Mittwoch, 28. August 2024

28.08.2024 - Zwei Naturschönheiten

Der Regen war vorbei, also verließen wir unseren Platz und starteten zur Cheile Băniței. Diese klitzekleine, aber schöne Schlucht wollten wir uns ansehen. Man hätte dort sogar Eintritt zahlen müssen, per WhatsApp bzw. SMS. Aber wir glauben, dass haben sich alle dort gespart. Wir nahmen unsere Wasserschuhe mit, weil fast klar war, dass wir ein Stück durchs Wasser müssen. Es war aber wenig Wasser drin, sodass sogar der wasserscheue Axel irgendwann mit ins Flussbett abstieg. Wie der kleine Bach den Kalkstein vor Ort so stark ausspülen konnte, ist schon beeindruckend. In wenigen Minuten ist man zwar durch, aber das mindert das Erlebnis keineswegs.
Was Natur so hervorbringt

auf dem Trocknen

warm genug um durchs Wasser zu gehen

es war einfach schön

Nach der Schlucht gingen wir noch ein winziges Stück weiter, um dann wieder umzukehren und ein weiteres längeres Stück zu fahren. Ein Teil der Transalpina stand auf dem Plan, denn wir wollten in Richtung Hermannstadt. Mh, was soll ich sagen, entweder haben wir ein doofes Stück erwischt, oder es gibt dort nur viele Kurven im Wald. Am Rande tauchen immer mal Quellen auf und viele Kreuze sowie kleine Kapellchen. An einem See machten wir, ohne Sicht auf den See, eine Pause, ehe es weiterging in Richtung Sebeș. Ah, die Strecke wurde schöner: kleine Dörfer, ab und zu ein Blick auf die Berge, und nach wie vor Wasserquellen. An einer dieser Quellen stoppten wir und füllten unsere Wasservorräte auf. Das reicht wieder für ein paar Tage.
Quellwasser für die nächsten Tage

Ausblick

typisch

Betreten auf eigene Gefahr

immer wieder Wasser

bei der Pause gesehen

Warum aber nun genau nach Sebeș? Auch dort gibt es eine Naturschönheit. So wie die Cheile Băniței vom Wasser ausgespült wurde, sind auch die Râpa Roșie in der Nähe von Sebeș durch Wasser- und Winderosion entstanden. Das war unser Ziel. Eine riesige Freifläche lud zwar zum Schlafen ein, aber die Warnhinweise der Polizei hielten uns davon ab. Vielleicht, wenn mehrere bekannte Autos dort gestanden hätten... Also gingen wir einfach von dort aus, alle Wertsachen in den Taschen, zu den Râpa Roșie. Beeindruckende Felsformationen in Rot-, Rosa- und Brauntönen. Na gut, Felsen kann man das nicht nennen. Ein Sandgemisch mit Kieseln drin, brüchig ohne Ende, sodass sogar unsere Peggy Probleme beim Schulterriss hatte. Das Zeug rieselte einfach herunter.
Peggy

Wer ist jetzt hier Deko?

Smile

wird klar woher der Name kommt?

Râpa Roșie 

Da doch noch reichlich Zeit übrig war, beschlossen wir, doch noch nach Sibiu zu fahren. Erstaunlicherweise fanden wir einen stadtnahen Parkplatz. Ab ging es auf den bekannten Gemüsemarkt. Tja, und dann kam ein Gewitter vom Feinsten herunter. Unterstellen und trotzdem nasse Füße bekommen. Zurück zum Auto, umziehen, andere Schuhe anziehen und zweiter Versuch, in die Stadt zu kommen. Nicht zum Bummeln, das steht ja morgen auf dem Plan, sondern nur, um Geld zu tauschen. Als wir das erledigt hatten, gingen wir nur noch Abendessen und verschoben alle weiteren Erlebnisse auf morgen. Ein paar Minuten Autofahrt waren es noch bis zu unserem Schlafplatz, doch leider konnten wir aufgrund des schlammigen Untergrundes nach dem Gewitter nicht hoch zum Denkmal in Hammersbach. Also mussten wir unterhalb schlafen.

