Donnerstag, 17. September 2026

17.09 - Ljubljana bei Regen

Am Vorabend ist es kaum vorstellbar gewesen, doch der Wetterbericht sollte tatsächlich recht behalten. Als wir morgens aufwachten, war es bewölkt und es dröppelte. Also wurde das Frühstück kurzerhand besonders gemütlich. Es gab Bleder Schnitte, heißen Kaffee und ganz viel Zeit, bevor wir uns auf den Weg nach Ljubljana machten. Dort angekommen regnete es dann in Strömen. Anstatt uns darüber zu ärgern, verlegten wir den Vormittag einfach ins Einkaufszentrum. Im Decathlon fand ich eine neue Jacke und Grummel bekam eine kleine LED Lampe. Im Eurospin wanderten gleich fünf Liter Wein in den Einkaufswagen und im Pandora durfte ein neuer Anhänger für mein Armband mit nach Hause. Ein erfolgreicher Shoppingtag, obwohl wir eigentlich etwas ganz anderes geplant hatten. Grummel blieb anschließend gut behütet auf dem Parkplatz zurück und wir fuhren mit dem Bus ins historische Zentrum. Mit Regenschirmen bewaffnet spazierten wir entlang der Ljubljanica, vorbei an unzähligen gemütlichen Cafés, eleganten Brücken und den wunderschönen barocken Fassaden der Altstadt. Aber so richtig Spaß macht es im Regen nicht. Der besonderen Charme erreichte uns nicht.
Bleder Schnitte

ganz allein auf weiter Flur

da stehen die zwei Bäume vom Vorabend

Motto des Tages

Da es in der Innenstadt mehrere virtuelle Geocaches gibt, machten wir an den unterschiedlichsten Ecken Fotos und hielten Ausschau nach den geforderten Details. Trotzdem waren wir uns einig, dass diese Stadt bei Sonnenschein vermutlich noch einmal ganz anders strahlt. Natürlich führte unser Weg auch zur berühmten Drachenbrücke. Die mächtigen grünen Drachen bewachen seit 1901 die Brücke und gelten als Wahrzeichen Ljubljanas. Für ein schnelles Selfie reichte der Regen gerade so aus, bevor wir weiterzogen. Ein paar Straßen weiter entdeckten wir wieder einen dieser herrlichen Prägeautomaten, aus denen man mit einer 5 Cent Münze ein Souvenir herstellen kann. Das Problem war nur, dass scheinbar niemand in Slowenien Kupfergeld besitzt. Nach mehreren erfolglosen Versuchen halfen uns schließlich zwei deutsche Touristen mit einer passenden Münze aus. So haben wir nun beide ein kleines Ljubljana Andenken zum Mitnehmen. Das Mittagessen fiel reichlich spät aus, konnte aber draußen und ohne Regen verspachtelt werden.
Blick von einer der unzähligen Brücken

auf einer der unzähligen Brücken

und noch eine

Kunst

Selfie an der Drachenbrücke

Mittag

jetzt können wir kurbeln

Am Nachmittag ging es mit der Standseilbahn hinauf zur Burg von Ljubljana. Ehrlich gesagt wurden wir mit der Anlage nicht ganz warm. Moderne Architektur trifft dort auf historische Mauern und zusätzlich kostet beinahe jeder Ausstellungsbereich noch einmal extra Eintritt. So richtig begeistert hat uns das leider nicht. Wir schlenderten trotzdem eine ganze Weile über das Burggelände, suchten einen weiteren Cache und gönnten uns mit Blick über die Dächer der Stadt ein entspanntes Bier. Wenigstens hatte der Regen inzwischen ganz aufgehört und die ersten hellen Wolken ließen sogar ein wenig Licht durch. Der Rückweg führte diesmal nicht am Fluss entlang, sondern durch die verwinkelten Fußgängerzonen der Altstadt. Dadurch entdeckten wir viele kleine Details, die man sonst leicht übersieht. Gewaltig verzierte Kirchentüren, kunstvolle Innenhöfe und sogar eine wunderschöne Darstellung der Justitia, verborgen in einem alten Torbogen. Mit dem Bus ging es schließlich zurück zu Grummel. Anschließend fuhren wir noch etwa eine Stunde mautfrei Richtung Norden zum Camperstop Grof, wo wir unsere letzte Nacht in Slowenien verbrachten. Ein ruhiger Stellplatz und ein passender Ort, um auf zwei wundervolle Wochen voller Berge, Höhlen, Flüsse und unvergesslicher Erlebnisse zurückzublicken.

