Mittwoch, 16. September 2026

16.09 - Škocjan Höhlen

Da wir unsere Führung erst für 14 Uhr gebucht hatten, gehörte der Vormittag ganz uns. Bis 11 Uhr durften wir noch auf dem Campingplatz bleiben. Also wanderte das Solarpanel in die Sonne, während wir gemütlich im Internet stöberten, ein paar Handarbeiten erledigten und einfach die herrliche Ruhe genossen. Nach dem Abwasch und dem Auffüllen unseres Frischwassers verließen wir pünktlich die Wiese und steuerten den ersten Geocache des Tages an. Anschließend machten wir an der winzigen, idyllisch gelegenen Dorfkirche Pause. Dort saßen wir bis kurz vor 13 Uhr und genossen die warme Septembersonne. Ein Einheimischer kam vorbei und machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass man auf dem Parkplatz nicht übernachten dürfe. Unsere Erklärung, dass wir lediglich eine Mittagspause einlegten, genügte ihm sofort. Danach nutzte er die Gelegenheit, noch ein wenig Werbung für seinen Honig zu machen. So sympathisch das war, diesmal blieb es beim netten Gespräch.
Strom :-)

Pausenplatz


Am Besucherzentrum der Škocjanske jame wartete die nächste Überraschung. Der Parkplatz war tatsächlich kostenlos. Bis zum Start der Führung spazierten wir noch etwas durch die wunderschöne Karstlandschaft, bevor wir im Wartebereich Platz nahmen. Punkt 14 Uhr begann unsere Tour. Vom Besucherzentrum führt zunächst ein längerer Fußweg durch den Wald bis zum eigentlichen Höhleneingang. Unser Guide war zwar ausgesprochen professionell, wirkte allerdings etwas lustlos und führte die Gruppe durch den ersten Teil der Höhle ziemlich zügig. Schade, denn genau dort hätte man gern noch viel länger verweilt. Fotografieren ist in der Höhle leider verboten. Vielleicht macht gerade das den Eindruck noch intensiver. Riesige Hallen, bizarre Tropfsteinformationen und dunkle Felspassagen ließen mich immer wieder an die Minen von Moria aus Der Herr der Ringe denken. Es fehlten eigentlich nur noch Gandalf und ein paar Zwerge. Nach den stillen Höhlenabschnitten änderte sich plötzlich alles. Tief unter uns donnerte die Reka durch die gewaltige Schlucht, während sich der schmale Weg hoch oben an der Felswand entlangschlängelte. Die Martel Halle gehört zu den größten unterirdischen Canyons Europas und genau so fühlte sie sich auch an. Gewaltig, rau und gleichzeitig unglaublich beeindruckend. Das ständige Auf und Ab über Brücken und Treppen machte die Tour zwar sportlich, aber jede einzelne Stufe war die Aussicht wert. 
Gerade sitzen

Ausblick vorher

der Ausgang - ab hier durfte man wieder knipsen

draußen

war auch mit

Hochwassermarke - kein Witz

heimlich drinnen

Nach etwa 75 Minuten erreichten wir das Ende der Führung. Dort erklärte man uns drei verschiedene Rückwege zum Besucherzentrum. Natürlich entschieden wir uns für den längsten und landschaftlich schönsten. Zunächst führte der Pfad an einer eingestürzten Doline entlang. Zwischen den Bäumen eröffneten sich immer wieder traumhafte Blicke auf die tief eingeschnittene Schlucht, die türkisgrüne Reka und mehrere kleine Wasserfälle. Wenig später verschwand der Weg erneut im Berg. Gut gesichert und dezent beleuchtet verlief er durch einen weiteren Höhlenabschnitt. Dieser Teil war für mich fast noch schöner als die eigentliche Führung. Wieder fühlte ich mich wie mitten in Mittelerde. Der letzte Abschnitt führte gemütlich bergauf entlang des Flusses zurück zum Ausgangspunkt. Am Ende waren wir uns beide einig, dass dieser Rundweg das Erlebnis erst vollkommen gemacht hat.
mal wieder Wasserfall

er tut nur so 

in den Minen von Moria 1

in den Minen von Moria 2

wohnt da der Balrog?

