Samstag, 19. September 2026

18. + 19.09 - Heimreise durch Österreich und Tschechien

Der letzte Morgen in Slowenien begann erstaunlich früh. Ohne Wecker waren wir beizeiten wach und erstaunlich schnell startklar. Kurz vor zehn rollten wir vom Stellplatz und machten noch einen allerletzten Einkauf. Natürlich mussten noch ein paar Flaschen Cockta, die jugoslawisch/slowenische Kultlimonade, mit nach Hause. Bevor wir die Grenze hinter uns ließen, wartete selbstverständlich noch ein Geocache auf uns. Ganz ohne Dose verabschieden wir uns schließlich nicht aus Slowenien. Unser Weg führte bewusst nicht über die mautpflichtige Autobahn, sondern gemütlich über malerische Landstraßen durch Österreich. Genau das mögen wir am meisten. Kleine Dörfer, saftig grüne Wiesen, schroffe Berge und immer wieder traumhafte Ausblicke. Einen Zwischenstopp machten wir am Steyrdurchbruch in Oberösterreich. Dort hatten wir einen Multi Cache ausgesucht. Die Steyr hat sich hier über Jahrtausende tief durch den Dolomitfels gegraben und eine beeindruckende Schlucht mit glasklarem, fast smaragdgrünem Wasser geschaffen. Das historische Jugendstil Kraftwerk fügt sich dabei erstaunlich harmonisch in die wilde Landschaft ein und macht diesen Ort zu einem echten Naturjuwel. Nach der kleinen Wanderung und erfolgreich gelöstem Cache ging es weiter Richtung Norden. Gegen 19 Uhr erreichten wir schließlich Tschechien. Viel Energie hatten wir nicht mehr, deshalb wurde der Parkplatz kurzerhand zum Nachtlager. Vorher gönnten wir uns noch ein Abendessen beim Asiaten. 

letzter Schlafplatz in Slowenien

Blick am Morgen

Museum, Garage, Werkstatt

Letzte Höhle - letzter Cache in Slowenien

hinten zu

Kraftwerk 

Steyrdurchbruch

Am nächsten Morgen gabs Kaffee und Hörnchen auf dem Parkplatz an der Moldau in 
Vyšší Brod. Direkt an der Brücke wartete schon der nächste Geocache und anschließend drehten wir eine gemütliche Runde durch den historischen Klosterort. Das imposante Zisterzienserkloster Vyšší Brod prägt den gesamten Ort und verleiht ihm eine wunderbar ruhige, beinahe zeitlose Atmosphäre. Natürlich zog es uns auch an die Moldau. Das Wasser glitzerte in der Septembersonne und an einem kleinen Wehr blieben wir lange stehen und beobachteten die kraftvollen Wassermassen und mehr oder minder geschickte Wassersportler. Dazu gab es eine wohlverdiente Bierpause mit herrlichem Blick auf den Fluss. Solche ungeplanten Momente sind oft die schönsten einer Reise. Weniger erfolgreich verlief zunächst die Suche nach dem Mittagessen. Restaurant Nummer eins hatte Urlaub. Nummer zwei Ruhetag. Und bei Nummer drei standen wir vor offenen Türen, aber mit geschlossener Gesellschaft. Langsam wurde es schon fast komisch. Zum Glück fanden wir schließlich doch noch ein geöffnetes Gasthaus und konnten für die letzten Kilometer noch Kraft tanken. Und da uns in Slowenien mit ab 2,50 € die Kugel Eis zu teuer war, gabs genau am Auftakteisstand in CZ auch das Abschiedseis. Gegen 19 Uhr rollten wir endlich zu Hause auf den Hof. Nach zwei erlebnisreichen Wochen war das Auspacken erstaunlich schnell erledigt. Gerade einmal 45 Minuten später war der Camper leer und wir fielen müde, aber glücklich aufs Sofa.

Schlafplatz: Vyšší Brod Parkplatz

Wetter: Sonnig mit Wind

Essen: Chinanudeln/ Gulasch mit Knödeln

Nebel am Morgen

Nepomuk

Kirche

2x Kloster

2x Schatten
Am Wehr

scheint gefährlich zu sein

Moldau

spätes Mittagessen

total leckeres Eis






Donnerstag, 17. September 2026

17.09 - Ljubljana bei Regen

Am Vorabend ist es kaum vorstellbar gewesen, doch der Wetterbericht sollte tatsächlich recht behalten. Als wir morgens aufwachten, war es bewölkt und es dröppelte. Also wurde das Frühstück kurzerhand besonders gemütlich. Es gab Bleder Schnitte, heißen Kaffee und ganz viel Zeit, bevor wir uns auf den Weg nach Ljubljana machten. Dort angekommen regnete es dann in Strömen. Anstatt uns darüber zu ärgern, verlegten wir den Vormittag einfach ins Einkaufszentrum. Im Decathlon fand ich eine neue Jacke und Grummel bekam eine kleine LED Lampe. Im Eurospin wanderten gleich fünf Liter Wein in den Einkaufswagen und im Pandora durfte ein neuer Anhänger für mein Armband mit nach Hause. Ein erfolgreicher Shoppingtag, obwohl wir eigentlich etwas ganz anderes geplant hatten. Grummel blieb anschließend gut behütet auf dem Parkplatz zurück und wir fuhren mit dem Bus ins historische Zentrum. Mit Regenschirmen bewaffnet spazierten wir entlang der Ljubljanica, vorbei an unzähligen gemütlichen Cafés, eleganten Brücken und den wunderschönen barocken Fassaden der Altstadt. Aber so richtig Spaß macht es im Regen nicht. Der besonderen Charme erreichte uns nicht.
Bleder Schnitte

