Wochenlang plante Matze seine erste Tour für den TK Berglust 06. Fein säuberlich stand sie im Tourenkalender und es fanden sich einige Interessierte. Dann schlug der Krankheitshammer zu. Es erwischte mehrere Mitfahrer und zu guter Letzt den Tourenführer selbst. Doch Matze schaffte es, in der Nacht davor aus der Notaufnahme heraus Axel als Vertretung zu gewinnen. Am Samstag trafen sich dann sechs Leute am Bahnhof Mitte. Gerry hatte sich schon ein Ticket nach Holzhau gebucht, wir anderen konnten dank Deutschlandticket erst einmal losfahren. Unterwegs stiegen dann noch drei weitere Mitstreiter zu. Gut, dann fahren wir eben zu neunt Bahn. Während wir anderen schon quatschten, vertiefte sich Axel in den weiteren Ablauf. Das Umsteigen in Freiberg klappte ganz hervorragend und wir begannen, die Fahrt mit der kleinen Bimmelbahn zu genießen.  |
| ab zur Bimmelbahn |
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| eindeutig unsere |
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letzte Station in Deutschland
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Von Holzhau aus stand erst einmal ein Fußmarsch zum Bahnhof Moldava an. Unsere Ursel, immerhin schon stolze 80 Jahre alt, stapfte unmittelbar nach der Ankunft in Holzhau los und wir anderen brav hinterher oder vorneweg. Einer blieb immer bei ihr. Es war ein reines Vergnügen, durch die idyllische Landschaft zu wandern. Das Wetter wurde zusehends besser, Rauhreif auf den Wiesen, aber Sonne von oben und im Herzen. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es für Ursel doch zu weit bis zum Bahnhof Moldava ist. Kein Problem, wir planten um. In Moldava warteten wir dann picknickend und Bier trinkend eine gute Dreiviertelstunde auf einen Bus nach Teplice. Es wäre ohnehin kein Zug, sondern ein Schienenersatzverkehr gefahren, da war es egal. In Teplice hatten wir guten Anschluss nach Chomutov und die Pause reichte aus, um ein Bierchen für die Weiterfahrt zu organisieren. Kaum angekommen, gab es vom Tourenführer den Vorschlag, zum Globus zu gehen, etwas zu essen und danach noch schnell in ein Kneipchen einzukehren. Es ist kaum zu fassen, dass wir das tatsächlich in den zwei Stunden geschafft haben. Gemütlich aus dem Fenster schauend zuckelten wir anschließend hinauf nach Kupferberg.
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| ganz ohne Grenzkontrolle |
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| Wegweiser |
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| idyllisch |
Jegliche Anspannung, von der Frage nach der richtigen Fahrkarte bis hin zu der Sorge, ob Ursel den nächsten Zug schafft, fiel von allen ab und es blieb nur noch Genuss. In Kupferberg begrüßte uns die Sonne und wir verbrachten den restlichen Nachmittag beim kleinen Kirchlein auf dem Berg mit atemberaubenden Blicken ins Land. Danach kehrten wir in die Kneipe ein. Es floss reichlich Bier, es gab etwas zu essen und viel Gelächter. Einer kümmerte sich um unsere Zimmer und unser Freund Gregor unterstützte Axel beim Suchen nach Alternativen für den Heimweg. Der Tag forderte dann gegen halb zehn bei den Ersten seinen Tribut. Der harte Kern hielt länger durch und stapfte mit mit Bier gefüllten Plastikflaschen gegen 22 Uhr zur Unterkunft, um dort weiter zu verweilen. Bedauerlich für mich und Axel verwandelten sich zwei von uns in gefährliche Raubtiere oder eben in regelrechte Sägewerke, sodass wir schließlich in der Küche auf dem Boden schliefen. Der Sonntag startete mit Regen und Kälte. Da war es nicht schlimm, dass wir beschlossen, den kürzesten Heimweg zu nehmen und keine zusätzlichen Schleifen mehr zu fahren.
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| Rumpal oder eben Windebaum |
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| der Deckel |
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| Kupferberg |
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| Blick durch ein Loch im Gitter |
Pünktlich um acht saßen wir beim Frühstück und Ursel brach rechtzeitig auf, damit wir den Zug um neun Uhr erreichen. Das gelang uns auch. Sehr abwechslungsreich ging es zurück nach Dresden. Zuerst mit der Minibimmelbahn nach Cranzahl, von dort weiter mit dem Zug nach Flöha, wo wir Gregor bereits verabschiedeten, und anschließend noch eine Station bis Oederan. Dann brachte uns der Schienenersatzverkehr nach Freiberg und von dort ging es weiter mit dem Zug nach Dresden-Plauen. In Tharandt verabschiedeten sich zwei weitere Mitreisende und der klägliche Rest löste sich schließlich in Dresden-Plauen auf. Axel, ich und Ursel beendeten damit die Berglustausfahrt. Es war ein abwechslungsreiches Wochenende, anders als geplant, aber schön.

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| unterwegs |
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| Blick ins Land vom Kupferberg |
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| vorm Kapellchen |
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| Da fehlt nur ein Stück Hinfahrt |
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