Sonntag, 20. September 2026

20.09. - Slowenien ein Fazit

Zwei Wochen sind wir mit Grummel durch Slowenien gereist. Wir haben die julischen Alpen erkundet, türkisfarbene Flüsse gesehen, spektakuläre Höhlen besucht, auf kleinen und großen Campingplätzen übernachtet und unzählige Geocaches eingesammelt. Landschaftlich hat uns Slowenien wirklich beeindruckt. Der Karst mit seinen gewaltigen Höhlensystemen, die dichten Wälder, riesigen Bergen und die idyllischen Täler sind etwas ganz Besonderes. Und trotzdem werden wir wahrscheinlich nicht noch einmal nach Slowenien reisen. Der Hauptgrund ist tatsächlich das Verhältnis von Preis und Leistung. Slowenien gehört inzwischen zu den teuersten Ländern, die wir mit dem Camper bereist haben. Camping ist alles andere als günstig. 20€ für eine Nacht ohne Mehrwert auf einem Schotterplatz? Viele Plätze waren lange im Voraus ausgebucht, sodass Reservierungen Pflicht sind. Für spontane Camper wie uns ist das eher unpraktisch. Positiv überrascht haben uns allerdings die kleinen Camperstopps. Sie waren oft liebevoll angelegt, unkompliziert und boten mit Selbst Check-in, sauberen Sanitäranlagen und fairen Preisen genau das, was wir unterwegs brauchen. Davon dürfte es gern noch mehr geben.
Julische Alpen

Wandern


blaues Wasser

herrliches Abendlicht
Wunderschönes Sočatal

Was uns ebenfalls aufgefallen ist, sind die strengen Regeln rund ums Übernachten. Wildcampen ist praktisch ausgeschlossen. An nahezu jedem Parkplatz stehen deutliche Verbotsschilder und man merkt schnell, dass das Thema konsequent gehandhabt wird. Das nimmt einer Camperreise ein gutes Stück Freiheit. Dabei gab es viele echte Highlights. Die riesige Postojnska jama und die mystische Škocjanske jama gehören ohne Frage zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen, die wir je gesehen haben. Auch die spektakuläre Burg Predjama und das wunderbare Sočatal haben uns begeistert. Diese Orte werden uns definitiv in Erinnerung bleiben. 
blaues Wasser

Wasserspiele


verspielte Abdeckungen

Tropfsteine 

ohne Ende Naturschönheit

Unser persönliches Fazit lautet deshalb: Slowenien ist wunderschön, aber für uns stimmt das Gesamtpaket nicht. Die Natur ist grandios, doch die hohen Preise, die eingeschränkte Spontanität beim Campen und das Gefühl, für vieles etwas zu viel zu bezahlen, überwiegen am Ende. Wir sind froh, das Land kennengelernt zu haben. Es war eine tolle Reise mit vielen unvergesslichen Momenten. Aber unsere nächste Campingtour wird uns wohl in ein anderes Land führen.




überraschende Ecken

berühmte Burg

Wasserfang

Mittelerdefeeling

Moria

Burg in Ljubljana

zwei Drachen

Samstag, 19. September 2026

18. + 19.09 - Heimreise durch Österreich und Tschechien

Der letzte Morgen in Slowenien begann erstaunlich früh. Ohne Wecker waren wir beizeiten wach und erstaunlich schnell startklar. Kurz vor zehn rollten wir vom Stellplatz und machten noch einen allerletzten Einkauf. Natürlich mussten noch ein paar Flaschen Cockta, die jugoslawisch/slowenische Kultlimonade, mit nach Hause. Bevor wir die Grenze hinter uns ließen, wartete selbstverständlich noch ein Geocache auf uns. Ganz ohne Dose verabschieden wir uns schließlich nicht aus Slowenien. Unser Weg führte bewusst nicht über die mautpflichtige Autobahn, sondern gemütlich über malerische Landstraßen durch Österreich. Genau das mögen wir am meisten. Kleine Dörfer, saftig grüne Wiesen, schroffe Berge und immer wieder traumhafte Ausblicke. Einen Zwischenstopp machten wir am Steyrdurchbruch in Oberösterreich. Dort hatten wir einen Multi Cache ausgesucht. Die Steyr hat sich hier über Jahrtausende tief durch den Dolomitfels gegraben und eine beeindruckende Schlucht mit glasklarem, fast smaragdgrünem Wasser geschaffen. Das historische Jugendstil Kraftwerk fügt sich dabei erstaunlich harmonisch in die wilde Landschaft ein und macht diesen Ort zu einem echten Naturjuwel. Nach der kleinen Wanderung und erfolgreich gelöstem Cache ging es weiter Richtung Norden. Gegen 19 Uhr erreichten wir schließlich Tschechien. Viel Energie hatten wir nicht mehr, deshalb wurde der Parkplatz kurzerhand zum Nachtlager. Vorher gönnten wir uns noch ein Abendessen beim Asiaten. 

