Mittwoch, 14. September 2016

Hoch zur Ehrwalder Alm per Pedes – 07.09.2016

Kaum zu glauben, früh zeitig Sonnenschein und blauer Himmel. Da stand für die Tour von Axel zur Ehrwalder Sonnenspitze nichts im Weg und er startete gegen Acht im Camp. Ich hatte genug Zeit zum Aufräumen und mir selbst einen Rucksack zu packen. Kurz vor zehn fuhr ein Bus nahe des Zeltplatzes Richtung Ehrwald. Da wollte ich hin und mal gucken was mein Fuß so kann. Am Tag zuvor hatte ich nämlich gemerkt, dass ich besser bergauf laufen kann als bergab. Genau bis zur Talstation brachte mich der Bus- mich und gefühlt zweihundert andere Menschen. Ich hab noch nie so nen vollen Bus gesehen. Man konnte nicht umfallen. Dann hieß es Stöcke raus und mal langsam lostraben. Eine Cacherunde lag entlang des Wiesenweges nach oben zur Bergstation. Das war mein Tagesziel. Ich hatte ja Zeit. Ganz vorsichtig lief ich los, suchte den ersten Cache und fand ihn. Es lagen immer so ca 350m zwischen den Dosen und so konnte ich den Weg in Stücke aufteilen. Immer wieder ging dabei mein Blick nach oben. Schließlich konnte ich immer die Sonnenspitze sehen. 
immer im Blick
solche Hütten begegneten mir oft
Der Tag wurde wie versprochen immer wärmer und schöner. Die erste Jacke zog ich schon nach 20 min aus. Im Gegensatz zum Tag zuvor kamen auch immer mehr Menschen von oben und unten und zogen an mir vorbei. Das machte mir gar nichts, denn ich war glücklich überhaupt den Tag nutzen zu können. Am Cache Nummer 7 traf ich dann einen älteren Herrn, der die Dose nicht finden konnte. Gemeinsam ging es super und so hatte ich für den restlichen Weg nach oben einen Begleiter. Herr Schnapsdrossel schickte nämlich seine nicht cachenden Freunde schonmal vor Bier bestellen. Nun verging der Rest ganz schnell, schwatzend lachend und Dosen suchend. Oben angekommen saßen die Herrn schon auf der Ehrwalder Alm und auf dem Tisch standen zwei unberührte Bier. Wie jetzt? Etwa auch für mich? Na klar. So verbrachten wir noch eine halbe Stunde gemeinsam, ehe sie zu ihrem Tagesziel weiter wanderten. 
und nochmal
auf halber Höhe
heute wird gelaufen...
Ich schlich mich in die Tiroler Hütte, nein diesmal auf die Terrasse der selbigen. Gestern war Kaiserschmarrn dran, heute durfte es Germknödel sein. Lecker und dazu die Sonne und die herrliche Umgebung, da kam doch Erholung auf. Plötzlich piepte mein Handy…Bergheil. Axel war oben angekommen. Ich „sprang“ hoch, zückte die Kamera und knipste Richtung Gipfelkreuz. Nix zu sehen, ok nochmal geschrieben und dann nochmal geknipst. Da kann man echt beim ranzoomen eine Person erkennen. Ich hab mich unendlich gefreut, dass er die Tour machen konnte. 
verdienter Lohn
sein Beweisfoto
mein Beweisfoto, guckt genau hin
Den restlichen Tag verbrachte ich lesend, guckend und fast schlafend in einem Liegestuhl auf der Terrasse. Gegen 17 Uhr fuhr ich mit der Bahn nach unten und wartete noch eine Stunde auf den Wanderer. Glücklich aber kaputt kam er an und gemeinsam fuhren wir zum Schnitzel essen zum Panoramahotel. Ein schöner Tag für uns beide ging zu Ende.