auch hier auf und ab

Obwohl das Meer nur noch einen Katzensprung entfernt gewesen wäre, hieß unsere Richtung nun endgültig Norden. Nach etwa zwei Stunden Fahrt und einer kleinen Einkaufspause erreichten wir Ribnica. Dort spazierten wir noch zu einem Geocache und belohnten uns anschließend mit einer wirklich fabelhaften Pizza. Unser Schlafplatz lag nur wenige Minuten entfernt auf dem Hirschwaldhof. Der kleine Stellplatz überzeugte uns sofort. Selbst Check-in, ein sauberer Sanitärcontainer mit Toilette und Dusche und sogar eine Waschmaschine. Mehr braucht man manchmal gar nicht. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, erklang plötzlich Musik aus dem Dorf. Neugierig lauschten wir und beobachteten einen kleinen Festumzug. Rund zwanzig Dorfbewohner und zwei Gabelstapler mit zwei geschmückten Bäume zogen durch den Ort und wurden von fröhlicher Musik begleitet. Axel fand später heraus, dass es sich um einen traditionellen slowenischen Hochzeitsbrauch handelt. Aus den Bäumen wird vor dem Haus der Brauteltern ein festliches Tor errichtet, durch das die Braut symbolisch in ihren neuen Lebensabschnitt schreitet. Ein wunderschöner, lebendiger Abschluss eines ohnehin unvergesslichen Tages.

Schlafplatz: Camperstop Hirschwaldhof 
Wetter: 25 Grad sonnig
Essen: Pizza vom Feinsten 
draußen

Ausweg?

Felsen und Höhlen - Karst eben

kam man nicht mehr hin

Ribnica
toller Sanitärcontainer auf dem Hirschwaldhof

Dienstag, 15. September 2026

15.09 - Höhlenburg Predjama

Heute hieß es Abschied nehmen von unserem Campingplatz. Bevor wir losfuhren, wurde aber erst einmal gründlich aufgeräumt. Große Hausordnung, duschen und alles wieder an seinen Platz räumen. Es ist jedes Mal erstaunlich, wie gut sich das anfühlt, wenn im Camper wieder Ordnung herrscht. Gegen 10 Uhr checkten wir aus und rollten gemütlich los. Unser erster kurzer Stopp galt natürlich einem Geocache. Direkt daneben lag eine kleine Höhle, in die man etwa 120 Meter hineinlaufen kann. Eigentlich hätten wir sie gern erkundet, aber unsere Stirnlampen lagen gut verstaut im Auto und die Faulheit gewann. Also blieb es beim vorderen, dämmrigen Teil der Höhle und dem Cache. Dann begann der kulturelle Höhepunkt des Tages. Wir besuchten die spektakuläre Höhlenburg Predjama, die größte Höhlenburg der Welt. Das Ticket hatten wir bereits am Vortag zusammen mit der Höhle von Postojna gekauft. Vor Ort luden wir nur noch den deutschsprachigen Audioguide herunter und stürzten uns direkt ins Gewusel.
hinein