ganz allein auf weiter Flur

da stehen die zwei Bäume vom Vorabend

Motto des Tages

Da es in der Innenstadt mehrere virtuelle Geocaches gibt, machten wir an den unterschiedlichsten Ecken Fotos und hielten Ausschau nach den geforderten Details. Trotzdem waren wir uns einig, dass diese Stadt bei Sonnenschein vermutlich noch einmal ganz anders strahlt. Natürlich führte unser Weg auch zur berühmten Drachenbrücke. Die mächtigen grünen Drachen bewachen seit 1901 die Brücke und gelten als Wahrzeichen Ljubljanas. Für ein schnelles Selfie reichte der Regen gerade so aus, bevor wir weiterzogen. Ein paar Straßen weiter entdeckten wir wieder einen dieser herrlichen Prägeautomaten, aus denen man mit einer 5 Cent Münze ein Souvenir herstellen kann. Das Problem war nur, dass scheinbar niemand in Slowenien Kupfergeld besitzt. Nach mehreren erfolglosen Versuchen halfen uns schließlich zwei deutsche Touristen mit einer passenden Münze aus. So haben wir nun beide ein kleines Ljubljana Andenken zum Mitnehmen. Das Mittagessen fiel reichlich spät aus, konnte aber draußen und ohne Regen verspachtelt werden.
Blick von einer der unzähligen Brücken

auf einer der unzähligen Brücken

und noch eine

Kunst

Selfie an der Drachenbrücke

Mittag

jetzt können wir kurbeln

Am Nachmittag ging es mit der Standseilbahn hinauf zur Burg von Ljubljana. Ehrlich gesagt wurden wir mit der Anlage nicht ganz warm. Moderne Architektur trifft dort auf historische Mauern und zusätzlich kostet beinahe jeder Ausstellungsbereich noch einmal extra Eintritt. So richtig begeistert hat uns das leider nicht. Wir schlenderten trotzdem eine ganze Weile über das Burggelände, suchten einen weiteren Cache und gönnten uns mit Blick über die Dächer der Stadt ein entspanntes Bier. Wenigstens hatte der Regen inzwischen ganz aufgehört und die ersten hellen Wolken ließen sogar ein wenig Licht durch. Der Rückweg führte diesmal nicht am Fluss entlang, sondern durch die verwinkelten Fußgängerzonen der Altstadt. Dadurch entdeckten wir viele kleine Details, die man sonst leicht übersieht. Gewaltig verzierte Kirchentüren, kunstvolle Innenhöfe und sogar eine wunderschöne Darstellung der Justitia, verborgen in einem alten Torbogen. Mit dem Bus ging es schließlich zurück zu Grummel. Anschließend fuhren wir noch etwa eine Stunde mautfrei Richtung Norden zum Camperstop Grof, wo wir unsere letzte Nacht in Slowenien verbrachten. Ein ruhiger Stellplatz und ein passender Ort, um auf zwei wundervolle Wochen voller Berge, Höhlen, Flüsse und unvergesslicher Erlebnisse zurückzublicken.

Schlafplatz: Camperstop Grof
Wetter: Regen, 16 grad
Essen: Cevapcici und Hühnersticks 

alter Wehrgang

Überblick

mal wieder ein Drache

tolle Kirchentür

Fußgängerzone

ja sie ist blind

auf der Burg

Blick von der Seilbahn



Mittwoch, 16. September 2026

16.09 - Škocjan Höhlen

Da wir unsere Führung erst für 14 Uhr gebucht hatten, gehörte der Vormittag ganz uns. Bis 11 Uhr durften wir noch auf dem Campingplatz bleiben. Also wanderte das Solarpanel in die Sonne, während wir gemütlich im Internet stöberten, ein paar Handarbeiten erledigten und einfach die herrliche Ruhe genossen. Nach dem Abwasch und dem Auffüllen unseres Frischwassers verließen wir pünktlich die Wiese und steuerten den ersten Geocache des Tages an. Anschließend machten wir an der winzigen, idyllisch gelegenen Dorfkirche Pause. Dort saßen wir bis kurz vor 13 Uhr und genossen die warme Septembersonne. Ein Einheimischer kam vorbei und machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass man auf dem Parkplatz nicht übernachten dürfe. Unsere Erklärung, dass wir lediglich eine Mittagspause einlegten, genügte ihm sofort. Danach nutzte er die Gelegenheit, noch ein wenig Werbung für seinen Honig zu machen. So sympathisch das war, diesmal blieb es beim netten Gespräch.
Strom :-)