Dienstag, 13. September 2016

Wasser und Berge - 06.09.2016

So schlecht war das Wetter gar nicht, wie angesagt….na gut erst gegen zehn hatte es aufgehört zu regnen aber dann blieb es trocken. Irgendwie hatten wir kaum Hunger zum Frühstück und so blieb es auch an diesem Tag bei Kaffee. An Laufen war nicht zu denken also ging es ins Auto und mit diesem erstmal Richtung Häselgehrer Wasserfall. Es waren nur 200m zu laufen und dann taten sich erstmal Stufen vor mir auf. Aber ich hörte das Wasser rauschen und wollte unbedingt da hin. Unglaublich schön stürzt hier das Wasser über Plattenkalkbänke nach unten in ein Becken. Rundherum ist ein Klettergarten gebaut in den sich Axel sofort reinstürzte und kurze Zeit später hinterm Wasserfall auf halber Höhe winkte. Wer weiß wie sehr ich Wasser mag, der weiß wie traurig ich da war. 
Häselgehrer Wasserfall
Da isser ja
unten ist es auch schön
Nichtsdestotrotz war es ein herrliches Naturschauspiel. Lange verweilten wir dort, ehe Axel die Idee kam unser Z-Ticket zu nutzen und die Ehrwalder Almbahn zu fahren. Also flugs nach Ehrwald und rein in die Gondel. Lange geht es nach oben und immer wieder hat man nach links den Blick zur Zugspitze und rechte zum Tajakopf und der Sonnenspitze. Oben angekommen versuchte ich mal wieder ein paar Meter zu gehen und ein paar Caches zu suchen. Ging mehr schlecht als recht, aber mir wurde gesagt in der Klinik ich soll den Fuß nutzen und auftreten. Orr nun hatten wir endlich Hunger, rein ins Tiroler Haus und eine Currywurst und Bier bestellt. Mich lächelte aber auch der Kaiserschmarrn so sehr auf der Karte an, dass ich nicht widerstehen konnte. Völlerei, aber es ist schließlich Urlaub und meine Seele braucht viel viel Zucker. 
Mal wieder hinauf
Tiroler Haus 
einfach nur lecker
Rundumblick
Da es zum draußen rumsitzen zu kühl war, fuhren wir dann noch einmal zur Marienbergbahn. Nicht nur Sommerrodelbahn ist dort inklusive sondern auch einmal Funroller. Und das wollte sich Axel nicht entgehen lassen. Ich entschied mich noch einmal für den Sommerschlitten. Also wieder hoch und runter mit den Sportgeräten. Lustig wars und so kann man auch humpelnd den Tag verbringen. Der Abend wurde dann schon schön und so hofften wir auf das angesagt gute Wetter für Mittwoch. Schließlich sollte wenigstens Axel die geplante Sonnenspitzentour machen. 
der kleine rote Punkt auf der Wiese...das isser
und ich kann nicht wegspringen :-)

Verbummelter Tag - 05.09.2016

Na dann mal auf nach Garmisch Partenkirchen ins Krankenhaus und den Fuß röntgen lassen. Das war Tagesinhalt. Da es regnete wie angesagt, blieben wir länger liegen und starteten erst spät. Langes Rumsitzen und dann zügiges Verarzten. Nix gebrochen, ein Innenband wahrscheinlich angerissen, großes Lob, dass ich vor Ort sofort richtig reagiert hatte, eine hohe Orthese und ein paar Schmerzmittel und ich konnte wieder verschwinden. Uns plagte der Hunger und so ging es in ein Subway um die Seele mit leckerem Sandwich zu streicheln. Ein Cache auf dem Parkplatz an einer aussortierten Lok der Zahnradbahn und wunderschöne Häuser drumherum. 
Alte Lok der deutschen Zahnradbahn
bemalte Häuser wo man hinsah

Rathaus
Mehr haben wir von Garmisch nicht gesehen, kann ja nicht laufen. Auf dem Rückweg stoppten wir noch an der legendären Kandaharabfahrt. Sie sieht ganz friedlich aus im Sommer. Schließlich waren wir wieder in Ehrwald und ich probierte kurze Strecken zu humpeln. Ein Multicache brachte uns an verschiedene Brunnen. Ich bekam die kurzen Abschnitte zugewiesen und Axel lief die Längeren. Ich glaub er war froh mal ausschreiten zu können. Kurz vorm Finale trafen wir uns und gingen die Dose suchen.
überall so hübsche Brunnen
Blick hinauf....keine Spitze zu sehen
Der Tag war zu Ende, nix gemacht eigentlich und doch total kaputt. Bei einer Flasche Rotwein überlegten wir, wie wir den angesagt verregneten Dienstag verbringen wollten. Mal sehen was geht und was nicht. 
Tja so lauf ich nun bis zu sechs Wochen rum

Zugspitze - Bergheil - Bergunheil - 04.09.2016

Wie versprochen war am Morgen noch schönes Wetter und so packten wir zügig und fuhren zur Tiroler Zugspitzbahn (eine Berg- und Talfahrt im Z-Ticket enthalten) in Ehrwald. Die Gatterltour wollten wir heute in Angriff nehmen, allerdings von der Zugspitze aus nach unten. Es war noch recht kühl und da oben immer Wind geht, packten wir genug Sachen ein. Gemütlich in der riesigen Gondel fuhren wir hoch. Ui schnell noch ne Jacke drüber, Mütze ist sicher auch nicht verkehrt. Es herrschte schon ein bissel Publikumsverkehr und wir bestaunten erstmal die Bauarbeiten auf dem Plateau, gingen ins Museum und bestiegen dann die letzten paar Meter zum Gipfelkreuz. 
herrlicher Blick über den Jubiläumsgrat