letzter Schlafplatz in Slowenien

Blick am Morgen

Museum, Garage, Werkstatt

Letzte Höhle - letzter Cache in Slowenien

hinten zu

Kraftwerk 


Am nächsten Morgen gabs Kaffee und Hörnchen auf dem Parkplatz an der Moldau in 
Vyšší Brod. Direkt an der Brücke wartete schon der nächste Geocache und anschließend drehten wir eine gemütliche Runde durch den historischen Klosterort. Das imposante Zisterzienserkloster Vyšší Brod prägt den gesamten Ort und verleiht ihm eine wunderbar ruhige, beinahe zeitlose Atmosphäre. Wir schlumperten etwas herum und genossen die Rohe. Natürlich zog es uns auch an die Moldau. Das Wasser glitzerte in der Septembersonne und an einem kleinen Wehr blieben wir lange stehen und beobachteten die kraftvollen Wassermassen und mehr oder minder geschickte Wassersportler. Dazu gab es später eine wohlverdiente Bierpause mit herrlichem Blick auf den Fluss und den ersten Ideen zum Befahren dieses Flusses im nächsten Jahr. Solche ungeplanten Momente sind oft die schönsten einer Reise. Weniger erfolgreich verlief zunächst die Suche nach dem Mittagessen. Restaurant Nummer eins hatte Urlaub. Nummer zwei Ruhetag. Und bei Nummer drei standen wir vor offenen Türen, aber mit geschlossener Gesellschaft. Langsam wurde es schon fast komisch. Zum Glück fanden wir schließlich doch noch ein geöffnetes Gasthaus und konnten für die letzten Kilometer noch Kraft tanken. Und da uns in Slowenien mit ab 2,50 € die Kugel Eis zu teuer war, gabs genau am Auftakteisstand in CZ auch das Abschiedseis. Gegen 19 Uhr rollten wir endlich zu Hause auf den Hof. Nach zwei erlebnisreichen Wochen war das Auspacken erstaunlich schnell erledigt. Gerade einmal 45 Minuten später war der Camper leer und wir fielen müde, aber glücklich aufs Sofa.


