Samstag, 21. März 2026

21.03.2026 – Besuch am Vulkan Bandama bei strahlendem Sonnenschein

Ja, es gibt Unwetter auf Gran Canaria, aber eher im Süden und vor allem in den Bergen. Wir sitzen im Norden, und Axel hat ein erstaunliches Talent dafür, genau die richtige Tour für den Tag zu finden. Also kurz an die Tankstelle, mal wieder Luft nachfüllen, und los. Bei uns stürmte es noch ordentlich, und unterwegs konnten wir wieder beobachten, wie das Meer tobte. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto ruhiger wurde es. Ein Blick in die Berge reichte allerdings, um zu ahnen, dass dort oben eine ganz andere Welt herrschte. Nach etwa einer Stunde stellten wir das Auto ab und standen praktisch direkt auf dem Rundwanderweg am Kraterrand des Caldera de Bandama. Und was soll ich sagen, es war einfach herrlich. Der Weg führt einmal komplett am oberen Rand entlang, immer mit Blick in den Krater. Überall wuchsen typisch kanarische Pflanzen, die natürlich wieder ausführlich mit unserer App bestimmt wurden. Während man auf der einen Seite in die grüne, zerklüftete Caldera mit ihren dunklen Vulkanflanken blickt, schweift der Blick auf der anderen Seite über das Meer und die umliegenden Berge. Die Runde ist mit etwa 3,5 Kilometern nicht besonders lang, ein paar Höhenmeter gibt es aber trotzdem. Nach etwa drei Vierteln der Strecke setzten wir uns, schauten aufs Meer und gönnten uns ein Bier. Muss auch mal sein.
aktualisierte Wetterwarnung im Hotel

egal in welche Richtung ist ein Rundweg

Blick hinab und drüber weg

Schönheit - hier wie Unkraut

immer auf dem Grat lang

Einstieg

hoch und runter auf der Höhe

Kaum hatten wir die erste Runde beendet, ging es direkt weiter. Der Rother Wanderführer Gran Canaria hatte schließlich noch eine zweite Variante parat, nämlich runter in die Caldera.
Und die hatte es in sich. Zuerst ging es gefühlt ewig bergab. Der Weg besteht aus schwarzem, vulkanischem Gestein, das die Wärme der Sonne schön zurückstrahlt. Hitze von oben und unten, ein echtes Erlebnis. Nach etwa einem Drittel des Abstiegs erreichten wir einen Aussichtspunkt mit einem einzelnen Baum. Mein erster Gedanke war sofort: Für Gondor. Wer "Der Herr der Ringe" kennt, weiß genau, was ich meine. Natürlich machten wir dort eine kleine Pause, genossen den Ausblick und gingen dann weiter hinab. Unten angekommen führte ein Rundweg durch die Caldera. Wir kamen an einer alten Ruine vorbei, an beeindruckenden Drachenbaum, durch hohes Lampenputzergras und schließlich zu einem alten Dreschplatz. Irgendwann wurde dieses Gebiet tatsächlich landwirtschaftlich genutzt, was man sich heute kaum noch vorstellen kann. Nach einer weiteren Pause ging es ein Stück hinauf zu zwei kleinen Höhlen, mit Sitzgelegenheiten und sogar einem Grillplatz davor. Schön schattig war es dort, genau der richtige Ort zum Durchatmen. Und dann kam die Erkenntnis: Mist. Nicht eingecremt. Die Sonne hatte inzwischen ganze Arbeit geleistet. Leider half alles nichts, wir mussten ja wieder nach oben. In drei Etappen kämpften wir uns zurück, jeder in seinem Tempo. Oben angekommen belohnten wir uns in einem kleinen Café mit einem kühlen Bier.
hinab

Ziel

Für Gondor

stachelig

am Dreschplatz

Höhle auf dem Rückweg

wo kommt die denn her?

noch lacht sie

Schattenplatz

Rundblick unten

Danach fuhren wir noch auf den benachbarten Pico de Bandama. Von dort hat man einen fantastischen Rundumblick, besonders beeindruckend war aber der Blick in die Berge, die inzwischen komplett grau und zugezogen waren. Später sahen wir im Internet, was dort tatsächlich runtergekommen war. Da hatten wir wirklich Glück. Ein kleiner Abstecher zu einem besonderen Baum sollte es vor der Rückfahrt noch sein, nur etwa zwölf Kilometer entfernt. Vor Ort angekommen standen wir allerdings wie die Einheimischen einfach nur da und staunten. Wassermassen schossen durch das Tal. Dort, wo normalerweise eine harmlose Furt mit ein paar Zentimetern Wasser ist, rauschte heute ein reißender, schlammiger Fluss Richtung Meer. Wir machten ein paar Fotos und drehten dann lieber um. Mit einem kurzen Einkaufsstopp waren wir erst nach 19 Uhr wieder im Hotel. Schnell duschen, essen gehen und den Abend entspannt mit einem Glas Rotwein ausklingen lassen.

