Samstag, 25. April 2026

Zugfahrt mit den Berglustigen

Wochenlang plante Matze seine erste Tour für den TK Berglust 06. Fein säuberlich stand sie im Tourenkalender und es fanden sich einige Interessierte. Dann schlug der Krankheitshammer zu. Es erwischte mehrere Mitfahrer und zu guter Letzt den Tourenführer selbst. Doch Matze schaffte es, in der Nacht davor aus der Notaufnahme heraus Axel als Vertretung zu gewinnen. Am Samstag trafen sich dann sechs Leute am Bahnhof Mitte. Gerry hatte sich schon ein Ticket nach Holzhau gebucht, wir anderen konnten dank Deutschlandticket erst einmal losfahren. Unterwegs stiegen dann noch drei weitere Mitstreiter zu. Gut, dann fahren wir eben zu neunt Bahn. Während wir anderen schon quatschten, vertiefte sich Axel in den weiteren Ablauf. Das Umsteigen in Freiberg klappte ganz hervorragend und wir begannen, die Fahrt mit der kleinen Bimmelbahn zu genießen. 
ab zur Bimmelbahn

eindeutig unsere

letzte Station in Deutschland

Von Holzhau aus stand erst einmal ein Fußmarsch zum Bahnhof Moldava an. Unsere Ursel, immerhin schon stolze 80 Jahre alt, stapfte unmittelbar nach der Ankunft in Holzhau los und wir anderen brav hinterher oder vorneweg. Einer blieb immer bei ihr. Es war ein reines Vergnügen, durch die idyllische Landschaft zu wandern. Das Wetter wurde zusehends besser, Rauhreif auf den Wiesen, aber Sonne von oben und im Herzen. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es für Ursel doch zu weit bis zum Bahnhof Moldava ist. Kein Problem, wir planten um. In Moldava warteten wir dann picknickend und Bier trinkend eine gute Dreiviertelstunde auf einen Bus nach Teplice. Es wäre ohnehin kein Zug, sondern ein Schienenersatzverkehr gefahren, da war es egal. In Teplice hatten wir guten Anschluss nach Chomutov und die Pause reichte aus, um ein Bierchen für die Weiterfahrt zu organisieren. Kaum angekommen, gab es vom Tourenführer den Vorschlag, zum Globus zu gehen, etwas zu essen und danach noch schnell in ein Kneipchen einzukehren. Es ist kaum zu fassen, dass wir das tatsächlich in den zwei Stunden geschafft haben. Gemütlich aus dem Fenster schauend zuckelten wir anschließend hinauf nach Kupferberg. 
ganz ohne Grenzkontrolle
Wegweiser

idyllisch

Jegliche Anspannung, von der Frage nach der richtigen Fahrkarte bis hin zu der Sorge, ob Ursel den nächsten Zug schafft, fiel von allen ab und es blieb nur noch Genuss. In Kupferberg begrüßte uns die Sonne und wir verbrachten den restlichen Nachmittag beim kleinen Kirchlein auf dem Berg mit atemberaubenden Blicken ins Land. Danach kehrten wir in die Kneipe ein. Es floss reichlich Bier, es gab etwas zu essen und viel Gelächter. Einer kümmerte sich um unsere Zimmer und unser Freund Gregor unterstützte Axel beim Suchen nach Alternativen für den Heimweg. Der Tag forderte dann gegen halb zehn bei den Ersten seinen Tribut. Der harte Kern hielt länger durch und stapfte mit mit Bier gefüllten Plastikflaschen gegen 22 Uhr zur Unterkunft, um dort weiter zu verweilen. Bedauerlich für mich und Axel verwandelten sich zwei von uns in gefährliche Raubtiere oder eben in regelrechte Sägewerke, sodass wir schließlich in der Küche auf dem Boden schliefen. Der Sonntag startete mit Regen und Kälte. Da war es nicht schlimm, dass wir beschlossen, den kürzesten Heimweg zu nehmen und keine zusätzlichen Schleifen mehr zu fahren. 
Rumpal oder eben Windebaum

