Sonntag, 22. März 2026

22.03.2026 – Wanderung mit Umwegen

Heute wollten wir in der Gegend bleiben. Der Rother Wanderführer Gran Canaria hatte eine Tour in der Nähe von Agaete im Angebot, klang gut, also los. Gegen späten Vormittag starteten wir mit dem Auto. Schon der angepeilte Parkplatz war allerdings nicht erreichbar, denn auch hier floss deutlich mehr Wasser durch den Baranco de Agaete als sonst. Überall standen Einheimische und Touristen herum und fotografierten, wie sich die Wassermassen ihren Weg aus den Bergen suchten und dabei Schlamm, Pflanzen und Geröll mit sich rissen.
Wir fanden schließlich noch einen Platz bei einer Kaffeeplantage und schlumperten einfach mal los. Zuerst ging es am Barranco de Agaete entlang. Auch wir konnten uns dem Anblick nicht entziehen, dieses viele Wasser war schon beeindruckend. Allerdings nicht lange, denn wie so oft an diesem Urlaubstag war der Weg plötzlich zu Ende. Der eigentlich trockene Seitenarm war ein reißender Strom, kein Durchkommen. Aufgeben wollten wir nicht, also Plan B, ein Stück die Straße entlang. Von dort hatten wir immerhin einen großartigen Blick in die Berge. Überall stürzten Wasserfälle ins Tal. Es heißt inzwischen sogar, dass Gran Canaria genug Wasser für die nächsten zwei bis drei Jahre hat. Die Stauseen sind voll und werden teilweise schon wieder abgelassen. Irgendwann erreichten wir einen ausgeschilderten Wanderweg, fanden ihn aber erstmal nicht. Stattdessen standen wir vor einem geschlossenen Tor, und der Weg schien genau dahinter zu verlaufen. Das konnte ja wohl nicht sein. Wir suchten eine Weile, wollten schon wieder umdrehen, als wir beim Blick zurück einen kleinen Pfad entdeckten. Also kurzerhand zwei Schritte die Mauer hoch, und tatsächlich, dahinter ging es weiter.
morgendlicher Blick

Wassermassen

hier lang

unten rauscht es

unterwegs

ehemaliges Hotel 

da wollten wir eigentlich lang

dahinter ist der Wanderweg

Alternative

Ab da wurde es richtig schön. Der Weg führte durch eine fast schon urwaldartige Landschaft, dicht bewachsen, feucht und angenehm schattig. In Serpentinen ging es stetig bergauf. Die hohe Luftfeuchtigkeit war deutlich spürbar, der Weg war stellenweise rutschig und von kleineren Felsstürzen geprägt. An einer Stelle gab es einen größeren Abbruch, der auch den Weg beschädigt hatte. Ein entgegenkommender Einheimischer hatte dort bereits Pfeile auf den Boden gemalt, wir haben sie vorsichtshalber nochmal nachgezogen. Sicher ist sicher. Weiter oben schlängelte sich der Pfad wunderschön am Hang entlang und gab immer wieder den Blick auf die gewaltigen Wassermassen frei, die ins Tal rauschten. Ein kleiner Picknickplatz kam wie gerufen. Zeit für eine Bierpause. Danach ging es noch etwa 300 Meter weiter bis zu unserem Umkehrpunkt, mit erneut fantastischen Ausblicken auf Berge und Wasserfälle. Der Rückweg verlief dann größtenteils über die Straße. Klingt langweilig, war es aber nicht. Plötzlich kam uns die Polizei entgegen und wies uns darauf hin, dass hier eigentlich alles gesperrt ist und wir bitte am felsabgewandten Rand laufen sollen. Wenige hundert Meter später wussten wir auch warum. Ein großer Erdrutsch hatte Schlamm und Steine auf die Straße gespült, ein Bagger war bereits dabei, das Ganze zu beseitigen. Kurz darauf folgte die offizielle Straßensperre, und natürlich standen dort wieder jede Menge Autos, deren Insassen das Spektakel beobachteten. Wir liefen gemütlich weiter bergab, fanden in einer Kehre einen kleinen Weg zwischen den Häusern hindurch und standen wenig später wieder am tosenden Barranco. Leider hatte der Kiosk dort schon geschlossen, unser Plan mit einem Kaffee fiel also ins Wasser. Im wahrsten Sinne des Wortes.
es stürzt hinab

