Sonntag, 13. September 2026

13.09 - Endlich ein echter Ruhetag

Heute war er endlich da. Unser lang ersehnter Ruhetag. Kein Wecker, kein Zusammenpacken und keine zwanzig Kilometer Wanderung. Wir schliefen aus, frühstückten ausgiebig und ließen den Tag einfach auf uns zukommen. Genau so fühlt sich Urlaub manchmal am besten an. Während ich es mir mit Nähzeug, Strickzeug und einem Buch gemütlich machte, lernte Axel stundenlang für das THW. Gegen elf Uhr wurde die Arbeit auf beiden Seiten etwas angenehmer. Ich gönnte mir ein Glas Sekt und Axel tauschte seine Lernunterlagen kurz gegen ein wohlverdientes Bier. Auch die weniger spektakulären Dinge gehörten heute dazu. Abwaschen, Grummel bei Tageslicht einmal gründlich begutachten und einfach durch den Campingplatz schlendern. Nach den vielen Reisetagen tat diese herrliche Langsamkeit richtig gut. Den kleinen Hunger zwischendurch stillte Axel mit einem gegrillten Käse, bevor wir uns am frühen Nachmittag doch noch zu einer kleinen Runde aufrafften.
Sanitärtrack auf dem Campingplatz

das kommt uns bekannt vor :-) bissel DDR like

mit Krimskrams den Tag verbringen

Unser Ziel war der Magdalena Gora, ein bewaldeter Hügel oberhalb des Campingplatzes. Dort soll einst eine kleine Kirche gestanden haben. Viel ist davon allerdings nicht geblieben. Mit etwas Fantasie erkennt man noch eine halbkreisförmige Natursteinmauer, die sich zwischen Moos und Laub versteckt. Der Ort wirkt still und beinahe geheimnisvoll, als hätte sich der Wald die Geschichte langsam zurückgeholt. Von dort führte ein steiler Pfad wieder hinunter zur Črna jama, der Schwarzen Höhle. Eigentlich war die Höhle nur der Vorwand, um uns ein wenig die Beine zu vertreten, denn sie ist bereits seit vielen Jahren für Besucher geschlossen. Über dem Weg erinnert ein Denkmal an einen polnischen Helden des Zweiten Weltkriegs und verleiht dem Wald zusätzlich eine nachdenkliche Stimmung. Ein paar steile Stufen später standen wir schließlich vor dem ehemaligen Höhleneingang. Viel erkennen konnte man durch die Absperrung leider nicht. Also drehten wir wieder um und spazierten gemütlich zurück. Praktisch war dabei nur, dass man zu Fuß problemlos am gesperrten Campingplatzeingang vorbeikam, an dem heute Autos wieder keine Chance hatten. 
durften auch raus

Mühe geben, das ist der Rest der Kirche

Erinnerung

wirklich schwarz in der Höhle

aha

kein Reinkommen

kein Rauskommen ...oder reinkommen

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir genauso entspannt, wie er begonnen hatte. Lesen, plaudern und einfach die ruhige Atmosphäre des Campingplatzes genießen, duschen und Abwaschen. Zum Abendessen gabs nur ne Dose Linseneintopf. Wir haben ja nix weiter gemacht.

Schlafplatz: Campingplatz Pivka Jama
Wetter: 20 grad sonnig
Essen: Linseneintopf
die lieben Kleinen


Samstag, 12. September 2026

12.09 - Wasserfälle, alte Seilbahnen und ein neugieriger Fuchs

Schade. Unser Wunsch, noch eine Nacht im wunderschönen Soča Tal zu bleiben, erfüllte sich leider nicht. Wie so oft in Slowenien war auch dieser Campingplatz komplett ausgebucht. Dabei hätten wir nach der gestrigen zwanzig Kilometer Wanderung nur zu gern einen entspannten Ruhetag eingelegt. Also hieß es morgens aufräumen, duschen und bis 11 Uhr auschecken. Kurz nach dem Check-out rollte Grummel wieder los. Vorher sammelten wir noch den Cache an der Brücke ein und warfen einen letzten Blick auf die herrlich smaragdgrüne Soča, die zwischen den weißen Kalkfelsen dahinrauschte. Ein schöner Abschied von diesem außergewöhnlichen Tal.
nix mehr mit brauner Brühe am Morgen, endlich wieder schön

