Da wir unsere Führung erst für 14 Uhr gebucht hatten, gehörte der Vormittag ganz uns. Bis 11 Uhr durften wir noch auf dem Campingplatz bleiben. Also wanderte das Solarpanel in die Sonne, während wir gemütlich im Internet stöberten, ein paar Handarbeiten erledigten und einfach die herrliche Ruhe genossen. Nach dem Abwasch und dem Auffüllen unseres Frischwassers verließen wir pünktlich die Wiese und steuerten den ersten Geocache des Tages an. Anschließend machten wir an der winzigen, idyllisch gelegenen Dorfkirche Pause. Dort saßen wir bis kurz vor 13 Uhr und genossen die warme Septembersonne. Ein Einheimischer kam vorbei und machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass man auf dem Parkplatz nicht übernachten dürfe. Unsere Erklärung, dass wir lediglich eine Mittagspause einlegten, genügte ihm sofort. Danach nutzte er die Gelegenheit, noch ein wenig Werbung für seinen Honig zu machen. So sympathisch das war, diesmal blieb es beim netten Gespräch.
 |
| Strom :-) |
 |
| Pausenplatz |
Am Besucherzentrum der Škocjanske jame wartete die nächste Überraschung. Der Parkplatz war tatsächlich kostenlos. Bis zum Start der Führung spazierten wir noch etwas durch die wunderschöne Karstlandschaft, bevor wir im Wartebereich Platz nahmen. Punkt 14 Uhr begann unsere Tour. Vom Besucherzentrum führt zunächst ein längerer Fußweg durch den Wald bis zum eigentlichen Höhleneingang. Unser Guide war zwar ausgesprochen professionell, wirkte allerdings etwas lustlos und führte die Gruppe durch den ersten Teil der Höhle ziemlich zügig. Schade, denn genau dort hätte man gern noch viel länger verweilt. Fotografieren ist in der Höhle leider verboten. Vielleicht macht gerade das den Eindruck noch intensiver. Riesige Hallen, bizarre Tropfsteinformationen und dunkle Felspassagen ließen mich immer wieder an die Minen von Moria aus Der Herr der Ringe denken. Es fehlten eigentlich nur noch Gandalf und ein paar Zwerge. Nach den stillen Höhlenabschnitten änderte sich plötzlich alles. Tief unter uns donnerte die Reka durch die gewaltige Schlucht, während sich der schmale Weg hoch oben an der Felswand entlangschlängelte. Die Martel Halle gehört zu den größten unterirdischen Canyons Europas und genau so fühlte sie sich auch an. Gewaltig, rau und gleichzeitig unglaublich beeindruckend. Das ständige Auf und Ab über Brücken und Treppen machte die Tour zwar sportlich, aber jede einzelne Stufe war die Aussicht wert.  |
| Gerade sitzen |
 |
| Ausblick vorher |
 |
| der Ausgang - ab hier durfte man wieder knipsen |
 |
| draußen |
 |
| war auch mit |
 |
| Hochwassermarke - kein Witz |
 |
| heimlich drinnen |
Nach etwa 75 Minuten erreichten wir das Ende der Führung. Dort erklärte man uns drei verschiedene Rückwege zum Besucherzentrum. Natürlich entschieden wir uns für den längsten und landschaftlich schönsten. Zunächst führte der Pfad an einer eingestürzten Doline entlang. Zwischen den Bäumen eröffneten sich immer wieder traumhafte Blicke auf die tief eingeschnittene Schlucht, die türkisgrüne Reka und mehrere kleine Wasserfälle. Wenig später verschwand der Weg erneut im Berg. Gut gesichert und dezent beleuchtet verlief er durch einen weiteren Höhlenabschnitt. Dieser Teil war für mich fast noch schöner als die eigentliche Führung. Wieder fühlte ich mich wie mitten in Mittelerde. Der letzte Abschnitt führte gemütlich bergauf entlang des Flusses zurück zum Ausgangspunkt. Am Ende waren wir uns beide einig, dass dieser Rundweg das Erlebnis erst vollkommen gemacht hat.
 |
| mal wieder Wasserfall |
 |
| er tut nur so |
 |
| in den Minen von Moria 1 |
 |
| in den Minen von Moria 2 |
 |
| wohnt da der Balrog? |
 |
| auch hier auf und ab |
Obwohl das Meer nur noch einen Katzensprung entfernt gewesen wäre, hieß unsere Richtung nun endgültig Norden. Nach etwa zwei Stunden Fahrt und einer kleinen Einkaufspause erreichten wir Ribnica. Dort spazierten wir noch zu einem Geocache und belohnten uns anschließend mit einer wirklich fabelhaften Pizza. Unser Schlafplatz lag nur wenige Minuten entfernt auf dem Hirschwaldhof. Der kleine Stellplatz überzeugte uns sofort. Selbst Check-in, ein sauberer Sanitärcontainer mit Toilette und Dusche und sogar eine Waschmaschine. Mehr braucht man manchmal gar nicht. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, erklang plötzlich Musik aus dem Dorf. Neugierig lauschten wir und beobachteten einen kleinen Festumzug. Rund zwanzig Dorfbewohner und zwei Gabelstapler mit zwei geschmückten Bäume zogen durch den Ort und wurden von fröhlicher Musik begleitet. Axel fand später heraus, dass es sich um einen traditionellen slowenischen Hochzeitsbrauch handelt. Aus den Bäumen wird vor dem Haus der Brauteltern ein festliches Tor errichtet, durch das die Braut symbolisch in ihren neuen Lebensabschnitt schreitet. Ein wunderschöner, lebendiger Abschluss eines ohnehin unvergesslichen Tages.
Schlafplatz: Camperstop Hirschwaldhof
Wetter: 25 Grad sonnig
Essen: Pizza vom Feinsten
 |
| draußen |
 |
| Ausweg? |
 |
| Felsen und Höhlen - Karst eben |
 |
| kam man nicht mehr hin |
 |
| Ribnica |
 |
| toller Sanitärcontainer auf dem Hirschwaldhof |