urwaldähnlicher Wanderweg

Blick ins Tal mit deutlichem Wasserlauf

und Blick nach oben mit Nachschub

letztes Stück Wanderweg

Hat gestanden unterm Apfel...sinenbaum

Abkürzung im Ort

der Schaden ist deutlich, die Umleitung auch

Gewalt der Natur

Schaden

Einstieg in den Wanderweg gefunden

Entdeckung im Tal


Also weiter zum Hafen von Puerto de las Nieves. Hier waren wir ja am ersten Tag schon einmal unterwegs gewesen. Diesmal war deutlich mehr los, was uns zunächst wunderte. Dann fiel es uns ein, Sonne. Das zieht. Der zweite Eisstand wurde direkt unserer. Axel gönnte sich noch einen Kaffee, ich zwei Kugeln wirklich gutes Eis. Danach spazierten wir am Hafen Puerto de Las Nieves entlang, erledigten noch einen Geocaching-Labcache und wollten anschließend zu den bekannten Naturpools laufen.Den Weg kannten wir ja bereits. Etwas irritiert waren wir allerdings über die Farbe des Meeres. Es schimmerte gelblich-braun. Etwa 70 Meter vor den Pools war dann klar warum. Der Barranco, den wir den ganzen Tag über begleitet hatten, mündet genau hier ins Meer. Beim letzten Spaziergang war das nur ein kleines Rinnsal gewesen, welches wir gar nicht wirklich wahr genommen haben. Heute schoss eine gewaltige Menge schlammigen Wassers ins Meer, und der Bereich war abgesperrt. Die Strömung war einfach zu stark. Also blieb uns nichts anderes übrig, als umzudrehen und zurück ins Hotel zu fahren. Diesmal waren wir schon gegen 18:50 Uhr da, trotzdem war es wieder eine kleine Herausforderung, einen Parkplatz zu finden. Duschen, ein bisschen entspannen und dann ab zum Abendessen.

Wetter: Sonne und Wind bei etwa 20 Grad, dazu ein kurzer Schauer

Unsere Wanderung


zurück am Meer

Kirche im Hafenviertel

noch ein Bild von unterwegs

Expressfähre zwischen Gran Canaria und Teneriffa

legt ab 

hä? hier war doch am ersten Tag kein Wasser

schießt ins Meer

haben es gemütlich im Hotel


Samstag, 21. März 2026

21.03.2026 – Besuch am Vulkan Bandama bei strahlendem Sonnenschein

Ja, es gibt Unwetter auf Gran Canaria, aber eher im Süden und vor allem in den Bergen. Wir sitzen im Norden, und Axel hat ein erstaunliches Talent dafür, genau die richtige Tour für den Tag zu finden. Also kurz an die Tankstelle, mal wieder Luft nachfüllen, und los. Bei uns stürmte es noch ordentlich, und unterwegs konnten wir wieder beobachten, wie das Meer tobte. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto ruhiger wurde es. Ein Blick in die Berge reichte allerdings, um zu ahnen, dass dort oben eine ganz andere Welt herrschte. Nach etwa einer Stunde stellten wir das Auto ab und standen praktisch direkt auf dem Rundwanderweg am Kraterrand des Caldera de Bandama. Und was soll ich sagen, es war einfach herrlich. Der Weg führt einmal komplett am oberen Rand entlang, immer mit Blick in den Krater. Überall wuchsen typisch kanarische Pflanzen, die natürlich wieder ausführlich mit unserer App bestimmt wurden. Während man auf der einen Seite in die grüne, zerklüftete Caldera mit ihren dunklen Vulkanflanken blickt, schweift der Blick auf der anderen Seite über das Meer und die umliegenden Berge. Die Runde ist mit etwa 3,5 Kilometern nicht besonders lang, ein paar Höhenmeter gibt es aber trotzdem. Nach etwa drei Vierteln der Strecke setzten wir uns, schauten aufs Meer und gönnten uns ein Bier. Muss auch mal sein.
aktualisierte Wetterwarnung im Hotel

