Nach einer erstaunlich erholsamen Nacht klingelte früh der Wecker. Für Kaffee blieb diesmal keine Zeit, denn die kostenlosen Parkplätze an der Talstation der Kabinenbahn Vogel sind heiß begehrt. Wer zu spät kommt, steht unten im Tal. Unterwegs hielten wir noch schnell bei einem kleinen Bäcker und staunten nicht schlecht. Um halb neun war der Parkplatz oben bereits voller Autos. Freundliche Einweiser lotsten uns auf den letzten freien Platz. Perfekt! Jetzt konnte der Urlaub beginnen. Also erst einmal ganz in Ruhe Kaffee kochen, Brötchen schmieren und Zähne putzen. Hektik kann schließlich jeder. Dann kauften wir unsere Tickets. 66 Euro für Berg und Talfahrt. Nicht gerade günstig, aber die Aussicht sollte jeden Pfennig wert sein. Pünktlich um halb zehn schwebten wir mit der Seilbahn los. In gerade einmal fünf Minuten überwindet sie fast 1.000 Höhenmeter und bringt einen mitten hinein in die beeindruckende Bergwelt des Triglav Nationalparks.  |
| Blick aus der Seilbahn |
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| Frühstück am Parkplatz |
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| Schattenspiel |
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| es geht nach oben |
Oben angekommen verschlug es uns erst einmal die Sprache. Vor uns ragte der mächtige Triglav in den tiefblauen Himmel. Ringsherum leuchteten die schroffen Gipfel der Julischen Alpen, grüne Almen zogen sich über die Hänge und über den Himmel zog kein Wölkchen. Genau für solche Momente fährt man los. Vor lauter Staunen verbummelten wir irgendwo Axels Kamera Wir liefen alles noch einmal ab, suchten zwischen den Aussichtspunkten und wurden mit jeder Minute nervöser. Die Stimmung war kurzzeitig komplett im Keller. Irgendwann beschlossen wir trotzdem aufzubrechen. Der Weg zum Vogel begann zunächst mit einem ordentlichen Abstieg, führte an einer zweiten Seilbahn vorbei und zeigte dann sein wahres Gesicht. Steil, schottrig und erbarmungslos bergauf. Jeder Schritt rutschte ein Stück zurück und die Sonne machte die Sache nicht gerade leichter. An der Bergstation der zweiten Bahn wurde das Gelände zunächst etwas freundlicher, ehe es einen kurzen, ausgesprochen unangenehmen Abstieg runter ging. Ohne meine Wanderstöcke hätte ich dort vermutlich deutlich länger gebraucht. Danach folgten felsige Passagen mit kleinen Felsbändern, über die man ständig hinauf und wieder hinunter klettern musste. Nach etwa einer Stunde musste ich mir eingestehen, dass zwei Dinge gleichzeitig zusammenkamen. Mir wurde schwindelig und ich wusste ganz genau, dass ich den gesamten Weg später auch wieder zurück musste. Mit ein wenig Überredungskunst konnte ich Axel überzeugen, den Gipfel allein zu erklimmen.
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| oben |
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| Ausblick |
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| Ziel |
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| Icke, Herz und Triglav |
Also drehte ich um. Und ganz ehrlich? Es war die richtige Entscheidung. Ich stieg langsam und mit vielen Pausen wieder ab, setzte mich immer wieder ins Gras und genoss dieses überwältigende Panorama. Manchmal muss man keinen Gipfel erreichen, um einen perfekten Tag in den Bergen zu erleben. Zwischendurch schickte Axel ein Foto, wie weit der Gipfel noch entfernt war. Da war ich mit meiner Entscheidung endgültig im Reinen. Zurück an der Bergstation fragte ich eher aus Hoffnung als aus Überzeugung nach der Kamera. Und tatsächlich hatte ein ehrlicher Mensch sie im Souvenirshop abgegeben. Vor lauter Erleichterung kamen mir erst einmal die Tränen. Es gibt sie eben doch noch, die guten Menschen. So glücklich suchte ich mir anschließend ein schattiges Plätzchen. Brötchen, ein kühles Bier und ein gutes Buch begleiteten den Nachmittag. Trotzdem wanderte mein Blick immer wieder hinaus auf den Triglav. So nah und für mich doch unerreichbar. Axel war allein natürlich um Welten schneller unterwegs und stand bereits gegen Viertel vor vier wieder grinsend vor mir. Bei einem gemeinsamen Bier erzählte er von seiner Gipfeltour und um halb fünf schwebten wir wieder gemütlich ins Tal.
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| Herrliche Bergwelt |
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| soviele Steinmännlein |
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| Triglav im Hintergrund |
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| zwei Steinböcke |
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| Meldung zwischendurch |
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| Blick von Oben |
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| und noch einer |
Bevor wir zum Stellplatz zurückkehrten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einem historischen Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg. Die stillen Reihen der Grabsteine erinnerten daran, dass diese friedliche Berglandschaft einst Schauplatz der blutigen Isonzo Front war. Natürlich lag dort auch noch ein Cache, der mitgenommen werden musste. Ein kurzer Einkauf im SPAR brachte frisches Gemüse in den Bus und am Abend zauberte ich eine herzhafte Fleisch, Gemüse und Bulgur Pfanne. Genau das Richtige nach so vielen Höhenmetern. Leider verspricht der Wetterbericht für die kommenden Tage deutlich schlechteres Wetter. Deshalb hat Axel schweren Herzens seine geplante Hüttenübernachtung am Triglav abgesagt. Mal sehen, wohin uns der Wind nun treibt.
Schlafplatz: Stellplatz bei Bohinjska Bistrica
Wetter: unten sehr warm, oben reichlich 20 grad
Essen: Pfanne mit Bulgur
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| Überblick |
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| Soldatenfriedhof |
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| Rundumblick |
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