kleine Schlucht

Gegen Mittag landeten wir auf einem bereits gut gefüllten Parkplatz. Dort machten wir erst einmal Pause. Axel kümmerte sich um die Suche nach einem neuen Übernachtungsplatz, während ich ein wenig am Blog schrieb. Vor allem genossen wir aber die warme Sonne, die sich nach den Regentagen endlich wieder durchgesetzt hatte. Direkt neben dem Parkplatz begann ein kleiner Rundweg entlang eines wilden Gebirgsflusses. Natürlich mussten wir los.
Und was für eine wunderbare Entscheidung das war. Hinter beinahe jeder Kurve eröffnete sich ein neuer Blick auf tosende Wasserfälle, glasklare Gumpen und unzählige kleine Rinnsale, die aus den steilen Felswänden hinabstürzten. Überall rauschte, plätscherte und donnerte Wasser. Die Geräuschkulisse war so gewaltig, dass Fotos ihr niemals gerecht werden könnten. Wir ließen uns viel Zeit und genossen jede einzelne Brücke und jeden Aussichtspunkt. Anschließend ging es weiter durchs Tal. Noch schnell einkaufen und dabei wieder einmal feststellen, dass Slowenien unserem Geldbeutel nicht gerade schmeichelt. Lebensmittel sind hier deutlich teurer, als wir erwartet hatten.
Wasser

und Brücken

auf engem Raum

total faszinierend

auf dem Weg nach unten

Unterwegs legten wir noch einen spannenden Stopp an einer historischen Materialseilbahn ein. Früher wurden mit solchen Anlagen Baumstämme und Holz aus den steilen Berghängen ins Tal transportiert. Kaum vorstellbar, welche technische Meisterleistung das damals gewesen sein muss. Die historische Seilbahn Golobar (Golobarska žičnica) eine der letzten erhaltenen Forstseilbahnen in Slowenien. Noch später wartete ein Cache der besonderen Art. Eine Webcam, mitten im Gebirge an einer engen Serpentine. Solche Webcam Caches sind inzwischen selten geworden und natürlich dauerte es nicht lange, bis wir uns selbst auf dem Livebild entdeckt hatten. Ein herrlich nostalgischer Geocaching Moment. Bevor wir den Campingplatz erreichten, stand noch ein liebevoll gestalteter Weihnachtscache auf dem Programm. Zwischen all den vielen Dosen der letzten Tage war dieser endlich einmal wieder in einem tadellosen Zustand und machte richtig Freude.
Cachesuche am Denkmal 

historische Seilbahn

nochmal

Weihnachtscache

wir auf nem Webcambild

Dann wurde es noch einmal spannend. Axel meinte, eine Abkürzung zum Campingplatz gefunden zu haben. Die endete allerdings direkt vor einer verschlossenen Schranke. Pech gehabt. Also zu Fuß zur Rezeption, den Schlüssel abgeholt und wenige Minuten später konnten wir ganz offiziell einchecken. Am Abend lief wieder unsere bewährte Campingküche auf Hochtouren. Aus Fleischkonserve, frischem Gemüse und einer guten Portion Gewürze entstand eine überraschend leckere Pfanne, die zusammen mit Reis genau das Richtige nach diesem Tag war. Den Ausklang übernahm schließlich ein Glas Rotwein, viele Gespräche und ein frecher Fuchs, der unseren frischen Müllbeutel für ein hervorragendes Abendbuffet hielt. Axel war zum Glück schneller als er.

Wetter: reichlich 20 grad sonnig
Essen: Pfanne mit Reis 

Blick am Morgen

unterwegs

lecker Essen

aha


Freitag, 11. September 2026

11.09 - Zur Quelle der smaragdgrünen Soča

Heute wurden wir gleich doppelt geweckt. Vom Wecker und vom Regen. Macht aber nichts, denn laut Wetterbericht sollte es gegen 11 Uhr aufklaren. Also gab es erst einmal Kaffee, wir packten unseren Rucksack und liefen gegen neun Uhr zur Bushaltestelle. Unser Plan war einfach. Mit dem Bus um 9:48 Uhr hinauf zur Soča Quelle und anschließend zu Fuß zurück zum Campingplatz. Besser hätte es kaum laufen können, denn wir erwischten den Touristenbus, der für Gäste der Region sogar kostenlos ist. Rund zwanzig Minuten schraubte sich der Bus durch das enge Trenta Tal immer höher in die beeindruckende Bergwelt des Triglav Nationalparks. Als wir ausstiegen, regnete es allerdings immer noch. Da wir wussten, dass oberhalb der Quelle eine kleine Berghütte liegt, machten wir es genau richtig. Statt durchnässt weiterzulaufen, kehrten wir erst einmal ein, bestellten heißen Kaffee und frische Croissants und saßen den Regen ganz gemütlich aus. Manchmal ist Geduld eben die beste Wanderstrategie.
unsere Haltestelle

Regen aussitzen

ist nicht mehr weit

es regnet - na und?