Bergheil
Herrlich – mein höchstes Bergheil. Ein Blick zum Eibsee und dann hieß es einen Klettersteig hinab zum Zugspitzplatt. Das ging recht gut und flott, auch wenn ich wie immer hinterher lief. Doch dann kam ein Schotterfeld, dass sich ellenlang nach unten zog. Man sah Leute auf allen Vieren nach oben krauchen, rutschendes Gestein und kaum Wege. So nahmen auch wir dies in Angriff, es konnte nur besser werden. Ich stellte mich drauf ein, dass es unterm Fuß immermal rutscht und hatte schon weit über zwei Drittel geschafft, als es passierte. Ich rutschte und knickte fürchterlich um und merkte schon im Fallen, dass es schlimm ist. Als ich saß nahm ich gleich auf Verdacht ne Schmerztablette und band den Fuß ein. Ausgerechnet meinen starken linken Fuß hatte es erwischt. Und nun? Irgendwie muss ich runter und zu einer Bahn. Unentwegt wurde uns Hilfe angeboten. Aber da kann man schon alleine nicht laufen und erst recht niemanden stützen. So wählte ich die einfachste Methode. Runter auf dem Hintern, das kaputte Bein vor mir herschiebend. Endlich unten ließ sich dann ein Mann in unserem Alter nicht abwimmeln und stützte mich gemeinsam mit Axel in wegsameres Gelände zum Weg zur Sonnalpin. Mit Stöcken und Schmerzen konnte ich den Rest des Weges dann alleine bewältigen. Endlich sitzen und ein Frustbier und ich genehmigte mir dann auch die Schmerz- und Frusttränen. Der Tag, die Tour und letztendlich der Urlaub waren gelaufen. 
Bauarbeiten in luftiger Höhe
Eibsee
da war die Welt noch in Ordnung
Mit der Bergbahn ging es irgendwann wieder hinauf zur Zugspitze, da traf ich meinen Helfer wieder und konnte nochmal Danke sagen und mit der Tiroler Zugspitzbahn ging es wieder hinab. Manchmal ist es doch gut wenn man nicht alles in Zelt räumt und so war im Auto meine Kiste mit allerlei Kram. Darunter auch eine Bandage für den Fuß. Die hab ich schnell drum gemacht und kam sogar in den Schuh. Nur an Laufen war nicht zu denken. Und nun? Krankenhaus zum Sonntag muss nicht sein, reicht morgen auch noch. In unseren Z-Tickets war auch die Benutzung einmal täglich der Sommerrodelbahn enthalten und so ging es noch einmal zur Marienbergbahn und mit dieser hinauf. Auf einen Schlitten gewuchtet und mit viel Spaß die vielen Kurven bergab. Geiles Ding und sogar ich hab zwischendurch beschleunigt. Da hatte der Tag noch ein versöhnliches Ende. 
hinab mit vollem Schwung

im Schneckentempo Richtung Toilette
kalt und AuA


Hinauf hinauf hinauf....03.09.2016

Augen auf, Sonne und blauer Himmel. Wir wollten den Tag zu einem gemütlichen Auftakt nutzen und gingen das Ganze ruhig an. Frühstück und Kaffee, bissel kramern und Rucksack packen. 
Platz ist in der kleinsten Hütte
Gleich vom Camp aus starteten wir in Richtung Marienbergbahn. Dort kauften wir ein sogenanntes Z-Ticket für 6 Tage. Ein Schnäppchen für 56 Euro pro Person, da wir außerhalb der Saison da waren. Ansonsten kostet es 76 Euro. Was macht man damit? Bergbahnen fahren! Was das für ne gute Investition war, stellte sich später raus. Gemütlich gondelten wir mit dem Sessellift nach oben. Dann hieß es mal umsteigen und ganz hoch. Wie herrlich. Kühe liefen rum und bimmelten mit ihren Glocken, rundherum Berge und wenig Menschen, grüne saftige Wiesen und eine Alm in der Nähe. Es ist Urlaub – wir nehmen erstmal ein Bier. 
Sommer Sonne Bergbahn