der Deckel
Kupferberg

Blick durch ein Loch im Gitter

Pünktlich um acht saßen wir beim Frühstück und Ursel brach rechtzeitig auf, damit wir den Zug um neun Uhr erreichen. Das gelang uns auch. Sehr abwechslungsreich ging es zurück nach Dresden. Zuerst mit der Minibimmelbahn nach Cranzahl, von dort weiter mit dem Zug nach Flöha, wo wir Gregor bereits verabschiedeten, und anschließend noch eine Station bis Oederan. Dann brachte uns der Schienenersatzverkehr nach Freiberg und von dort ging es weiter mit dem Zug nach Dresden-Plauen. In Tharandt verabschiedeten sich zwei weitere Mitreisende und der klägliche Rest löste sich schließlich in Dresden-Plauen auf. Axel, ich und Ursel beendeten damit die Berglustausfahrt. Es war ein abwechslungsreiches Wochenende, anders als geplant, aber schön. 




unterwegs


Blick ins Land vom Kupferberg

vorm Kapellchen

Da fehlt nur ein Stück Hinfahrt

Donnerstag, 26. März 2026

Fazit – Zwischen Sonne, Sturm und ziemlich viel Wasser

Acht Tage Gran Canaria. Klang nach Sonne, Wärme, ein bisschen Faulenzen. Bekommen haben wir Sonne, Sturm, Regen, Wasserfälle, gesperrte Wege, rutschige Pfade, braunes Meer, trockene Caches, nasse Schuhe, ein lernfähiges Auto und überraschend viele Planänderungen. Und genau das war perfekt. Diese Insel hat uns ziemlich schnell gezeigt, dass sie mehr kann als Postkartenidylle. Klar, es gab sie, die ruhigen Momente am Pool, das Bier auf der Terrasse, das entspannte Schlendern durch kleine Orte. Aber da war eben auch dieses andere Gesicht. Das Wilde durch Sturm Therese, der unendlich viel Wind und Wasser brachte und uns von den Bergen fernhielt.  Barrancos, die sich plötzlich in reißende Flüsse verwandeln. Wasserfälle, die aus dem Nichts auftauchen. Straßen, die einfach mal gesperrt sind, weil der Berg gerade beschlossen hat, ein Stück abzurutschen oder große Steine runterschmiss.

unser Hotel

so lieblich kann Meer sein

so auch

oder wild

Wasser aus den Bergen

Immer hinab in Richtung Meer

Und mittendrin wir, mit Wanderschuhen, Geocaching-App und einem erstaunlich stabilen Humor. Nicht jede geplante Tour hat funktioniert. Der Roque Nublo bleibt fürs nächste Mal. Klettersteige wurden zu Wasserfällen, Wege zu Flüssen und aus „wir gehen mal eben da lang“ wurde regelmäßig „ok… neuer Plan“. Aber genau daraus sind die besten Tage entstanden. Die Wanderung im Barranco de Azuaje, das Farbenspiel bei den Los Azulejos de Veneguera, die Runde um die Caldera de Bandama, das tobende Meer bei Las Palmas de Gran Canaria, und diese Momente, in denen man einfach nur dasteht und denkt: „Wow.“

Firgas

Wandern

Meer in Las Palmas

Vulkankrater Bandama

Blühende Bäume

Weiter Blick hinab

Wasserfälle und bunte Felsen

Dazu kamen die kleinen Dinge. Ein Bier am falschen Ort zur richtigen Zeit. Ein Eis in der Sonne nach einem Regentag. Ein Cache, der doch noch gefunden wurde. Das kinderfreie Hotel, herrlich nervenschonend für mich. Ein Parkplatz, der genau dann frei wurde, wenn man ihn brauchte. Und natürlich das Auto - liebevoll der Huppelfrosch genannt -  mit allem möglichem Schnickschnack, von Abstandsregelung, Spurassistent, Geschwindigkeitskontrollwahnsinn, das irgendwann beschlossen hat, selbstständig das Fernlicht zu regeln und ständig Luft im rechten Vorderreifen brauchte. Man wächst ja zusammen. Auch das „Nichtstun“ hatte seinen Platz. Essen gehen, ohne sich kümmern zu müssen. Einfach nur da sein. Und am Ende doch immer wieder losziehen, weil es draußen einfach zu viel zu entdecken gab.