Pausenplatz


Am Besucherzentrum der Škocjanske jame wartete die nächste Überraschung. Der Parkplatz war tatsächlich kostenlos. Bis zum Start der Führung spazierten wir noch etwas durch die wunderschöne Karstlandschaft, bevor wir im Wartebereich Platz nahmen. Punkt 14 Uhr begann unsere Tour. Vom Besucherzentrum führt zunächst ein längerer Fußweg durch den Wald bis zum eigentlichen Höhleneingang. Unser Guide war zwar ausgesprochen professionell, wirkte allerdings etwas lustlos und führte die Gruppe durch den ersten Teil der Höhle ziemlich zügig. Schade, denn genau dort hätte man gern noch viel länger verweilt. Fotografieren ist in der Höhle leider verboten. Vielleicht macht gerade das den Eindruck noch intensiver. Riesige Hallen, bizarre Tropfsteinformationen und dunkle Felspassagen ließen mich immer wieder an die Minen von Moria aus Der Herr der Ringe denken. Es fehlten eigentlich nur noch Gandalf und ein paar Zwerge. Nach den stillen Höhlenabschnitten änderte sich plötzlich alles. Tief unter uns donnerte die Reka durch die gewaltige Schlucht, während sich der schmale Weg hoch oben an der Felswand entlangschlängelte. Die Martel Halle gehört zu den größten unterirdischen Canyons Europas und genau so fühlte sie sich auch an. Gewaltig, rau und gleichzeitig unglaublich beeindruckend. Das ständige Auf und Ab über Brücken und Treppen machte die Tour zwar sportlich, aber jede einzelne Stufe war die Aussicht wert. 
Gerade sitzen

Ausblick vorher

der Ausgang - ab hier durfte man wieder knipsen

draußen

war auch mit

Hochwassermarke - kein Witz

heimlich drinnen

Nach etwa 75 Minuten erreichten wir das Ende der Führung. Dort erklärte man uns drei verschiedene Rückwege zum Besucherzentrum. Natürlich entschieden wir uns für den längsten und landschaftlich schönsten. Zunächst führte der Pfad an einer eingestürzten Doline entlang. Zwischen den Bäumen eröffneten sich immer wieder traumhafte Blicke auf die tief eingeschnittene Schlucht, die türkisgrüne Reka und mehrere kleine Wasserfälle. Wenig später verschwand der Weg erneut im Berg. Gut gesichert und dezent beleuchtet verlief er durch einen weiteren Höhlenabschnitt. Dieser Teil war für mich fast noch schöner als die eigentliche Führung. Wieder fühlte ich mich wie mitten in Mittelerde. Der letzte Abschnitt führte gemütlich bergauf entlang des Flusses zurück zum Ausgangspunkt. Am Ende waren wir uns beide einig, dass dieser Rundweg das Erlebnis erst vollkommen gemacht hat.
mal wieder Wasserfall

er tut nur so 

in den Minen von Moria 1

in den Minen von Moria 2

wohnt da der Balrog?

auch hier auf und ab

Obwohl das Meer nur noch einen Katzensprung entfernt gewesen wäre, hieß unsere Richtung nun endgültig Norden. Nach etwa zwei Stunden Fahrt und einer kleinen Einkaufspause erreichten wir Ribnica. Dort spazierten wir noch zu einem Geocache und belohnten uns anschließend mit einer wirklich fabelhaften Pizza. Unser Schlafplatz lag nur wenige Minuten entfernt auf dem Hirschwaldhof. Der kleine Stellplatz überzeugte uns sofort. Selbst Check-in, ein sauberer Sanitärcontainer mit Toilette und Dusche und sogar eine Waschmaschine. Mehr braucht man manchmal gar nicht. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, erklang plötzlich Musik aus dem Dorf. Neugierig lauschten wir und beobachteten einen kleinen Festumzug. Rund zwanzig Dorfbewohner und zwei Gabelstapler mit zwei geschmückten Bäume zogen durch den Ort und wurden von fröhlicher Musik begleitet. Axel fand später heraus, dass es sich um einen traditionellen slowenischen Hochzeitsbrauch handelt. Aus den Bäumen wird vor dem Haus der Brauteltern ein festliches Tor errichtet, durch das die Braut symbolisch in ihren neuen Lebensabschnitt schreitet. Ein wunderschöner, lebendiger Abschluss eines ohnehin unvergesslichen Tages.

Schlafplatz: Camperstop Hirschwaldhof 
Wetter: 25 Grad sonnig
Essen: Pizza vom Feinsten 
draußen

Ausweg?

Felsen und Höhlen - Karst eben

kam man nicht mehr hin

Ribnica
toller Sanitärcontainer auf dem Hirschwaldhof