Wetter: Sonne-Wolken-Mix mit Gewitter, zwischen 20 und 30 Grad
Essen: Hühnerbrust in Sahnesoße (Axel), panierte Hähnchenstücke mit Pommes
Schlafplatz: Hammersbach, oberhalb von Sibiu

Eddie des Tages

So entstand das Peggybild

Google Lens hat geholfen dass zu verstehen


da kommt kein Kaffee mehr raus

ganz schönes Gekutsche


Dienstag, 27. August 2024

27.08.2024 - Ups, Regen

Als wir noch im Bett lagen, fing es an zu gewittern. Es prasselte ordentlich aufs Dach, also blieben wir lieber bis 9 Uhr liegen. Nur wurde es nicht besser, also raus aus dem Nest und im strömenden Regen Kaffee kochen. Natürlich war es Gesetz, dass die Gaskartusche nach einer Minute leer war. Also nochmal in den Regen, um den anderen Kocher zu holen. Lange saßen wir unter dem Tarp, daddelten, tranken Kaffee und schauten, was es Neues in der Welt gibt. Gegen 11 Uhr klarte es auf. Zeit fürs Frühstück. Bei mir gab es Müsli mit einheimischem Obst, Axel probierte das gestern erworbene Zacusca. Lecker, das Zeug! So ein, zwei Löffel verschwanden auch in meinem Mund. Uns war klar, dass heute nun unser Ruhetag wird. 
gibt gleich Kaffee

regnet es noch?

zum Frühstück nicht mehr

Da kann ich ja mal ein bisschen vom Platz erzählen. Der eigentliche Campingplatz ist ein Stück oberhalb. Da baut ein mafiös aussehender Betreiber irgendwelche Gebäude, die wohl burgähnlich aussehen sollen. Da gibt es auch Stellplätz aber null Schatten. Deshalb haben wir uns für den Zeltplatz ein paar hundert Meter weiter entschieden, der auch noch dazu gehört. Wir stehen gerade, haben einen Stromanschluss und auch Wasser ist gleich neben dem Auto. Alles typisch rumänisch: Ein Stock wird in den Boden gesteckt, das Wasserrohr per Kabelbinder befestigt, passt, wackelt und funktioniert erstmal. So ist hier alles. Das Sanitärhaus hat eine Toilette und zwei Duschen. Das Ganze jeweils für Männer und Frauen. Alles ist funktional, und der Versuch, es mal hübsch zu machen, ist erkennbar, aber es ist beim Versuch geblieben. Im Boden sind zwei Stufen, die man aufgrund der Fliesen aber nicht sieht, ich hab es nicht ein einziges Mal geschafft ohne zu stolpern das Häuschen zu betreten. Warmwasserbereitung auf dem Dach. Ist ja löblich die Sonne dafür zu nutzen. Allerdings ist es mir  beim Duschen nicht gelungen, die richtige Einstellung der Mischbatterie zu finden – entweder es war kalt oder man verbrennt sich mit heißem Wasser. Sauber bin ich trotzdem geworden. Oberhalb stehen dann vier sogenannte Glamping-Zelte, mit Betten samt Bettzeug und einem Heizgerät. Diese Zelte sind nachts farbig beleuchtet. Von Weitem sieht alles schick aus. Ihr ahnt es: Von Nahem ist es eben halt rumänisch. Axel hat anerkennend festgestellt, dass sie wenigstens überall UV-beständige Kabelbinder verwendet haben. Eine Mülltonne haben wir jedoch vergeblich gesucht. Genug Mülltüten haben wir dabei, also fliegt nichts herum, denn sauber ist es hier. 
Badezuber?

Clamping - nichtmal die Bettwäsche ist gleich

Wasseranschluss, wackelt zwar aber ging

Sanitärhaus, man beachte die Lampe

Warmwasser, kein Wunder das Mischen nicht ging, kein Druck

Steine oder Geld alle

Feuerstelle mit Clampingzelten

Wir verbrachten den ganzen Tag allein an diesem lauschigen Ort, planten die Weiterreise, ich strickte etwas, machten Daydrinking und Mittagschlaf. Axel guckte bei der nahen Eisenbahnbaustelle vorbei und abends kochten wir noch. Ein vollkommener Ruhetag – nicht so geplant, aber trotzdem gut und entspannt.