der Axel und das liebe Vieh

Warten aufs Bier auf der Sunalm
Auf der Sunalm nahmen wir Platz, tranken ein Bier und suchten den Weg zum Cache. Dieses Hobby will ja auch gepflegt sein und als Auftakt ne kleine Bergwanderung mit Dose fetzt. Nun aber mal los zum alten Friedrich Hammacher Stollen. Der super beschilderter Montanwanderweg Silberleithe führte und schonmal ein ganzes Stück ran. Es ging auf einer Höhe bleibend einen schmalen Weg entlang und schließlich über einen breiten Schuttabgang. Danach hieß es den Weg verlassen und zwischen Latschenkiefern sich einen Weg nach oben bahnen. Extrem steil und schweißtreibend. Dementsprechend lange brauchte ich für dieses Stück. Oben angekommen fanden wir die Überreste einer Materialseilbahn und den Eingang zum Stollen. Schon irre, dass in diesem unwegsamen Gelände tatsächlich über viele Jahre Erze abgebaut wurden. Ein bissel gucken und den Cache suchen und dann hatten wir uns die Pause redlich verdient. Brot und Bier, Müsliriegel und Würste und ein kurzes Schläfchen. Frisch erholt guckten wir auf die Uhr. 
da rauf....
es ist steiler als es hier aussieht
Reste der Materialbahn
Blick hinab
Mh zügig runter zur Bahn? Oder gemütlich bis ins Camp laufen? Wir entschieden uns für Laufen. So ging es den ganzen steilen Abhang wieder runter zum Montanwanderweg. Diesem folgten wir nun bis Biberwier. Ab und an erklärte uns eine Tafel den hiesigen Bergbau, wir kamen am Schachtkopf und einigen Stollen vorbei und kämpften uns über Geröll nach unten. Geröll und ich werden keine Freunde, das ist wahnsinnig anstrengend. Gemütlich wurde es erst ab der Rochuskapelle und der restliche Weg war dann wieder Vergnügen. 
redlich verdiente Pause

aus dem Dunkeln ins Licht 
Kaputt war ich trotzdem und so war klar, dass wir den Sonntagsplan ändern. Auf dem Zeltplatz haben wir dann noch Essen gemacht und es ging nach einem Fläschel Wein in die Waagerechte. Ganz romantisch hat uns die Zugspitze am Abend angestahlt, wir konnten kaum wiederstehen. Sonntag sollte es bis frühen Nachmittag noch schön sein, das wollten wir nutzen.  
Zugspitze im Abendlicht

Dorfgeschichte mal anders - 02.09.2016

Da war er nun der Jahresurlaub und es sollte für ein paar Tage in die Alpen gehen. Als Auftakt und Unterbrechung der langen Fahrt suchten wir uns jedoch ein Zwischenziel aus. Wir starteten mit einem Besuch in Mödlareuth. Mödla.. was? Nie gehört? Ging mir bis vor ein paar Wochen genauso und doch vergisst man das Dorf nie wieder, wenn man einmal dort war.
Bei strahlendem Sonnenschein stellten wir das Auto ab und liefen in die Dorfmitte. Im Prinzip ist das ganze Dorf ein Museum der deutsch-deutschen Geschichte, geteilt schon im 16 Jahrhundert zwischen verschiedenen Grafschaften, geteilt zu Zeiten des Kalten Krieges mit einer Mauer durch den Ort, geteilt auch heute zwischen Thüringen und Bayern.
Damit man es nicht vergisst
Die schlimmste Teilung war aber mit Sicherheit die Mauer, die mitten durch den Ort lief, wo winken und grüßen verboten war, Freunde zu Feinden wurden und verschiedenen Ideologien herrschten. Dieses Dorf hat es geschafft wieder eins zu sein und seine Geschichte zu bewahren. Ein Freilichtmuseum ist dort entstanden wo einst Bewaffnete die Grenze schützten. Zunächst holten wir uns eine Eintrittskarte für das gesamte Areal – 3 Euro pro Nase. 
Schlagbaum vor der Brücke

Genau auf der Grenze - überm Tannbach
Dafür konnten wir einen Film sehen, der die Geschichte des Mauerbaus im Dorf und den friedlichen Abriss dokumentierte, eine Ausstellung besuchen, alte Militärfahrzeuge ansehen und das große Freigelände mit Mauerresten bestaunen. Immer wieder kamen uns dabei Worte wie unglaublich, unvorstellbar, unfassbar in den Sinn. Kopfschüttelnd und grüblerisch sahen wir uns alles an, hüpften über Ländergrenzen und durchbrachen die noch stehenden Reste der Mauer. 
Wachturm

vorn BRD - hinten DDR

im Niemandslad

Mauer mit Schutzstreifen

im Museum und auch draußen

Ich flieh dann mal...
Kultur zum Auftakt der freien Tage und unbedingt weiter zu empfehlen.

Weiter ging es nach Biberwier in Österreich unterhalb der Sonnenspitze, wo wir für die nächsten Tage unser Lager aufschlugen. Schnell noch vor dem richtig Dunkelwerden das Zelt aufbauen und dann mal die nächsten Tage planen...