Dienstag, 2. September 2025

02.09. - Traumtour im Rilagebirge

Wir schafften es tatsächlich halb acht aus dem Bett zu kriechen. Da eine Wanderung anstand, mussten wir auch frühstücken. Axel machte sich die Pfanne vom Vorabend warm und ich spachtelte den typischen bulgarischen Joghurt mit Müsli rein. Dann hieß es Taschen packen, warme Sachen, Getränke und etwas zu essen. Wir schafften es halb zehn vom Platz zu rollen und bergan zum Sessellift zu fahren. Da waren schonmal viele Höhenmeter weg. Von ca. 1600 m auf 2100 m brachte uns dann der Sessellift. Man war ich froh, dass da sehr viele Menschen unterwegs waren, ich hatte bissel Bedenken, dass der Lift so ist, wie die Gebäude und Orte hier. Für reichlich 30 Euro ging es hinauf, das dauerte 25 min. Dann sahen wir das Dilemma. Massen strömten den Berg hoch. Aber Axel hat wieder super klug geplant, wir liefen die Runde im Uhrzeigersinn und waren fast alleine in der Richtung. Vom Lift aus ging es moderat ansteigend zum Ersten der vielen Seen, dem Fischsee. Wir saßen eine Weile und sahen tatsächlich einen Fisch da raushuppen. 
ganz schön viele Autos schon um diese Uhrzeit

entspannt ist anders

unser Weg

Blick zurück

der erste See

kommt näher

Hütte am Fischsee

noch ein See

Allzulange verweilten wir nicht, es gab noch weitere sechs Seen zu entdecken. Daher verging auch das bergan laufen recht schnell. Man bog um eine Ecke, tadaaaaaa ein weiterer See. Doch das moderat laufen, hatte sich bald erledigt, am Kleeblatt und Zwillingssee vorbei gelangten wir an einen weiteren See mit Kreuzung. Zu meiner unendlichen Freude ging es ab da sehr steil hoch zur berühmten Sieben Seen Aussicht. Vorher noch eine Pause mit Pfirsich und Energieriegel und dann nahmen wir die restlichen reichlich 200 Höhenmeter in Angriff. Ist ja nicht so, dass ab 1500m die Luft dünner wird….Erstaunlicherweise hab ich auch das überlebt und auch noch ganz gut. Oben angekommen wird man für die ganzen Strapazen belohnt. Wir hatten dazu noch tolles Wetter und so glänzten die Seen tiefblau und türkis. Wir hatten Glück auf dem Weg nach oben hinter zwei Deutschen zu laufen und so haben wir endlich Mal ein vernünftiges Bild von uns Beiden oben erhalten. 
Herrlich

Umgebung

diesig

einfach so

Abwechslung pur

ist wohl anstrengend?

nee scheinbar nicht

er kanns halt

oben

Wir verbrachten kurzweilige 45 Minuten da oben. Egal von wo man guckt, der Blick ist immer spektakulär. Die wahren Eindrücke können die Fotos nicht wiedergeben. Runter ging der Weg etwas einfacher für mich zu laufen, so dass wir noch nen Abstecher zu einem Cache machten. Ein Miniwasserfall, der aber leider schon im Schatten lag. Da die ganzen Verrückten am Morgen ja den kurzen Weg zur Aussicht genommen hatten, waren wir nun auf dem Rückweg wieder Recht alleine. Die Meter vergingen schnell und nur die letzten Höhenmeter raubten uns etwas den Nerv, steil und steinig, also genau dass was wir nicht mögen. An der Hütte gabs ein Belohnungsbier, ehe es mit dem Lift wieder runter ging. Ein sehr erfüllter Tag mit vielen unvergesslichen Eindrücken endete auf dem Campingplatz mit Duschen, kochen und Wein.