Schlafplatz: Camperstop Grof
Wetter: Regen, 16 grad
Essen: Cevapcici und Hühnersticks 

alter Wehrgang

Überblick

mal wieder ein Drache

tolle Kirchentür

Fußgängerzone

ja sie ist blind

auf der Burg

Blick von der Seilbahn



Mittwoch, 16. September 2026

16.09 - Škocjan Höhlen

Da wir unsere Führung erst für 14 Uhr gebucht hatten, gehörte der Vormittag ganz uns. Bis 11 Uhr durften wir noch auf dem Campingplatz bleiben. Also wanderte das Solarpanel in die Sonne, während wir gemütlich im Internet stöberten, ein paar Handarbeiten erledigten und einfach die herrliche Ruhe genossen. Nach dem Abwasch und dem Auffüllen unseres Frischwassers verließen wir pünktlich die Wiese und steuerten den ersten Geocache des Tages an. Anschließend machten wir an der winzigen, idyllisch gelegenen Dorfkirche Pause. Dort saßen wir bis kurz vor 13 Uhr und genossen die warme Septembersonne. Ein Einheimischer kam vorbei und machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass man auf dem Parkplatz nicht übernachten dürfe. Unsere Erklärung, dass wir lediglich eine Mittagspause einlegten, genügte ihm sofort. Danach nutzte er die Gelegenheit, noch ein wenig Werbung für seinen Honig zu machen. So sympathisch das war, diesmal blieb es beim netten Gespräch.
Strom :-)

Pausenplatz


Am Besucherzentrum der Škocjanske jame wartete die nächste Überraschung. Der Parkplatz war tatsächlich kostenlos. Bis zum Start der Führung spazierten wir noch etwas durch die wunderschöne Karstlandschaft, bevor wir im Wartebereich Platz nahmen. Punkt 14 Uhr begann unsere Tour. Vom Besucherzentrum führt zunächst ein längerer Fußweg durch den Wald bis zum eigentlichen Höhleneingang. Unser Guide war zwar ausgesprochen professionell, wirkte allerdings etwas lustlos und führte die Gruppe durch den ersten Teil der Höhle ziemlich zügig. Schade, denn genau dort hätte man gern noch viel länger verweilt. Fotografieren ist in der Höhle leider verboten. Vielleicht macht gerade das den Eindruck noch intensiver. Riesige Hallen, bizarre Tropfsteinformationen und dunkle Felspassagen ließen mich immer wieder an die Minen von Moria aus Der Herr der Ringe denken. Es fehlten eigentlich nur noch Gandalf und ein paar Zwerge. Nach den stillen Höhlenabschnitten änderte sich plötzlich alles. Tief unter uns donnerte die Reka durch die gewaltige Schlucht, während sich der schmale Weg hoch oben an der Felswand entlangschlängelte. Die Martel Halle gehört zu den größten unterirdischen Canyons Europas und genau so fühlte sie sich auch an. Gewaltig, rau und gleichzeitig unglaublich beeindruckend. Das ständige Auf und Ab über Brücken und Treppen machte die Tour zwar sportlich, aber jede einzelne Stufe war die Aussicht wert. 
Gerade sitzen

Ausblick vorher

der Ausgang - ab hier durfte man wieder knipsen

draußen

war auch mit

Hochwassermarke - kein Witz

heimlich drinnen

Nach etwa 75 Minuten erreichten wir das Ende der Führung. Dort erklärte man uns drei verschiedene Rückwege zum Besucherzentrum. Natürlich entschieden wir uns für den längsten und landschaftlich schönsten. Zunächst führte der Pfad an einer eingestürzten Doline entlang. Zwischen den Bäumen eröffneten sich immer wieder traumhafte Blicke auf die tief eingeschnittene Schlucht, die türkisgrüne Reka und mehrere kleine Wasserfälle. Wenig später verschwand der Weg erneut im Berg. Gut gesichert und dezent beleuchtet verlief er durch einen weiteren Höhlenabschnitt. Dieser Teil war für mich fast noch schöner als die eigentliche Führung. Wieder fühlte ich mich wie mitten in Mittelerde. Der letzte Abschnitt führte gemütlich bergauf entlang des Flusses zurück zum Ausgangspunkt. Am Ende waren wir uns beide einig, dass dieser Rundweg das Erlebnis erst vollkommen gemacht hat.
mal wieder Wasserfall

er tut nur so 

in den Minen von Moria 1

in den Minen von Moria 2

wohnt da der Balrog?

auch hier auf und ab

Obwohl das Meer nur noch einen Katzensprung entfernt gewesen wäre, hieß unsere Richtung nun endgültig Norden. Nach etwa zwei Stunden Fahrt und einer kleinen Einkaufspause erreichten wir Ribnica. Dort spazierten wir noch zu einem Geocache und belohnten uns anschließend mit einer wirklich fabelhaften Pizza. Unser Schlafplatz lag nur wenige Minuten entfernt auf dem Hirschwaldhof. Der kleine Stellplatz überzeugte uns sofort. Selbst Check-in, ein sauberer Sanitärcontainer mit Toilette und Dusche und sogar eine Waschmaschine. Mehr braucht man manchmal gar nicht. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, erklang plötzlich Musik aus dem Dorf. Neugierig lauschten wir und beobachteten einen kleinen Festumzug. Rund zwanzig Dorfbewohner und zwei Gabelstapler mit zwei geschmückten Bäume zogen durch den Ort und wurden von fröhlicher Musik begleitet. Axel fand später heraus, dass es sich um einen traditionellen slowenischen Hochzeitsbrauch handelt. Aus den Bäumen wird vor dem Haus der Brauteltern ein festliches Tor errichtet, durch das die Braut symbolisch in ihren neuen Lebensabschnitt schreitet. Ein wunderschöner, lebendiger Abschluss eines ohnehin unvergesslichen Tages.

