Sonntag, 25. August 2024

25.08.2024 - Einwandern im Retezat Nationalpark

Nachdem wir gestern beizeiten ins Bett gegangen sind, konnten wir auch beizeiten aufstehen. Gegen acht krochen wir aus dem Bett und frühstückten Müsli und Kaffee und noch den Rest Melone. Nur noch Rucksäcke packen und kurz vor halb zehn ging es los. Das erste Ziel war die Cascada Lolaia. Also auf zum Parkplatz, einfach der Fahrstraße folgend und dann den Wanderweg Blauer Strich, hufsteil aber dafür auch kurz, dann erreichten wir wieder die Fahrstraße. Irgendwie kam dann eine Sammlung Autos und der Ranger kassierte den Eintritt ab. 10 Lei pro Nase, aber das kennen wir schon aus Montenegro und ist auch in Ordnung für uns. Statt hinauf, ging es erstmal eine wackelige Holztreppe hinab zu einem Aussichtspunkt. Hier hatte man einen tollen Blick aufs hinabfallende Wasser und zu unserem Glück waren wir auch alleine dort. Das  Geräusch von Wasser, welches über Steine springt, sollte uns heute oft begleiten und einige weitere Wasserfälle bekamen wir auch zu Gesicht.
Cabana Pietrele war unser Ziel, Richtung ist nun klar

bloß gut gabs das auch auf English

Lolaia Wasserfall
sichere Brücke

rumänisch gesicherte Brücke - man wird auf die Löcher hingewiesen

Am Vorabend hatte ich ne Runde rausgesucht, die zu einer Cabana führte und über einen anderen Weg zu einem weiteren Wasserfall. Es ging noch einige Zeit immer ansteigend über die Fahrstraße, die aber nicht wirklich zu befahren ging. Axel amüsierte sich über einen angegebenen Parkplatz. Keine Ahnung wie der zu erreichen wäre. Vielleicht aus der Luft mit Abwerfen des Autos. Mich beeindruckten die vielen Enziane am Wegestrand, das grüne und weiche Moos, die liebliche Natur und dann wieder fette Steine ringumher. Bergan war es kein Problem über die vielen Steine zu laufen, aber wir dachten einmal zu kurz an den Rückweg. Erstmal bestaunten wir viele Hütten im Wald, die zur Cabana Pietrele gehörten. Leider waren die typisch rumänisch runtergekommen. Waren aber mindestens 10 Hütten. Kurz drauf waren wir an der Cabana, draußen viele Leute, das Ding selbst sah zu aus, war es aber nicht. Wir nahmen unsere Brote und ein Bier und ließen es uns gut gehen. Irgendwann kamen paar Leute mit dem Spiel raus und setzten sich in fröhlicher Runde hin und zockten. Diese Lebensfreude geht uns Deutschen irgendwie ab. Schade eigentlich. Wir mussten dann aber weiter.

Wasser fetzt

Enzian - Gentiana
Cabana - sieht zu aus, ist sie aber nicht

Hütten zu vermieten, oder auch nicht

hochkonzentriert spielen 

DER Parkplatz

die "Straße" dazu

Kurzentschlossen dehnten wir die Runde zu einer weiteren Cabana aus, uns ging es einfach noch gut, die Dauer war mit 30 bis 40 min angegeben und den Rückweg hatten wir nicht auf dem Schirm. Es wurde steiler, viel steiler und sehr steinig. Wir gingen nur noch über große und kleine Blöcke. Aber auch das nahm ein Ende und wir standen auf einer Wiese mit der Cabana Gentiana (wen wunderts, das bedeutet Enzian) auf 1673m Höhe. Dort gönnten wir uns ein Bier für 15 Lei, eine Pause und zum Schluss noch einen Edelweißanhänger als Andenken. Den steilen, steinigen Weg wollten wir nicht für den Abstieg nutzen, also nahmen wir einen anderen aber längeren Weg. Der war vielleicht abgefahren. Weg? Fehlanzeige, oder doch nicht? Man steht im Wald und stellt sich einfach der Herausforderung das nächste Rote Kreuz an einem Baum oder Fels zu entdecken. Man konnte den Pfad nicht wirklich erkennen, aber erstaunlicher Weise ging es doch ganz gut. Man sah das nächste Kreuz, lief dort hin und sah dann das Nächste. War cool und herausfordernd, bergan und bergab. Irgendwann kamen wir zu einem Wegweiser, der uns den gelben Strich steil runter aber ohne Steine wies. Erneut mussten wir über eine  Brücke, die reichlich lavede war, aber in Rumänien ist man selbst für sein Tun verantwortlich.
passt schon