Von der Hütte bis zur Quelle sind es nur etwa fünfzehn Minuten. Schon unterwegs boten sich spektakuläre Ausblicke auf das tosende Wasser, das sich mit unglaublicher Kraft durch die engen Kalkfelsen zwängte. Kurz vor der Quelle wartete dann die eigentliche Herausforderung. Ein kurzer, aber anspruchsvoller Klettersteig führt hinauf- und hinunter zur Karstquelle. Alles ist gut mit Stahlseilen gesichert, doch die nassen Felsen machten jeden Schritt rutschig. Ich schaffte es bis zum höchsten Punkt und überließ Axel die letzten Meter hinunter zur Quelle. Dort schoss die Soča mit gewaltigem Druck direkt aus dem Felsen hervor. Ein faszinierendes Naturschauspiel und kaum zu glauben, dass aus diesem Felsspalt einer der schönsten Flüsse Europas entsteht. Der Rückweg über den Klettersteig verlangte noch einmal volle Konzentration. Danach begann unsere eigentliche Wanderung.
erstmal Bildung

und Ausblicke


das ist die Quelle

Tapfer

viel Druck

da runter hab ich mir gespart


Zunächst liefen wir ein Stück die Passstraße hinunter, bevor wir unterhalb der Bushaltestelle auf den berühmten Soča Trail abbogen. Von nun an schlängelte sich der schmale Pfad immer am Fluss entlang. Mal führte er über schottrige Abschnitte, mal über verwurzelte Waldwege, dann wieder direkt am Ufer oder hoch oberhalb der tief eingeschnittenen Schlucht. Wir konnten uns an dem wilden blaugrünen Wasser einfach nicht sattsehen. Nach den starken Regenfällen war die Soča zwar deutlich wilder als noch vor einigen Tagen, doch an vielen Stellen leuchtete sie trotzdem in ihrem unverwechselbaren Smaragdgrün. Unterwegs sammelten wir ganz nebenbei einige Caches ein und machten immer wieder Halt an kleinen und großen Wasserfällen. Durch den vielen Regen stürzten unzählige Wassermassen über die steilen Felswände ins Tal. Es war beeindruckend zu sehen, welche Kraft und Schönheit die Natur innerhalb weniger Stunden entfalten kann.
es rauschte

es rauschte gewaltig

es plätscherte

es murmelte

so schön...der Wasserfall

bridge over troubled water

Am Trenta Aussichtspunkt legten wir eine längere Pause ein. Immer wieder wanderten unsere Blicke hinüber zum Triglav. Wir hofften vergeblich, dass sich der höchste Berg Sloweniens wenigstens einmal aus den Wolken schälen würde. Heute behielt er sein Geheimnis für sich. Der Weg blieb abwechslungsreich bis zum Schluss. Ständig ging es über kleine Hängebrücken, durch saftig grüne Wiesen, über Felsen und wieder durch schattige Wälder. Gerade dieses ständige Auf und Ab machte den Soča Trail zu einer der schönsten Wanderungen unseres Urlaubs. Irgendwann beschlossen wir spontan, nicht am Campingplatz Schluss zu machen, sondern gleich bis zu einem Restaurant weiterzulaufen. Eine hervorragende Entscheidung. Gegen 18 Uhr ließen wir uns nach knapp zwanzig Kilometern endlich auf einen Stuhl fallen. Es gab köstliches slowenisches Essen, dazu ein einheimisches Bier und vor allem müde, aber glückliche Beine. Die letzten anderthalb Kilometer bis Grummel waren dann nur noch Formsache. Schuhe aus, Bier auf, ein Glas Sekt dazu und einfach nur sitzen. Viel besser kann ein Wandertag kaum enden.

Schlafplatz: Campingplatz Jelincic 
Wetter:bis 12 Uhr Regen, dann schön um die 20 grad
Essen: Cevapcici, Schnitzel 
Strecke: Soča Quelle bis Campingplatz über den Soča Trail ca. 20 km
Trenta Panorama


wunderschöner Fluss

Hängebrückenaxel

abwechslungsreicher Weg

Blick zurück 

man sieht förmlich, dass ich mich fürchte

Da lang

herrlich

der Stein zieht die Tür zu

gleich an der Futterquelle

gegrillte Polenta mit Blauschimmelkäsesauce
irre leckeres Schnitzel