egal in welche Richtung ist ein Rundweg

Blick hinab und drüber weg

Schönheit - hier wie Unkraut

immer auf dem Grat lang

Einstieg

hoch und runter auf der Höhe

Kaum hatten wir die erste Runde beendet, ging es direkt weiter. Der Rother Wanderführer Gran Canaria hatte schließlich noch eine zweite Variante parat, nämlich runter in die Caldera.
Und die hatte es in sich. Zuerst ging es gefühlt ewig bergab. Der Weg besteht aus schwarzem, vulkanischem Gestein, das die Wärme der Sonne schön zurückstrahlt. Hitze von oben und unten, ein echtes Erlebnis. Nach etwa einem Drittel des Abstiegs erreichten wir einen Aussichtspunkt mit einem einzelnen Baum. Mein erster Gedanke war sofort: Für Gondor. Wer "Der Herr der Ringe" kennt, weiß genau, was ich meine. Natürlich machten wir dort eine kleine Pause, genossen den Ausblick und gingen dann weiter hinab. Unten angekommen führte ein Rundweg durch die Caldera. Wir kamen an einer alten Ruine vorbei, an beeindruckenden Drachenbaum, durch hohes Lampenputzergras und schließlich zu einem alten Dreschplatz. Irgendwann wurde dieses Gebiet tatsächlich landwirtschaftlich genutzt, was man sich heute kaum noch vorstellen kann. Nach einer weiteren Pause ging es ein Stück hinauf zu zwei kleinen Höhlen, mit Sitzgelegenheiten und sogar einem Grillplatz davor. Schön schattig war es dort, genau der richtige Ort zum Durchatmen. Und dann kam die Erkenntnis: Mist. Nicht eingecremt. Die Sonne hatte inzwischen ganze Arbeit geleistet. Leider half alles nichts, wir mussten ja wieder nach oben. In drei Etappen kämpften wir uns zurück, jeder in seinem Tempo. Oben angekommen belohnten wir uns in einem kleinen Café mit einem kühlen Bier.
hinab

Ziel

Für Gondor

stachelig

am Dreschplatz

Höhle auf dem Rückweg

wo kommt die denn her?

noch lacht sie

Schattenplatz

Rundblick unten

Danach fuhren wir noch auf den benachbarten Pico de Bandama. Von dort hat man einen fantastischen Rundumblick, besonders beeindruckend war aber der Blick in die Berge, die inzwischen komplett grau und zugezogen waren. Später sahen wir im Internet, was dort tatsächlich runtergekommen war. Da hatten wir wirklich Glück. Ein kleiner Abstecher zu einem besonderen Baum sollte es vor der Rückfahrt noch sein, nur etwa zwölf Kilometer entfernt. Vor Ort angekommen standen wir allerdings wie die Einheimischen einfach nur da und staunten. Wassermassen schossen durch das Tal. Dort, wo normalerweise eine harmlose Furt mit ein paar Zentimetern Wasser ist, rauschte heute ein reißender, schlammiger Fluss Richtung Meer. Wir machten ein paar Fotos und drehten dann lieber um. Mit einem kurzen Einkaufsstopp waren wir erst nach 19 Uhr wieder im Hotel. Schnell duschen, essen gehen und den Abend entspannt mit einem Glas Rotwein ausklingen lassen.

Wetter: über 20 Grad, sehr sonnig - bei uns
wir bleiben hier

Blick in die Höhle

vom Pico de Bandama aus

da hängt das schlechte Wetter

reißender Bach

der Weg ist ??? WEG

Vulkanpanorama

wunderschöner Drachenbaum

Wassermassen auch hier gibt das Bild die Realität nur bruchstückhaft wieder