im vorderen Teil

da kommt sie 

Schon der erste Anblick ist einfach unglaublich. Die Burg klebt förmlich in einer gewaltigen, senkrechten Felswand und verschmilzt so perfekt mit dem Karstfelsen, dass man sie von oben tatsächlich kaum erkennen würde. Genau diese außergewöhnliche Lage machte Predjama über Jahrhunderte nahezu uneinnehmbar. Der Rundgang ist hervorragend gestaltet. Man gelangt in nahezu alle Bereiche der Burg, spaziert durch gemütliche Wohnräume, finstere Waffenkammern und Vorratslager und steigt unzählige knarrende Treppen hinauf und wieder hinunter. Immer wieder öffnen sich kleine Fenster mit traumhaften Ausblicken über die sattgrüne Landschaft des slowenischen Karsts. Besonders spannend wurde es ganz zum Schluss. Dort führt der Weg in den natürlichen Höhlenteil hinter der Burg. Hierhin konnten sich die Bewohner im Ernstfall zurückziehen. Der berühmteste Burgherr war der Raubritter Erasmus von Predjama, der im 15. Jahrhundert der Legende nach über einen geheimen Höhlengang das Tal auf der Rückseite des Berges erreichte und so monatelang einer Belagerung trotzte. Verrückt, wie geschickt der gewaltige Felsen genutzt wurde und wie wenig zusätzliches Baumaterial überhaupt nötig war. Die Zeit verging wie im Flug. Geschichte kann wirklich spannend sein, wenn sie an einem so beeindruckenden Ort erzählt wird. Zum Abschluss setzten wir uns noch in die warme Septembersonne. Es gab Bier, ein Glas Sekt, frische Brötchen und dazu diesen herrlichen Blick auf die majestätische Burg. Viel gemütlicher kann eine Mittagspause kaum sein.
Kaum zu glauben, dass man die von oben nicht sieht

wenig Möbel aber schick

Innenklo

Wohnraum

Ausblick aus der Burg

Wege 

soll Wünsche erfüllen - hat nicht geklappt

Entwässerung

Erasmusgang

Ausblick

Burgfräulein

Irgendwann schlumperten wir zurück zum Auto und fuhren weiter. Unterwegs legten wir noch einen Halt für einen Eisenbahncache ein. Bevor es allerdings auf Dosensuche ging, musste ich erst einmal ein kleines Nickerchen machen. Danach half ich Axel dann beim Lösen und Finden des Caches. Und schon war der Nachmittag fast vorbei und wir steuerten unseren nächsten Schlafplatz an. Gegen 17 Uhr baute Axel neugierig das Solarpanel auf, um unsere Powerstation zu laden. Eigentlich hatten wir noch reichlich Energie, aber ausprobieren wollten wir die Anlage natürlich trotzdem. Der Rest des Tages verging entspannt mit Handarbeiten, Blog schreiben und Axel lernte noch ein wenig für das THW. Dann mal fix in die Kiste geguckt, was wir essen könnten und die Fertigmischung zubereitet. Es wurde abends ganz schön kalt auf unserer Wiese, so dass wir beizeiten im Bett verschwanden.

Schlafplatz: Campingwiese
Wetter: 25 Grad, sonnig
Essen: Nudeln mit Käsesauce
kleine Fenster

Eisenbahnweg

am Cache

Sonne fürs Panel

Burgbesitzer?


Montag, 14. September 2026

14.09 - Die geheimnisvolle Unterwelt von Postojna

Nach dem herrlich ruhigen Tag gestern wollten wir heute endlich wieder etwas erleben. Das Frühstück fiel denkbar klein aus. Es gab nur einen schnellen Kaffee und schon machten wir uns auf den Weg nach Postojna. Axel fand natürlich, wie so oft, einen kostenfreien Parkplatz. Noch bequem im Auto buchten wir unsere Tickets für die berühmte Postojnska jama, die Höhle von Postojna. Bereits bei der Anfahrt hatten wir die gewaltigen Menschenmassen gesehen. Deshalb waren wir froh, unsere Plätze sicher zu haben. Um 11:45 Uhr mussten wir am Eingang sein und hatten vorher noch genügend Zeit, ein paar Geocaches einzusammeln und gleich zwei verlockenden Bäckereien einen Besuch abzustatten. 
interessante Fakten