Wetter: sonnig, oben reichlich 20 Grad unten sehr warm
Schlafplatz: nochmal Campingplatz Verila
Essen: polnische Klopse aus dem Glas mit Reis
Ausblick von oben

fünf von sieben

happy

Rückweg

Kumpels

war auch da

auch happy

sechs von sieben

auf dem Weg zurück

Eddie des Tages



Montag, 1. September 2025

01.09. - Große Hausordnung und weiter nach Saparewa Banja

Aua, ächz, orr, mhh, uff…so in etwa klang es beim Aufstehen, zumindest bei mir. Abgesehen von den blauen Flecken, merkte ich die rechte Hüfte deutlich. Aber Axel hatte mir eh einen Ruhetag versprochen. Komischerweise haben wir beide, trotz der Anstrengung gestern nicht gut geschlafen. Früh war es noch ordentlich kalt und bewölkt und so gabs Kaffee und Frühstück in Jacke mit Kapuze bzw. Mütze. Damit uns warm wird, stand dann Hausordnung auf dem Plan, alles raus aus dem Grummel und der Reihe nach alles ordnen, Kletterrucksäcke ordentlich befüllen und wieder hinter, Schuhe trocknen lassen, ausfegen, abwaschen usw. In der Zwischenzeit kam auch die Sonne raus, brachte Wärme und so konnten wir dann gemütlich noch etwas sitzen. Ich strickte ein paar Reihen, Axel plante die nächsten Tage und gegen späten Mittag rollten wir los nach Saparewa Banja. Dort bleiben wir die nächsten zwei Nächte auf dem Campingplatz Verila. Bevor wir dort ein schwebten, gingen wir noch etwas Nachschub einkaufen, schließlich will ich gern eine unserer leckeren Pfannen heute Abend kochen. Der Platz ist schön grün und hat schattige Stellplätze, eine Küche und Duschen. Gefällt uns. Das freie WLAN nutzten wir um mal alle Fotos zu sichern, die ersten Logs zu schreiben und um Kasse und Notizen zu sichern. 
große Hausordnung

Zeitvertreib

die lieben Kleinen

später Vormittag und Sonne satt

Am frühen Abend gingen wir noch in die Stadt gelaufen. Dabei ging es wieder vorbei an viel Verfall. Dabei hat die Stadt den einzigen Geysir Bulgariens (ein Pseudogeysir) zu bieten und viel sehr heißes Thermalwasser. Ja es gibt ein Bad und ja auch einen Spa, aber das Sanatorium und viele andere Bauten sind nur noch jämmerlich anzusehen. Wir setzten uns eine Weile vor den Geysir. Der ist nur ein Pseudogeysir, eigentlich handelt es sich um eine 103 Grad heiße Quelle. Nach diesem Abstecher war es Zeit zu kochen. Da wir alle Zutaten da hatten, zauberte ich eine Fleisch-Gemüse-Obst Pfanne. Lecker mit Bulgur. Es war soviel, dass Axel das Gleiche nochmal zum Frühstück essen konnte. Kurz nach zehn ging es ins Bett. Für den kommenden Tag steht die Sieben Seen Wanderung an.
 
Wetter: früh kalt, aber ab 11 zeigte sich die Sonne um die 25 grad
Schlafplatz: Campingplatz Verila 
Essen: Winnies Spezialpfanne
 
leer

leer und dem Verfall preisgegeben

was ist da drin?

heißes Wasser

Bergkulisse im Hintergrund

der Pseudogeysir

geschnippelt ist schonmal alles

leckeres Ergebnis

Eddie des Tages


 

