Mittwoch, 9. September 2026

09.09 - Tolminschlucht und viel Gefahre

Gut geschlafen und nichts Großes vor. Also starteten wir ganz gemütlich in den Morgen. Diesmal gab es erst einmal heißen Kaffee und ein entspanntes Frühstück, bevor uns der erste Regenschauer wieder ins Auto vertrieb. Axel hatte am Vorabend vorsorglich einen Campingplatz auf der anderen Seite der Berge im Soča Tal gebucht. Eine kluge Entscheidung, wie sich später noch herausstellen sollte. Unser Ziel für den Abend stand also fest. Der Weg dorthin führte über eine schmale, kurvenreiche Passstraße immer höher hinauf. Hinter jeder Kehre öffneten sich neue Ausblicke auf dichte Wälder, steile Felswände und wolkenverhangene Gipfel. Unterwegs gab es allerdings einen kleinen Zwischenfall. Grummel musste einen Hauch zu dicht an einem entgegenkommenden Fahrzeug vorbei und demolierte dabei seinen Außenspiegels. Nichts Dramatisches, aber ärgerlich genug. Oben auf dem Pass Sorica auf 1.277 Metern Höhe wechselte deswegen noch etwas Bargeld den Besitzer und wir sammelten dann den dort versteckten Cache ein. Danach ging es in zahllosen Serpentinen wieder talwärts.
Wintersport möglich

Regen in den Bergen

Pass

Wasser

Ein kurzer Halt an einem kunstvoll bemalten Felsen brachte etwas Farbe in den grauen Himmel. Kurz darauf gewann jedoch der Regen endgültig die Oberhand. In Tolmin saßen wir fast eine Stunde auf einem Parkplatz und warteten geduldig, bis die dunklen Wolken weiterzogen. Als der Regen endlich nachließ, machten wir uns auf den Weg zur Tolminer Klamm. Ein bisschen Natur wollten wir schließlich trotzdem erleben. Ein kostenpflichtiger Stellplatz war tatsächlich noch frei und wie bestellt hörte der Regen genau in diesem Moment auf. Also bezahlten wir tapfer die 24 Euro Eintritt und stiegen über die nassen Kalksteinstufen hinab in die Schlucht. Dank eines deutschsprachigen Infoblatts ließ sich der Rundweg wunderbar verfolgen. Unten erwartete uns eine faszinierende Welt. Das Wasser der Tolminka schimmerte in einem leuchtenden Blau Türkis, war glasklar und floss überraschend ruhig durch die enge Felsschlucht. Hohe Kalksteinwände rückten so dicht zusammen, dass der Weg mehrfach durch natürliche Felstore und schmale Durchbrüche führte. Ein besonderer Höhepunkt war die warme Thermalquelle, die direkt in die eiskalte Schlucht mündet. Ein merkwürdiges Naturschauspiel mitten zwischen den mächtigen Felsen. Hoch über uns spannte sich die berühmte Teufelsbrücke über die Schlucht. Von unten wirkte sie beinahe schwindelerregend hoch.
bemalter Fels und klare Botschaft

unterwegs

in der Schlucht

auf der wackeligen Brücke

oben die Teufelsbrücke

Wir wanderten weiter bis zum Zusammenfluss von Tolminka und Zadlščica und Axel balancierte mutig über eine leicht wackelige Hängebrücke. Danach wartete der Aufstieg zum Bärenkopf. Dieser gewaltige, eingeklemmte Felsblock verdankt seinen Namen dem dichten Moos und Farn, die ihn tatsächlich wie den Kopf eines Bären aussehen lassen. Der Weg dorthin hatte es allerdings in sich. Unzählige steile Stufen führten wieder weit nach oben und ordentlich in die Beine. Oben zeigte sich endlich wieder die Sonne und wir belohnten uns mit einer gemütlichen Bierpause inmitten der sattgrünen Natur. Weiter oben erreichten wir den Eingang der Dante Höhle. Leider blieb uns nur ein Blick ins Dunkel, denn die Höhle darf ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour besucht werden. Trotzdem hatte dieser geheimnisvolle Ort seinen ganz eigenen Reiz. Der Rückweg führte schließlich über die Teufelsbrücke. Von dort bot sich noch einmal ein spektakulärer Blick tief hinunter in die enge, türkisfarbene Schlucht. Ein letzter Cache durfte natürlich auch nicht fehlen, bevor wir am Auto über die zusätzlichen 9 Euro Parkgebühren innerlich ein wenig schimpften.
Zusammenfluss

Axel und Bärenkopf 

Plätscherte schön

Höhlen im Fels

Der Bärenkopf rangezoomt

Obwohl unser Campingplatz laut Karte gar nicht mehr weit entfernt lag, benötigten wir wegen der vielen kurvigen Straßen noch gut eine Stunde. Unterwegs gönnten wir uns noch einen Kaffee und beobachteten, wie die nächsten dunklen Regenwolken bereits über die Berge zogen. Kurz vor 17 Uhr erreichten wir den Campingplatz im strömenden Regen. Unser ursprünglich reservierter Stellplatz war zwar belegt, doch beim Einchecken klärte sich das schnell und wir bekamen sogar einen deutlich schöneren Platz. Zum Abendessen ging es in die kleine Gaststätte des Campingplatzes. Mittwochs ist die Speisekarte offenbar überschaubar. Axel entschied sich für ein herzhaftes Eintopfgericht aus Bohnen, Sauerkraut und hausgemachter Wurst. Ich bestellte Kartoffelsalat mit geräuchertem Fleisch und einer ebenfalls hausgemachten Wurst. Ganz ehrlich? Das war überhaupt nicht mein Fall. Zum Glück erbarmte sich Axel und half beim Aufessen. Nach der längst verdienten heißen Dusche lagen wir gegen 22 Uhr zufrieden im Bett. Kurz darauf begann der Regen erneut. Mitten in der Nacht entwickelte sich daraus ein heftiges Gewitter. Im Auto hat das tatsächlich etwas erstaunlich Gemütliches. Da für Donnerstag ohnehin Dauerregen angekündigt war, beschlossen wir einstimmig: Morgen gibt es keinen Wecker.

Schlafplatz: Campingplatz Jelincic

Wetter: noch warm 25 Grad und Regen

Essen: Stew, Kartoffelsalat mit Rauchfleisch


ob er ihre hässlichen Warzen sieht?

Blick von oben
Teufelsbrücke


unser Stellplatz am Abend












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