die auch

such den Weg

Ausblick von der ...

Cabana Gentiana

konzentriert gehts

Kurz darauf erreichten wir die  Maria Magdalena Cascade. Malerisch, romantisch, still. Leider mussten wir nun weiter den Rückweg antreten. Man, war der  nervig, steil und steinig. Unsere Füße, Hüften, Beine und Nerven machten nur noch aua. Die hinzu noch willkommene Abkürzung vermieden wir rückzu, zu steil. Also gingen wir die Fahrstraße weiter an Weg, aber entspannter zu laufen. Noch bevor wir das Auto erreichten bogen wir zum Essen in die Cabana Cascada ab. Das war vielleicht toll. Keiner sprach deutsch und selbst das Englisch war naja quasi nicht vorhanden. Dafür waren die aber sowas von gastfreundlich. Keine Ahnung was ich bestellt habe. Zweimal Essen. Axel ging rein und fragte nach Zuica. Da freute sich der Inhaber so, dass er eine abgeranzte Plasteflasche zückte und einen Plastebecher voll goss. Der war vielleicht lecker. Ich bin ja kein Schnapstrinker, aber ab und an nippte ich auch. Erst kam dann ne Suppe mit drei Klumpen Fleisch und Knochen OHNE Löffel, dafür mit Brot, später dann Gulasch mit Polenta und Papernasi. Klar das wir den Becher Zuica nochmal auffüllen ließen und nach der Rechnung (180 Lei plus 20 Lei Trinkgeld) kam der freundliche, herzliche Herr noch einmal mit vier weiteren Papernasi raus. Was für ein Abschluss eines anstrengenden aber  genialen Tages.

Route knapp 15 km mit reichlich 700 Höhenmetern
Wetter: sonnig, wahrscheinlich um die 30 Grad
Essen: Suppe, Polenta mit Gulasch, Papernasi und Zuica
Schlafplatz: in einer Kehre kurz vorm Nationalpark

Track

Maria Magdalena Cascade

Chef war auch mit
Weiterbildung?

Entdeckung nahe der Hütte

Weg, wo bist du? Ah steil runter

Eddie des Tages

Steine gabs auch

und Wasser

Ob man hier noch Informationen als Tourist erhält? 


Samstag, 24. August 2024

23.+24.08.2024 - On the road again

Endlich Urlaub und dank meiner tollen Chefin ne Stunde eher als gedacht. Vor ein paar Tagen konnte ich Axel sehr leicht überzeugen schon am Freitag loszufahren. Mein Argument, dass dann am Samstag Frühstück schon Urlaub ist, zog anscheinend. So packten wir bereits am Freitag alles ins Auto, Axel erfüllte noch seine Bürgerpflicht (hatte ich schon Tage vorher erledigt) fuhren einkaufen - wie immer bezahlt von den Punkten auf der Deutschlandkarte - und ab ging es auf die Autobahn. Schon 15:45 Uhr hatten wir Deutschland verlassen, rollten durch Tschechien, inklusive Tankstopp in Usti. Na klar gab es dann auch unseren typischen Urlaubsauftakt. Hackepeterbrötchen und Sekt. 