der war auch überall, wie Goethe

Cheffe grinst

geht gleich los

da waren wir

Pünktlich stürzten wir uns schließlich ins bunte Getümmel. Wir mussten zu Gate N und erstaunlicherweise war dort die Schlange tatsächlich die kürzeste. Nach dem Scannen der Tickets wurden wir direkt zum deutschen Treffpunkt geschickt. Eine freundliche Mitarbeiterin begrüßte uns und gab eine kurze Einführung. Dann hieß es: hinein in den Berg! Wer glaubt, man läuft die gesamte Strecke zu Fuß, der irrt gewaltig. Die Höhle besitzt eine rund 3 Kilometer lange Grubenbahn, die seit über 140 Jahren Besucher durch das beeindruckende Höhlensystem fährt. Sechs Züge mit jeweils über hundert Plätzen sind gleichzeitig unterwegs. Wir nahmen Platz und wenige Minuten später verschluckte uns die faszinierende Unterwelt. Die Fahrt war einfach spektakulär. Sie führte durch schmale Tunnel, vorbei an riesigen Hallen und bizarren Felsformationen. Besonders beeindruckend war der berühmte Konzertsaal, eine gewaltige Höhle mit außergewöhnlicher Akustik, in der tatsächlich schon Konzerte und festliche Veranstaltungen stattgefunden haben. Überall ragten filigrane Stalaktiten von der Decke, mächtige Stalagmiten wuchsen dem Boden entgegen und dazwischen entstanden gewaltige Säulen und steinerne Vorhänge. Es war überwältigend schön.
Vorfreude

Ausgang

mit dem Zug hinein

magisch

Säule

ohne Worte

Nach den ersten drei Kilometern begann der etwa 2 Kilometer lange Rundgang zu Fuß. Immer wieder gab es spannende Erklärungen und natürlich ließen wir unserer Fantasie freien Lauf. Plötzlich entdeckten wir den Schiefen Turm von Pisa, Hühner, Kamele, Rock'n'Roll Figuren und kleine Zwerge. Sogar der Weihnachtsmann hatte sich irgendwo zwischen den Tropfsteinen versteckt. Und als echte Sachsen erkannten wir sofort die Barbarine, die berühmte Felsnadel aus der Sächsischen Schweiz, zumindest als ihr steinernes Ebenbild. Der Weg führte über die eindrucksvolle Brücke, durch den Spaghetti Saal, den strahlend weißen Saal und schließlich den geheimnisvoll roten Saal. Auch am Aquarium kamen wir vorbei und da drin waren die berühmten Grottenolme. Die Viecher sind blind und so hässlich, dass sie fast schon wieder hübsch sind. Danach ging es wieder hinunter zum Zug, der uns auf nahezu derselben Strecke zurück ans Tageslicht brachte. Zwei Stunden vergingen wie im Flug. Draußen warteten statt der konstanten 10 Grad in der Höhle angenehme 23 Grad, strahlender Sonnenschein und tiefblauer Himmel. Genau die richtige Gelegenheit für ein kühles Bier. Danach stöberten wir noch durch die kleinen Souvenirläden, kauften ein wenig Kleinkram für zu Hause und sammelten ganz nebenbei weitere Geocaches ein. Ein gemütlicher Kaffee und natürlich noch ein letzter Abstecher in eine Bäckerei durften ebenfalls nicht fehlen.
alles weiß

Vorhänge

Barbarine?

Rock'n Roll

die berühmtesten und das Wahrzeichen der Höhle

Anschließend fuhren wir noch ein Stück weiter und entdeckten einen herrlich skurrilen Ortseingang. Dort bedrohte ein riesiger grüner Drache den armen Jakob und sogar ein ahnungsloses Schaf. Das war so witzig, dass selbst Peggy und Bärbel freiwillig aus dem Auto stiegen. Natürlich halfen wir Jakob heldenhaft aus der misslichen Lage. Nach einer kleinen Pause auf einer Bank mit Blick über die idyllische, sanft hügelige Landschaft machten wir uns schließlich auf den Rückweg zum Campingplatz. Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns das Abendessen im Restaurant. Und weil ich beim Bestellen offenbar etwas zu großzügig war, stand plötzlich mehr Wein auf dem Tisch als geplant. Nun ja, manchmal sorgt eben genau das für die berühmte Bettschwere. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön für den Urlaubszuschuss. Der Rest war mit diesem Mahl alle. 

Schlafplatz: Pivka jama Campingplatz 
Wetter: Sonne und kurze Husche Regen bei 23 grad
Essen: Fleischplatte für 2 und 1l Rotwein


Ausblick

Wir helfen den beiden gegen den Drachen

so sehen die aus

Gullideckel?
Festmahl