unsere Biersammlung hat sich auch erweitert

Huppelfrosch

Süßes Nichtstun

Was bleibt? Das Gefühl, dass diese Reise anders war als geplant, aber genau deshalb so gut. Dass Wetter kein Störfaktor ist, sondern Teil des Erlebnisses. Und dass man manchmal einfach losgehen muss, auch wenn man nicht weiß, ob der Weg überhaupt passierbar ist.
Und ganz nebenbei haben wir festgestellt, dass wir offenbar wirklich miteinander alt werden "müssen". Bei Sonne, bei Sturm und wahrscheinlich auch bei zu wenig Luft im Reifen. Gran Canaria, wir kommen wieder. Dann vielleicht mit etwas weniger Wasser. Oder auch nicht.


Ntternkopf

im botanischen Garten

Sonne und Meer

ein letzter Blick aufs Meer

Mittwoch, 25. März 2026

25.03.2026 – Abschied von Gran Canaria

Heute klingelte der Wecker recht zeitig. Packen stand an, und ein letztes Frühstück in aller Ruhe. Mit Sekt, denn es war nicht nur unser letzter Urlaubstag, sondern auch unser 17. Jahrestag. Axel, dein Spruch von vor vielen Jahren hat sich wohl bewahrheitet. „Sonnenschein, da werden wir wohl doch miteinander alt werden müssen.“ Sieht ganz danach aus. Und als hätte Gran Canaria das gehört, zeigte sich das Wetter heute noch einmal von seiner besten Seite. Sonne zum Abschied. Nach dem Auschecken, noch vor zehn, fuhren wir zunächst zu einem Geocache. Der Besuch wurde allerdings schnell abgebrochen. Zu schlammig, zu steil, zu rutschig, das Risiko war es einfach nicht wert. Immerhin gab es noch einmal einen schönen Blick aufs Meer. Also Plan B. Wir steuerten noch einmal den Jardín Botánico Canario Viera y Clavijo an. Der Parkplatz war diesmal offen, der Garten zumindest teilweise auch. Die oberen Bereiche waren gesperrt, aber unten im Barranco konnte man wunderbar entlanglaufen.Und auch hier, natürlich, jede Menge Wasser. Ein letztes Mal liefen wir durch die beeindruckende Pflanzenwelt, die uns die ganze Reise über begleitet hatte, nur diesmal gebündelt an einem Ort. Überall blühte und wuchs es, Natternköpfe in verschiedenen Varianten, dazu Dickblattgewächse, Storchenschnabel, Kakteen und Palmen. Schön war’s. Und nach einem letzten Bierchen irgendwie auch schon vorbei. 
Herrliches Wetter, recht ruhiges Meer

Gründer des Gartens

Bildung

Viadukt im Botanischen Garten

Pflanzenwelt

Storchenschnabel

nur so halb echt

früh im Zimmer

nee nee lieber nicht runter

Langsam wurde klar, der Abschied rückt näher. Noch ein kurzer Einkaufsstopp, heute kocht schließlich niemand für uns, und ein kleiner Abstecher zu einem Leuchtturm. Mit Blick auf einen letzten kleinen Hafen ließen wir die Reise ausklingen.
Dann hieß es endgültig Abschied nehmen. Auto zurückgeben, Taschen sortieren, Shuttle zum Flughafen Gran Canaria, Gepäck aufgeben. Vor dem langen Flug blieb sogar noch Zeit, ein wenig draußen in der Sonne zu sitzen. Und da kamen sie dann, die Tränen. Warum geht schöne Zeit eigentlich immer so schnell vorbei? Sicherheitskontrolle, noch eine rauchen, dann rein in den Flieger. Der fünfstündige Flug verlief ruhig, zwei Gewitter gab es unterwegs, aber nichts Dramatisches. Wir starteten etwa 20 Minuten verspätet, kamen dank Rückenwind aber trotzdem pünktlich an. Das Gepäck ließ etwas auf sich warten, und der Zoll wollte auch noch einen Blick riskieren. Draußen stand zum Glück schon unser Shuttle zum Auto bereit. Gegen zwei Uhr nachts waren wir wieder zu Hause. Müde, voller Erlebnisse und ein bisschen traurig.