Schlafplatz: Vyšší Brod Parkplatz

Wetter: Sonnig mit Wind

Essen: Chinanudeln/ Gulasch mit Knödeln

Nebel am Morgen

Nepomuk

Kirche

2x Kloster

2x Schatten
Am Wehr

scheint gefährlich zu sein

Moldau

spätes Mittagessen

total leckeres Eis






Donnerstag, 17. September 2026

17.09 - Ljubljana bei Regen

Am Vorabend ist es kaum vorstellbar gewesen, doch der Wetterbericht sollte tatsächlich recht behalten. Als wir morgens aufwachten, war es bewölkt und es dröppelte. Also wurde das Frühstück kurzerhand besonders gemütlich. Es gab Bleder Schnitte, heißen Kaffee und ganz viel Zeit, bevor wir uns auf den Weg nach Ljubljana machten. Dort angekommen regnete es dann in Strömen. Anstatt uns darüber zu ärgern, verlegten wir den Vormittag einfach ins Einkaufszentrum. Im Decathlon fand ich eine neue Jacke und Grummel bekam eine kleine LED Lampe. Im Eurospin wanderten gleich fünf Liter Wein in den Einkaufswagen und im Pandora durfte ein neuer Anhänger für mein Armband mit nach Hause. Ein erfolgreicher Shoppingtag, obwohl wir eigentlich etwas ganz anderes geplant hatten. Grummel blieb anschließend gut behütet auf dem Parkplatz zurück und wir fuhren mit dem Bus ins historische Zentrum. Mit Regenschirmen bewaffnet spazierten wir entlang der Ljubljanica, vorbei an unzähligen gemütlichen Cafés, eleganten Brücken und den wunderschönen barocken Fassaden der Altstadt. Aber so richtig Spaß macht es im Regen nicht. Der besonderen Charme erreichte uns nicht.
Bleder Schnitte

ganz allein auf weiter Flur

da stehen die zwei Bäume vom Vorabend

Motto des Tages

Da es in der Innenstadt mehrere virtuelle Geocaches gibt, machten wir an den unterschiedlichsten Ecken Fotos und hielten Ausschau nach den geforderten Details. Trotzdem waren wir uns einig, dass diese Stadt bei Sonnenschein vermutlich noch einmal ganz anders strahlt. Natürlich führte unser Weg auch zur berühmten Drachenbrücke. Die mächtigen grünen Drachen bewachen seit 1901 die Brücke und gelten als Wahrzeichen Ljubljanas. Für ein schnelles Selfie reichte der Regen gerade so aus, bevor wir weiterzogen. Ein paar Straßen weiter entdeckten wir wieder einen dieser herrlichen Prägeautomaten, aus denen man mit einer 5 Cent Münze ein Souvenir herstellen kann. Das Problem war nur, dass scheinbar niemand in Slowenien Kupfergeld besitzt. Nach mehreren erfolglosen Versuchen halfen uns schließlich zwei deutsche Touristen mit einer passenden Münze aus. So haben wir nun beide ein kleines Ljubljana Andenken zum Mitnehmen. Das Mittagessen fiel reichlich spät aus, konnte aber draußen und ohne Regen verspachtelt werden.
Blick von einer der unzähligen Brücken

auf einer der unzähligen Brücken

und noch eine

Kunst

Selfie an der Drachenbrücke

Mittag

jetzt können wir kurbeln

Am Nachmittag ging es mit der Standseilbahn hinauf zur Burg von Ljubljana. Ehrlich gesagt wurden wir mit der Anlage nicht ganz warm. Moderne Architektur trifft dort auf historische Mauern und zusätzlich kostet beinahe jeder Ausstellungsbereich noch einmal extra Eintritt. So richtig begeistert hat uns das leider nicht. Wir schlenderten trotzdem eine ganze Weile über das Burggelände, suchten einen weiteren Cache und gönnten uns mit Blick über die Dächer der Stadt ein entspanntes Bier. Wenigstens hatte der Regen inzwischen ganz aufgehört und die ersten hellen Wolken ließen sogar ein wenig Licht durch. Der Rückweg führte diesmal nicht am Fluss entlang, sondern durch die verwinkelten Fußgängerzonen der Altstadt. Dadurch entdeckten wir viele kleine Details, die man sonst leicht übersieht. Gewaltig verzierte Kirchentüren, kunstvolle Innenhöfe und sogar eine wunderschöne Darstellung der Justitia, verborgen in einem alten Torbogen. Mit dem Bus ging es schließlich zurück zu Grummel. Anschließend fuhren wir noch etwa eine Stunde mautfrei Richtung Norden zum Camperstop Grof, wo wir unsere letzte Nacht in Slowenien verbrachten. Ein ruhiger Stellplatz und ein passender Ort, um auf zwei wundervolle Wochen voller Berge, Höhlen, Flüsse und unvergesslicher Erlebnisse zurückzublicken.

Schlafplatz: Camperstop Grof
Wetter: Regen, 16 grad
Essen: Cevapcici und Hühnersticks 

alter Wehrgang

Überblick

mal wieder ein Drache

tolle Kirchentür

Fußgängerzone

ja sie ist blind

auf der Burg

Blick von der Seilbahn