Schlafplatz: Camperstop Hirschwaldhof 
Wetter: 25 Grad sonnig
Essen: Pizza vom Feinsten 
draußen

Ausweg?

Felsen und Höhlen - Karst eben

kam man nicht mehr hin

Ribnica
toller Sanitärcontainer auf dem Hirschwaldhof

Dienstag, 15. September 2026

15.09 - Höhlenburg Predjama

Heute hieß es Abschied nehmen von unserem Campingplatz. Bevor wir losfuhren, wurde aber erst einmal gründlich aufgeräumt. Große Hausordnung, duschen und alles wieder an seinen Platz räumen. Es ist jedes Mal erstaunlich, wie gut sich das anfühlt, wenn im Camper wieder Ordnung herrscht. Gegen 10 Uhr checkten wir aus und rollten gemütlich los. Unser erster kurzer Stopp galt natürlich einem Geocache. Direkt daneben lag eine kleine Höhle, in die man etwa 120 Meter hineinlaufen kann. Eigentlich hätten wir sie gern erkundet, aber unsere Stirnlampen lagen gut verstaut im Auto und die Faulheit gewann. Also blieb es beim vorderen, dämmrigen Teil der Höhle und dem Cache. Dann begann der kulturelle Höhepunkt des Tages. Wir besuchten die spektakuläre Höhlenburg Predjama, die größte Höhlenburg der Welt. Das Ticket hatten wir bereits am Vortag zusammen mit der Höhle von Postojna gekauft. Vor Ort luden wir nur noch den deutschsprachigen Audioguide herunter und stürzten uns direkt ins Gewusel.
hinein

im vorderen Teil

da kommt sie 

Schon der erste Anblick ist einfach unglaublich. Die Burg klebt förmlich in einer gewaltigen, senkrechten Felswand und verschmilzt so perfekt mit dem Karstfelsen, dass man sie von oben tatsächlich kaum erkennen würde. Genau diese außergewöhnliche Lage machte Predjama über Jahrhunderte nahezu uneinnehmbar. Der Rundgang ist hervorragend gestaltet. Man gelangt in nahezu alle Bereiche der Burg, spaziert durch gemütliche Wohnräume, finstere Waffenkammern und Vorratslager und steigt unzählige knarrende Treppen hinauf und wieder hinunter. Immer wieder öffnen sich kleine Fenster mit traumhaften Ausblicken über die sattgrüne Landschaft des slowenischen Karsts. Besonders spannend wurde es ganz zum Schluss. Dort führt der Weg in den natürlichen Höhlenteil hinter der Burg. Hierhin konnten sich die Bewohner im Ernstfall zurückziehen. Der berühmteste Burgherr war der Raubritter Erasmus von Predjama, der im 15. Jahrhundert der Legende nach über einen geheimen Höhlengang das Tal auf der Rückseite des Berges erreichte und so monatelang einer Belagerung trotzte. Verrückt, wie geschickt der gewaltige Felsen genutzt wurde und wie wenig zusätzliches Baumaterial überhaupt nötig war. Die Zeit verging wie im Flug. Geschichte kann wirklich spannend sein, wenn sie an einem so beeindruckenden Ort erzählt wird. Zum Abschluss setzten wir uns noch in die warme Septembersonne. Es gab Bier, ein Glas Sekt, frische Brötchen und dazu diesen herrlichen Blick auf die majestätische Burg. Viel gemütlicher kann eine Mittagspause kaum sein.
Kaum zu glauben, dass man die von oben nicht sieht

wenig Möbel aber schick

Innenklo

Wohnraum

Ausblick aus der Burg

Wege 

soll Wünsche erfüllen - hat nicht geklappt

Entwässerung

Erasmusgang

Ausblick

Burgfräulein

Irgendwann schlumperten wir zurück zum Auto und fuhren weiter. Unterwegs legten wir noch einen Halt für einen Eisenbahncache ein. Bevor es allerdings auf Dosensuche ging, musste ich erst einmal ein kleines Nickerchen machen. Danach half ich Axel dann beim Lösen und Finden des Caches. Und schon war der Nachmittag fast vorbei und wir steuerten unseren nächsten Schlafplatz an. Gegen 17 Uhr baute Axel neugierig das Solarpanel auf, um unsere Powerstation zu laden. Eigentlich hatten wir noch reichlich Energie, aber ausprobieren wollten wir die Anlage natürlich trotzdem. Der Rest des Tages verging entspannt mit Handarbeiten, Blog schreiben und Axel lernte noch ein wenig für das THW. Dann mal fix in die Kiste geguckt, was wir essen könnten und die Fertigmischung zubereitet. Es wurde abends ganz schön kalt auf unserer Wiese, so dass wir beizeiten im Bett verschwanden.

Schlafplatz: Campingwiese
Wetter: 25 Grad, sonnig
Essen: Nudeln mit Käsesauce
kleine Fenster

Eisenbahnweg

am Cache

Sonne fürs Panel

Burgbesitzer?