Wetter: sonnig, 23 Grad
Säulenkakteen

nur so

Leuchtturm

noch ein letzter Blick aufs Meer

kleiner Hafen


Dienstag, 24. März 2026

24.03.2026 – Regentag und dann doch nochmal Sonne

Nanu, als wir aufwachten, war draußen alles grau. Und das blieb auch erstmal so, selbst nach dem Frühstück, inklusive leichtem Regen. Also machten wir das, was man an solchen Tagen eben macht, wir trödelten. Axel suchte währenddessen nach einer Idee für den Tag, und schließlich fiel die Wahl auf den Jardín Botánico Canario Viera y ClavijoDann kam allerdings die Nachricht, dass die geplante Tour zum Roque Nublo wetterbedingt abgesagt werden muss. Oben in den Bergen war einfach zu viel los, zu viel Wasser, zu viele Steine, zu viele gesperrte Straßen. Sehr schade, aber hilft ja nichts, Sicherheit geht vor. Also ab ins Auto. Zuerst nahmen wir noch zwei Caches mit, einen an einem Aussichtspunkt, der uns das eher mäßige Wetter eindrucksvoll präsentierte, und einen bei einem verlassenen Auto, auch immer wieder spannend. Da unser Auto mal wieder nach Luft verlangte, fuhren wir erstmal an einer Tankstelle vorbei. Luft rein, Regen an. Und diesmal nicht nur ein bisschen, sondern richtig. Es schüttete so heftig, dass wir spontan beschlossen, einen kleinen Umweg einzulegen, nämlich zu DecathlonAxel hatte die ganze Woche schon angekündigt, dass wir dort landen, sobald es regnet. 
Ausblick von einem Cache aus

Hängt schwer drin das schlechte Wetter


unser Huppelfrosch

Aussicht ohne Aussicht

Früher war das so ein kleines Urlaubsritual. Ich war mir sicher, ich brauche nichts. Im Laden sah das dann ganz anders aus. „Oh, meine geliebte Schlumperhose.“ „Oh, schau mal, T-Shirts.“ „Die Jacke ist ja hübsch.“ „Ach, eine neue Mütze wäre auch nicht schlecht.“ Ratzfatz war der Korb voll. Bis auf eine zweite Hose habe ich alles mitgenommen. Auch Axel wurde fündig, und so hatte der Regentag zumindest etwas Gutes. Und dann, kaum zurück in Agaete, schien die Sonne. Natürlich. Ich setzte mich erstmal hin und schrieb ein bisschen am Blog, als ich plötzlich meinen Augen nicht traute. Axel stand in Badehose neben mir und meinte, er würde nur noch auf mich warten, um in den Pool zu gehen. Ich war kurz sprachlos.
Also schnell den Badeanzug an, und ohne großes Zögern ging er tatsächlich erst unter die kalte Dusche und dann direkt in den Pool. Das ich das noch erleben darf. Danach stand er grinsend da und meinte trocken, das Thema Baden hätte er für dieses Jahr jetzt auch erledigt. Nach dieser Erfrischung war der Tag schon weit fortgeschritten, aber ein kleiner Spaziergang ging noch. Also liefen wir noch einmal runter zum Meer, auf die andere Seite unseres Barrancos, zu den Rockpools. Das Wasser war immer noch braun, floss aber nicht mehr ganz so heftig ins Meer wie am Vortag. Und dann wurde es langsam ernst. Zum letzten Mal Abendessen, die Reste austrinken und ein bisschen wehmütig auf die letzten Tage zurückblicken. Unser Urlaub ist fast zu Ende.

Wetter: alles dabei, von Sonne bis Starkregen, 20 bis 23 Grad
Beweisbild

abends am Meer

gleich weg

durften auch mal raus

abendlicher Blick 

fließt immernoch

am Wegesrand

saftig grün