Wetter: über 20 Grad, sehr sonnig - bei uns
wir bleiben hier

Blick in die Höhle

vom Pico de Bandama aus

da hängt das schlechte Wetter

reißender Bach

der Weg ist ??? WEG

Vulkanpanorama

wunderschöner Drachenbaum

Wassermassen auch hier gibt das Bild die Realität nur bruchstückhaft wieder


Freitag, 20. März 2026

20.03.2026 – Zu viel Wasser und zu wenig Luft

Bei uns im Nordwesten schien am Morgen tatsächlich die Sonne, dazu stürmte es fröhlich vor sich hin. Das Sturmtief war angesagt, sollte vor allem in der Mitte und im Süden sein. Wir hatten keine Ahnung, wie es oben in den Bergen aussieht, also beschlossen wir, einfach mal hochzufahren. Das Kletterzeug war ja sowieso im Auto. Es ging über eine wunderschöne Bergstraße nach oben, gesäumt von immer neuen Ausblicken. Nach etwa 45 Minuten fanden wir sogar einen Punkt, an dem man anhalten und einfach nur schauen konnte. Direkt vor uns lag ein Vulkankrater, dahinter kleine Ortschaften und ganz weit hinten das Meer. Allerdings stürmte es ordentlich, und unterwegs hatten wir schon einige kleinere Steinabbrüche am Straßenrand gesehen. Da wir durch Wälder mit Kanarische Kiefer fuhren, lag auch einiges an Ästen und Nadeln auf der Straße. In Cruz de Tejeda hielten wir noch einmal an. Der Wind wurde stärker und fegte uns fast von den Beinen. Die wenigen Menschen, die unterwegs waren, hielten alle ihre Mützen fest. Sah vermutlich ähnlich elegant aus wie bei uns. Zum eigentlichen Ziel war es dann nicht mehr weit. Wobei „nicht weit“ auf Gran Canaria relativ ist, die Strecken sind kurz, aber dauern ewig.
mal wieder

Vulkankrater

Aussicht

so hieß sie 

Blüte der kanarischen Kiefer

im Windschatten in Tejeda de Cruz

Detail am Rande

will auch mal gucken

Fernblick

das Kreuz in Tejeda de Cruz

Schon unterwegs sahen wir Wasserfälle, die die Felsen hinunter schossen. Und so kam, was kommen musste: Unser geplanter Klettersteig war… ein Wasserfall. Wir schauten uns das Ganze eine Weile an, eher skeptisch als motiviert, und entschieden dann, dass das heute nichts wird. Axel zauberte Plan B aus dem Ärmel, weiter unten bei Santa Lucía de Tirajana gibt es ein kleines Klettergebiet. Also wieder ins Auto und runter. Dort schien sogar ein bisschen die Sonne, und an den Wind hatten wir uns inzwischen fast gewöhnt. Also optimistisch geparkt, Kletterzeug geschnappt und los. Man konnte das Klettergebiet schon sehen, nur leider nicht erreichen. Der Weg war nämlich unpassierbar. Was sonst ein gemütliches Bächlein ist, hatte sich in einen ordentlichen Fluss verwandelt. Wir setzten uns erstmal hin, öffneten ein Bier und starrten etwas ratlos auf die andere Seite. Tja. Sollte wohl nicht sein. In der Nähe liegt die La Fortaleza de Ansite, eine markante Felsformation mit archäologischer Bedeutung. Also Plan C. Der Fels sieht tatsächlich ein bisschen aus wie eine Burganlage und besitzt eine große, durchgehende Höhle, fast wie ein Tor. Wir liefen hindurch, Axel suchte natürlich noch einen Cache, den ich mir klemmte - Schiss, und danach machten wir eine kleine Runde um die Anlage. 
toll gesichert

Klettersteig? Nein Wasserfall

da kommt noch mehr

auf dem Weg zum Klettergebiet

hinten links - nicht erreichbar, das Wasser strömte stark

Durchgang in Fortaleza

herrlicher Ausblick

da hängt noch viel in den Wolken

Cachefund am Straßenrand

Da der Tag inzwischen sowieso eher in Richtung „Auto und gucken“ ging, fuhren wir weiter zum Barranco de las Vacas, auch bekannt als Red Canyon. Unterwegs dann der kleine Schreckmoment: Im Auto ging eine Warnleuchte an. Luftdruck. Also schnell in eine Parkbucht und nachgesehen. Tatsächlich, vorne rechts sah der Reifen etwas traurig aus. Da war ich kurz vorm Nervenzusammenbruch. Aber gut, erstmal weiter zum Canyon. Wir stiegen ein Stück ins Tal hinab, sammelten an einer kleinen Steinbrücke noch einen Cache ein und liefen dann durch das trockene Flussbett bis zum Canyon. Er ist nicht besonders lang, erinnerte uns ein bisschen an eine ähnliche Schlucht in Rumänien, aber wirklich hübsch. Schon beeindruckend, was Wasser so alles formen kann, wenn es nur lange genug Zeit hat. Eine gute Stunde reicht völlig, vom Auto bis zum Canyon und zurück. Die nächste Tankstelle war zum Glück nur vier Kilometer entfernt. Nach Einwurf eines Euros und kurzem Studium des Automaten hatten wir dann auch wieder ausreichend Luft auf allen Reifen. Krise abgewendet. Etwas früher als sonst, gegen kurz vor sieben, waren wir zurück im Hotel. Duschen, ein bisschen rumlungern und dann nach acht zum Abendessen. Und wieder dieser Moment: einfach nichts tun müssen. Herrlich.

Wetter: Einmal alles bitte, Regen, Sonne, Wind, kalt und warm
du kommst da nicht hin

Fortaleza

ab in den roten Canyon

schick

sehr schick

Ende

sieht enger aus als es war