Sonntag, 31. August 2025

31.08. - ⅔ Klettersteig und Wandern

Nach dem Fahrtag mussten wir uns ein wenig bewegen. Am Fluss noch gefrühstückt bei angenehmen Temperaturen und Sonne und dann ging es hoch nach Malyovitsa. Dort parkten wir für 10 Lewa, packten kleines Kletterzeug ein und genug zu Trinken und starteten eine angeblich bequeme Wanderung zur Hütte. So bequem war es nicht, denn der Weg ist nur steinig und damit nicht gut zu laufen. Wir kamen an einer tollen Quelle mit reinstem Wasser vorbei, kosteten und liefen ca. eine Stunde bis zur Malyovitsa Hütte. Dort ersetzten wir einen Cache, machten Pause und suchten den Weg zum Einstieg in den Klettersteig. Gelang uns mit vereinten Kräften ganz gut. Über Stock und Stein ging es noch einmal ca. 40 min bergan, dann hatten wir den Beginn des Steiges erreicht. 
Es geht nichts über Frühstück draußen

Kapellchen

grr nur Steine

am Wegesrand

ich geh dann mal rein in den Nationalpark

vorneweg auf schlechtem Weg

halt immer bergan

erstes Ziel, das Gebiet um die Hütte

irgendwo rechts vom Schotterfeld ist der Einstieg

Kurze Pause und los. Noch schien die Sonne und es waren einige Wolken unterwegs, noch war es angenehm warm, trotzdem zog ich mir die Jacke schon drüber, ich hatte auf dem Anmarsch geschwitzt. Rein in den Gurt, Schlingen zum selbstsichern und los. Die ersten 5 Höhenmeter gingen ja noch, aber dann kam eine dermaßen ausgesetzte Stelle, das ich kniff. Nee sorry, ungesichert bzw. nur mit Selbstsicherung kann und vor allem will ich das nicht. Dann eben Planänderung, Axel vorneweg, dann sichert er mich von oben. Mit vereinten Kräften kam ich über diese blöde Stelle hinweg und stieg weiter hoch, als es plötzlich anfing zu nieseln. Wir suchten uns einen kleinen Überhang und warteten ab, bis es weiter gehen konnte. Der Klettersteig war mit angegebener Schwierigkeit C schön aber auch sehr, sehr anspruchsvoll, zumindest für mich. Also immer Axel vorgestiegen und mich nachgeholt. Wir warteten noch einen zweiten Schauer ab und merkten, dass uns weder die Zeit noch meine Kraft ausreicht, um den langen Klettersteig auszusteigen. Wenn wir ehrlich sind, hatten wir auch zu wenig gegessen. Ein zwei Müsliriegel zwischendurch reichen halt nicht. Nach reichlich zwei Dritteln, vielen blauen Flecken meinerseits, erreichten wir eine Stelle, an der man aussteigen konnte. Das taten wir. Zwar mussten wir nun steil bergan laufen, um auf den eigentlichen Weg nach unten zu gelangen, aber das ging schneller als weiter klettern. 
gab auch Wolkenlücken

Einstieg

geht gleich los

herrlich 

wird schon gehen

Regenpause unterm Überhang

komm ja schon

lächel noch aber schon gequält

auf dem Weg zurück

Dann erwartete uns eine Stunde bergab wieder auf Höhe der Hütte auf einem sehr schmalen Pfad. Das tat Knien und Hüften nicht wirklich gut, zumal es durch den leichten Regen bzw. Hochnebel auch glitschig war. Wir nahmen uns ausreichend Zeit und waren kurz nach 18 Uhr an der Hütte, die nicht mal mehr ein Bier für uns hatte. Vielleicht doch, aber es war niemand da. Also begaben wir uns auf den Weg runter zum Parkplatz, den gleichen Geröllweg wie hoch. Axel grübelte den Weg runter wie der Jeep, der mittags noch oben stand und den wir abfahren gehört hatte, diesen Weg runterkommt. Einen anderen Weg runter gab es nicht. Er mutierte zum Spurenleser und so verging der Weg nach unten auch irgendwie. Es war ein erfüllter Tag mit herrlichen Ausblicken, manchmal viel Nebel, manchmal der Nebel unten und rausguckenden Gipfeln. In Govedartsi kehrten wir noch ein uns aßen Schnitzel, dummerweise ohne alles, weil man hier alles separat bestellen muss und wir das nicht wussten. Egal, Fleisch und Axel hatte noch nen Salat. Wir beschlossen noch einmal am Fluss zu übernachten und rollten nach unten. Ein halbes Glas Rotwein und der Tag war beendet, die Anstrengung war deutlich zu spüren.
 
