch nie aufm Milleschauer gewesen. Irgendwie kommen wir nicht über die Elbe. :-(

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