Wetter: Früh Gewitter bis 11 Uhr, teils heiter, um die 25 Grad
Essen: Königsberger Klopse mit Kartoffeln und Aubergine
Schlafplatz: Campingplatz
Zeit fürs Hobby
Ein Anfang

als alter Bahner, hatte Axel Spaß den Bauarbeiten zuzusehen

sehr genau und sicher

Eddie des Tages


Montag, 26. August 2024

26.08.2024 - Wildromantische Höhle und Ruhe auf dem Campingplatz

Man könnte den Tag auch als „Tag der Nockenwelle“ bezeichnen – zumindest, wenn man uns am frühen Morgen gesehen hätte. So wie der eine lief, so fühlte sich der andere. Alt werden ist eben nichts für Feiglinge. Uns beiden steckte die gestrige Wanderung in den Knochen, aber da wir schon einen Ruhetag für heute ausgerufen hatten, war das nur halb so schlimm. Ganz in Ruhe starteten wir den Tag: Kaffee und Müsli, den Campingplatz begutachten, überlegen, was wir einkaufen müssen, und dann los. Es ging in Richtung Petroșani, nicht ohne noch einen letzten Blick zurückzuwerfen und die hohen Berge zu bestaunen. So ganz nichts tun können wir eh nicht, also stoppten wir für ein wenig Kultur. Wir besuchten die Peștera Bolii, eine Höhle. Ausschlaggebend war allerdings, dass es einen Parkplatz direkt davor gab. Zum Glück, sonst wäre uns etwas entgangen. Der Eintritt kostete 10 Lei pro Person … der Herr wusste nicht, dass ich Eddie mit hinein nahm. Zuerst ging es Treppen hinunter, und so wie ich laut ächzte, jammerte Axel sicher innerlich. Das tat weh, vor allem, weil der Kram hier ja nicht DIN-gerecht ist und die Stufen ungleichmäßig sind. Doch dann tat sich der Höhleneingang vor uns auf. Noch über eine Brücke, und wir waren drin.
Blick zurück

Kann man aussprechen

Karte zur Höhle

Eingang

nur für den Fall, dass man nicht weiß, wo man ist

Menno, ich hatte Pippi in den Augen. Das war ja voll romantisch! Die Rumänen haben hier verschiedenfarbige Beleuchtung installiert und mehrere Brücken über das Bächlein gebaut. Natürlich liefen wir über alle Brücken und bestaunten Höhlenmalereien (okay, vielleicht waren sie nachgemalt) und kuriose Steingebilde. Dass es drinnen schön kühl war, machte es noch angenehmer. Wir hielten uns eine ganze Weile in der Höhle auf und machten unzählige Fotos – die meisten sicher unscharf. Wieder draußen suchten wir noch eine Weile nach einem Geocache, und auch das gelang schließlich. Ein Stück weiter unten gab es ein Café – zumindest hieß es so – wo wir Kaffee, Cola und zu meiner Freude ein Glas Zacusca bekamen.
im Seitenarm

eine von vielen

Maria oder so

Höhlenmalerei

stabil

der doppelte Axel auf der wackeligen Hängebrücke

war auch drauf

einfach so

Weiter ging es nach Petroșani zum Einkaufen. Wir brauchten nicht wirklich viel: Im Penny kauften wir Getränke, und auf dem örtlichen Markt Obst und Gemüse frisch vom einheimischen Händler. Stark, es gab nur saisonales Obst und Gemüse, nichts Exotisches oder aus der Zeit gefallenes. Gegen 15 Uhr landeten wir dann auf dem Campingplatz La Valcele. Typisch rumänisch, hier versucht es jemand mit Clamping...wohlgemerkt VERSUCHT. Hier ließen wir es uns gut gehen: ein Bier, ein wenig Rosé, mal wieder Internet, ein wenig für den Blog schreiben, Kassensturz machen und die Beine hochlegen.
Dann ging es ans Kochen. Was mir da gelungen ist, kann ich bestimmt nicht wiederholen: Aubergine anbraten in Öl mit Knoblauch und Zwiebeln, in dem Fett dann eine Dose Rindfleisch, Paprika und Tomaten, dazu Datteln und Cashewkerne. Gewürzt und mit Reis serviert … mega lecker. Axel hat den Abwasch erledigt, und wir ließen den Abend mit Rotwein ausklingen.

Wetter: 30 Grad, heiß
Essen: Gemüsepfanne mit Rindfleisch und Reis
Schlafplatz: Campingplatz La Valcele ganz alleine 
Planung, Schreiben, nichts tun

bissel Sonnenschutz muss sein

musste Hilfsarbeiten machen

noch bissel einköcheln lassen

Eddie des Tages

Cache gefunden

Teich? Clampingzelte, Sitzgelegenheiten...naja

die Kinder auf der Schaukel

Clampingzelte bei Nacht