Wetter: entsprechend der Höhe erst 20 dann um 15 Grad mit kurzem Nieselregen 
Schlafplatz: nochmal am Fluss 
Essen: Schnitzel und Salat 
 
Eddie des Tages

ich lieb es

keiner da

auffüllen auf dem Rückweg

Axels Lieblingssalat


Samstag, 30. August 2025

30.08. - Fahrtag mit Überraschung

Heute hieß es Abschied von Belogradtschik nehmen, noch einmal gabs Kaffee an unserem lieb gewordenen Schlafplatz, dann räumten wir ein bissel und zogen gegen 10 weiter. Es ging noch einmal in die Stadt, die außer den rundumliegenden Felsen und der Festung so gar nichts schönes hat. Nur eine Sache stach heraus, die bunt bemalten Elektrokasten. Wir füllten unser Trinkwasser auf, kauften noch Kartoffeln und Zwiebeln und ein bissel Bier und fuhren los Richtung Rila Gebirge. Das war ne anstrengende Fahrt, auch wenn alles mautpflichtig ist, sind die Straßen recht grottig. Zusätzlich war es heiß. Unterwegs kauften wir noch Obst, Melone, und Beeren, und machten auf dem Petrohan Pass eine Pause. 
alles gepackt

Lesen bildet

sag ich doch

Wandern wir mal

Natur
Ein Kaffee weckte die Lebensgeister und so rollten Axel noch gemächlich weiter. Einen kurzen Schreck gab es zwischendurch. Grummel hatte sich zwar super auf den Pass geschraubt, aber bei Sofia bekam er kurz schlechte Laune und schmiss seinen Fehler. Unser Ziel war ein Campingplatz bei Govedartsi. Als wir diesen erreichten, war der irgendwie nicht unser Ding. Kurz vorher waren wir an der Iskar vorbeigefahren, an dem viele Camper und Autos wild standen. Das traf eher unseren Geschmack, also beschlossen wir dahin zurück zu fahren. Doch dann überraschte uns Bulgarien das erste Mal. Im Ort war eine Art Festival. Wir sahen einige Trachtenweiber und hielten an. Auf einen kleinen Platz war eine Bühne auf gebaut auf der Trachtengruppen tanzten. Das Festival heißt „Ein Geschenk der Natur“. Wir sahen eine ganze Weile zu. Da gab's es Kindergruppen, junge Frauen und ganz alte Weiber, letztere sangen nur, aber alle anderen tanzten die klassischen Volkstänze. Da war die Zeit schnell um. Man sah zwar das die neuen Trachten maschinell hergestellt waren, aber die alten Frauen trugen noch handgearbeitete Trachten und die dazu passenden selbst gestrickten Socken. So hatte der Tag was Vergnügliches, denn eigentlich hat uns Bulgarien heute entsetzt. 
Sängerknaben

in Tracht

will ich haben - alles

handgestrickt


Wir dachten der erste Eindruck neulich nachts war ein Zufall, aber nein, das Land ist heruntergekommen. Es gibt kein einziges tolles Haus, wenn das Haus schön ist, ist der Garten vermüllt, der Zaun verrostet und das Tor eingefahren, echt gruselig und wir haben heute viele Stunden Zeit gehabt zu gucken. Nach dem Festchen ging's dann zum Fluss, wo wir die Kartoffeln mit sauren Eiern aus der Dose verspeisten. Schade, dass dolle Wind aufkam, und wir dann doch eher drinsaßen als draußen.
 
Wetter: sehr heiß, abends windig und paar Tropfen
Schlafplatz: am Iskar
Essen: saure Eier mit Kartoffeln

 
belebtes Wasser

unscharfer Eddie des Tages

schicker Stellplatz

Mamam