Essen ist fertig

fast alles :-)

Prost

Bis kurz nach Brünn lief es viel zu gut. Unser Ziel war eigentlich der Turul in Ungarn zum Übernachten. Leider hat Axel dann bockig entschieden Tante G nicht zu glauben und den Schildern zu folgen. Sie wusste es besser. Die D2 war wegen eines Gefahrenguttransporterunfalls gesperrt. Wir mussten einen ellenlangen und staubehafteten Umweg fahren. Egal. Ein Tankstopp und kurz auf die Karte gucken und Axel hatte einen neuen Schlafplatz gefunden. OK, er war vorbereitet für solche Notfälle. Gegen 22 Uhr hatten wir Ungarn und den Schlafplatz in Lebeny erreicht. Der Rest Hackepeter und ein paar Brötchen, ein Bier oder zwei und wir legten uns hin. Sehr ruhig an einem Sportplatz. Am nächsten Morgen guckten wir uns die Kirche an. Die hatten wir nachts im Vorbeifahren schon gesehen. Irgendwie beeindruckend mit nackten Wänden und tollen Portalen. Da es dort auch ne Wasserspender gab, konnten wir uns sogar kurz frisch machen, ehe es auf Cachesuche ging. Einmal in Ungarn beharrt Axel immer auf einer ungarischen Melone. Daher gings noch fix paar Kleinigkeiten wie ungarisches Bier, Melone und Käse kaufen, ehe wir weiterrollten. Die Hitze konnte wir dank Grummels Klimaanlage gut vertragen, nur jede Pause war anstrengend. Irgendwann mussten wir schließlich frühstücken. Der einzige Parkplatz mit Schattenplätzen wurde von Axel entdeckt. Da wurde gleich auch die Melone verköstigt. Ja Axel hat Recht -wie manchmal- die Dinger schmecken hier einfach besser.

1.Schlafplatz erreicht

Kirche in Lebeny

Frühstück
erster Tag 530 km

Den Stau an der Grenze umfuhr er anschließend gekonnt. Für uns dauerte es lediglich zwei, drei Minuten statt 40 min Wartezeit auf der Autobahn, um in Rumänien einzureisen. Auf die Frage wo wir hinwollen, reichte „ins Retezat“ und gut wars. Hallo Rumänien, wir sind wieder da. Für mich hat Rumänien immer etwas Besonderes. Hier traf ich 2017 die wahrscheinlich beste Entscheidung meines Lebens. Auf einer Wanderung im Fischbachtal wusste ich, ich muss kündigen. Und dass habe ich nach dem Urlaub damals auch getan. Nun bin ich in einem super befriedigen dem Arbeitsverhältnis, welches mir nicht nur geistig sondern auch finanziell guttut. Da waren wir nun, erst endlose Weiten auf gut ausgebauter Autobahn, bald bergig zur Linken, und irgendwann abbiegend auf kleinere Straßen. Axel hatte wie immer einen Plan. Es ging durch Dörfer nach Sălașu de Sus hoch auf ca 1000 m. Klar war die Straße dann irgendwann ein Schotterweg, aber das kennen wir schon. Der ausgesuchte Parkplatz stand uns dann zum Übernachten aber nicht an, also fuhren wir wieder hinab bis in eine Kehre an der wir die nächsten zwei Nächte standen. Kurz noch die Gegend checken, Campingplatz vorhanden aber schief, Cabana da - Essen also im Notfall gesichert. Eine hervorragende Erbsensuppe reichte aber für diesen Abend und füllte noch einmal etwas Energie nach. Das lange Fahren haben wir erstmal überstanden, jetzt ist Urlaub. Dann stand die Frage, was machen wir morgen? Gammeltag? Nee, ich war für einwandern. Also suchte ich eine Wanderung heraus. Leicht rund 10 km. Wird schon gehen…

 

Wetter: dank Grummels Klimaanlage gut zu Ertragende reichlich 30 Grad Essen: Freitag Hackepeterbrötchen, Samstag Erbsensuppe Schlafplätze: Lebeny Ungarn auf der Durchreise/ Kehre auf der Straße zur Cabana Cascada

 
ist doch gar nicht so weit

andere Seite der Kirche

kann er Berge sehen?

