Heute wurden wir gleich doppelt geweckt. Vom Wecker und vom Regen. Macht aber nichts, denn laut Wetterbericht sollte es gegen 11 Uhr aufklaren. Also gab es erst einmal Kaffee, wir packten unseren Rucksack und liefen gegen neun Uhr zur Bushaltestelle. Unser Plan war einfach. Mit dem Bus um 9:48 Uhr hinauf zur Soča Quelle und anschließend zu Fuß zurück zum Campingplatz. Besser hätte es kaum laufen können, denn wir erwischten den Touristenbus, der für Gäste der Region sogar kostenlos ist. Rund zwanzig Minuten schraubte sich der Bus durch das enge Trenta Tal immer höher in die beeindruckende Bergwelt des Triglav Nationalparks. Als wir ausstiegen, regnete es allerdings immer noch. Da wir wussten, dass oberhalb der Quelle eine kleine Berghütte liegt, machten wir es genau richtig. Statt durchnässt weiterzulaufen, kehrten wir erst einmal ein, bestellten heißen Kaffee und frische Croissants und saßen den Regen ganz gemütlich aus. Manchmal ist Geduld eben die beste Wanderstrategie.
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| unsere Haltestelle |
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| Regen aussitzen |
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| ist nicht mehr weit |
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| es regnet - na und? |
Von der Hütte bis zur Quelle sind es nur etwa fünfzehn Minuten. Schon unterwegs boten sich spektakuläre Ausblicke auf das tosende Wasser, das sich mit unglaublicher Kraft durch die engen Kalkfelsen zwängte. Kurz vor der Quelle wartete dann die eigentliche Herausforderung. Ein kurzer, aber anspruchsvoller Klettersteig führt hinauf- und hinunter zur Karstquelle. Alles ist gut mit Stahlseilen gesichert, doch die nassen Felsen machten jeden Schritt rutschig. Ich schaffte es bis zum höchsten Punkt und überließ Axel die letzten Meter hinunter zur Quelle. Dort schoss die Soča mit gewaltigem Druck direkt aus dem Felsen hervor. Ein faszinierendes Naturschauspiel und kaum zu glauben, dass aus diesem Felsspalt einer der schönsten Flüsse Europas entsteht. Der Rückweg über den Klettersteig verlangte noch einmal volle Konzentration. Danach begann unsere eigentliche Wanderung.
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| erstmal Bildung |
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| und Ausblicke |
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| das ist die Quelle |
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| Tapfer |
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| viel Druck |
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| da runter hab ich mir gespart |
Zunächst liefen wir ein Stück die Passstraße hinunter, bevor wir unterhalb der Bushaltestelle auf den berühmten
Soča Trail abbogen. Von nun an schlängelte sich der schmale Pfad immer am Fluss entlang. Mal führte er über schottrige Abschnitte, mal über verwurzelte Waldwege, dann wieder direkt am Ufer oder hoch oberhalb der tief eingeschnittenen Schlucht. Wir konnten uns an dem wilden blaugrünen Wasser einfach nicht sattsehen. Nach den starken Regenfällen war die Soča zwar deutlich wilder als noch vor einigen Tagen, doch an vielen Stellen leuchtete sie trotzdem in ihrem unverwechselbaren Smaragdgrün. Unterwegs sammelten wir ganz nebenbei einige Caches ein und machten immer wieder Halt an kleinen und großen Wasserfällen. Durch den vielen Regen stürzten unzählige Wassermassen über die steilen Felswände ins Tal. Es war beeindruckend zu sehen, welche Kraft und Schönheit die Natur innerhalb weniger Stunden entfalten kann.
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| es rauschte |
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| es rauschte gewaltig |
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| es plätscherte |
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| es murmelte |
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| so schön...der Wasserfall |
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| bridge over troubled water |
Am Trenta Aussichtspunkt legten wir eine längere Pause ein. Immer wieder wanderten unsere Blicke hinüber zum Triglav. Wir hofften vergeblich, dass sich der höchste Berg Sloweniens wenigstens einmal aus den Wolken schälen würde. Heute behielt er sein Geheimnis für sich. Der Weg blieb abwechslungsreich bis zum Schluss. Ständig ging es über kleine Hängebrücken, durch saftig grüne Wiesen, über Felsen und wieder durch schattige Wälder. Gerade dieses ständige Auf und Ab machte den Soča Trail zu einer der schönsten Wanderungen unseres Urlaubs. Irgendwann beschlossen wir spontan, nicht am Campingplatz Schluss zu machen, sondern gleich bis zu einem Restaurant weiterzulaufen. Eine hervorragende Entscheidung. Gegen 18 Uhr ließen wir uns nach knapp zwanzig Kilometern endlich auf einen Stuhl fallen. Es gab köstliches slowenisches Essen, dazu ein einheimisches Bier und vor allem müde, aber glückliche Beine. Die letzten anderthalb Kilometer bis Grummel waren dann nur noch Formsache. Schuhe aus, Bier auf, ein Glas Sekt dazu und einfach nur sitzen. Viel besser kann ein Wandertag kaum enden.
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