Eddie des Tages


Route des zweiten Tages 654 km

Montag, 20. Mai 2024

20.05. Von Jena nach Camburg mit dem Boot

Gegen 7 Uhr begann draußen leichter Trubel. Kein Wunder, wir schliefen ganz nah am Kanuverleih. Wir waren aber eh wach und standen daher auch zeitnah auf und konnten das Treiben beobachten. Wetter passte und unserem Tag auf der Saale stand nichts im Weg. Nach dem Frühstück guckten wir noch ne Weile zu und machten schon grob das Auto fertig, da wir abends ja nach Hause mussten. Die ersten Kunden des Kanuverleihs machten sich davon und wir bauten unser Grummel 2 - unser Boot - auf. So Hand in Hand läuft das mittlerweile recht flott. Wir hatten auch Glück und uns wurde auch beim Einsetzen geholfen, so dass wir nicht in den Schlamm am Ufer mussten. Die ersten flacheren Stellen umschifften wir mehr oder minder gekonnt – zumindest blieb das Boot ganz. 

Grummel, Axel und im Hintergrund die Einsetzstelle

Haben wir alles?

Kann losgehen
Es dauerte nicht lange und die vielen Leute in den Kanus verteilten sich. Man war sich nie wirklich im Weg und so konnten wir gemütlich paddeln und die Natur an uns vorbeigleiten sehen. Wir entdeckten Wasservögel, unterschiedliche Enten, Blumen, Gräser und auch genug Totholz. Es war herrlich. Früh war es noch etwas kühler, aber schon an der ersten Umtragestelle funktionierte ich ein Tshirt in eine Kopfbedeckung um und konnte die Jacke weglassen. Klar gabs an der ersten Umtragestelle etwas Stau, aber das machte gar nichts. Schon in Dornburg verließen uns dann die meisten Paddler und es wurde merklich ruhiger auf dem Wasser. Da hatten wir lange keinen vor und hinter uns. Irgendwann gönnten wir uns auch eine Pause am Rande, aber nicht zu lange, es lagen noch ein paar Kilometer vor uns. Immer wieder mal richtig reinhauen und dann wieder treiben lassen. 

na wer seid ihr denn?

Blümchen

stylisch beim umtragen

Ausblicke

noch viel mehr Blümchen

Kumpel

Grummel 2 hat Pause

ups wir lächeln ja beide gleichzeitig

Auf dem zweiten Abschnitt steuerten wir auch den ein oder anderen Geocache an und so verging die Zeit recht schnell. An der alten Mühle in Döbritzschen machten wir dann länger Stopp. Zum einen war es nun nicht mehr weit und zum anderen ist dort jetzt ein großer Rastplatz mit Büdchen. Bier und Bratwurst gab es für uns. Wir hätten dort nicht zwingend umtragen müssen, sondern hätten die Rutsche nehmen können, aber bei unserem Zahmwasserboot, ist es sicherer sowas eher nicht zu machen. Die letzten Kilometer bis Camburg waren dann noch einmal Spaß und Anstrengung. Wir merkten dann doch, dass wir ne Weile unterwegs waren. 


an Land

Wehr in Döltzschen

da mussten wir vorher raus

Chefin

Unser Zeitplan haute aber prima hin. Wir hatten ausreichend Zeit, dass Boot wieder auseinander zu nehmen, zu verstauen und zum Zug zu laufen. Stressfrei konnten wir uns sogar noch ein Bier auf der Wiese teilen. Am Bahnhof trafen sich dann einige mit großen Rucksäcken – alles Boote. Die Fahrt zurück nach Jena dauerte nicht lange und Axel hatte sich den Rückweg zum Auto eingeprägt, so dass wir gegen 18 Uhr am Auto waren und unsere Heimfahrt antreten konnten. Ein schönes Pfingstwochenende war zu Ende.

darf trocknen

verpackt

am Bahnhof

Streckenverlauf

Stellplatz: Brücke am Gries in Jena
Wetter: Sonnig und warm
Essen: Unterwegs Bratwurst