Donnerstag, 24. Juli 2014

Am Teufelsstein - 20.Juli

Nach einer erholsamen Nacht erwachten wir gegen halb Acht bei blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein und einem leichten Lüftchen. So konnten wir nach dem Brötchen holen wieder gemütlich frühstücken und den Tag in Ruhe beginnen. Gemeinsam schmiedeten wir den Tagesplan, packten ein und nahmen noch schnell die Koordinaten des Übernachtungsplatzes auf. 
Es ist doch wirklich hübsch hier
Über kleine Bergstraßen durch malerische böhmische Dörfer, vorbei an Wiesen und Wäldern ging es in Richtung Johanngeorgenstadt. Einen Cache auf böhmischem Gebiet musste aber noch sein. Die Dreckschänke in Breitenbach (Potůčky) wollten wir unbedingt noch sehen. Weithin bekannt - nicht nur durch Anton Günthers Lied von der Draakschänk – gammelt dieses ehemalige Gasthaus nun vor sich hin. Sogar das Namensschild ist weg.
ohne Schild - das war sie mal die Draakschänk

Kurz vorm Grenzübertritt gönnten wir uns noch ein Bier und ich mir eine Übergangsjacke. Ich kann ja nichts dafür wenn ich über den Markt gelotst werde.  Zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich nicht den geforderten sondern einen runtergehandelten Preis gezahlt. Nun ging es aber ab zum Wanderparkplatz und dann ins Steinbachtal. Als ich den Rucksack schulterte machte sich der Muskelkater bemerkbar. Auf kürzestem Weg ging es zum Teufelsstein und dem Teufelssteinmassiv. Diese stehen unerwartet an einem Bach, man läuft und läuft und sieht eigentlich nichts, bis sie sich vor einem auftun. Als ich das Tagesziel sah bekam ich schon leichtes Muffensausen. Ganz schön hoch das Teil, Talseite in etwa 28m. Will ich da wirklich rauf? Klar will ich. Zuerst jedoch hieß es, eine Vorrichtung zum Bierkühlen im Bach zu bauen, schließlich ist bei den Temperaturen Durst schlimmer als Heimweh und wer mag schon gern warmes Bier trinken. Dann wurden die Füße in die Kletterschuhe gequält und los ging es. 
da hoch
Der erste Part bis zu einem Hochplateau war für Mispi ein Kinderspiel und ging ungesichert. Aber Winnie musste sich versteigen, immer diese Extrawürste… Dann jedoch wurde es kniffeliger. Was war ich froh das es noch einmal eine Stelle zum Nachholen gab. So hatte ich guten Rat und Motivation nur zwei Meter über mir, schließlich musste ich um eine Ecke rum. Geschafft, nun war es nicht mehr weit zum Gipfel und vor mir taten sich feine Spalten auf in die ich Hand und Arm klemmen konnte und im Notfall mal ein Knie. Nur das unter mir auf der Talseite andere Leute unterwegs waren irritierte mich kurz. Mit den letzten Kraftreserven ging es zum Gipfelbuch. Ein kurzer Schwatz und das übliche Berg heil, dann wurde mal geguckt ob das Seil überhaupt bis unten reicht. Na klar reicht es, und erstaunlicher Weise ohne Zicken ging es für mich nach unten. Eine feine Sache war das und das wassergekühlte Bier schmeckte danach doppelt so gut. Für mich gabs dann eine Pause, ich sicherte nur noch Mispi einen Weg nach oben, schließlich wollte er gern ans Wandbuch.
gewaltige Wände
Die Frage stellte sich, ob man nun nach Hause fährt oder noch einen Weg macht. Am Teufelssteinmassiv sollte noch was Einfaches gehen – und es ging sogar recht gut. Um den Tag rund zu machen liefen wir über einen schönen Lehrpfad auf der anderen Seite des Baches zurück. Das war ein wunderbarer Weg gesäumt von Wildblumen, der plätschernde Bach glitzerte in der Abendsonne, alte Steinbrüche am Rande und immer wieder interessante Lehrtafeln. Da ließen wir es uns nicht nehmen noch einen Earthcache zu lösen. Zurück am Auto war das Wochenende vorbei, irgendwie kam es mir so vor wie Urlaub. Sicher werden wir diese Gegend noch einmal besuchen.
Eibenstocker Granit

wildromantisch


Mittwoch, 23. Juli 2014

Klettern im Böhmischen Erzgebirge - 19.Juli

Angesagte Temperaturen von über 30 Grad, stehende Luft und drückende Schwüle…Da ergab sich die Möglichkeit ins Erzgebirge zu flüchten. Freitagabend war Treff und nach dem Einkauf ging es ab auf die Autobahn und in Richtung Silberbach(Stříbrná). Gegen dreiviertel Neun standen wir vor verschlossenem Camptor. Geöffnet nur nach Anmeldung von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Oh weh Fehlstart? Uns störte das gar nicht. Wir suchten einen Schlafplatz und dann einen Getränkedealer. Gemütlich klang der Abend aus. Am nächsten Morgen weckten uns Kettensägen um sieben. Ok die Schlafplatzwahl war suboptimal. Somit flüchteten wir erneut und fuhren nach Schwadenbach(Bublava) um Brötchen zu holen. In der Stadt auf einem Parkplatz frühstücken fetzt nicht, also zurück in die Berge und einen schönen Platz suchen. Wir trafen es besonders schön auf ca dreiviertel Höhe des Bleiberges ist ein Picknickplatz. 

Frühstück

Blick ins Tal

Blick aufs Dorf im Tal auf der einen Seite, auf die Berge auf der anderen Seite, über uns der Bleiberg mit seinen Skiliften. Da war gleich der nächste Schlafplatz gesichert. Ins Camp wollten wir nun nicht mehr. Nach einem gemütlichen Start in den Tag liefen wir erstmal hoch zum Bleiberg. Leider sind die Bäume mittlerweile so hoch das man keinen Rundumblick hat. 

Baude auf dem Bleiberg
Ein schneller Cachefund  und dann ab in Richtung Felsenstadt. Ein paar Meter in den Wald rein und uns umfing angenehme Luft, es wehte ein wenig und so waren die Temperaturen gut auszuhalten. Nach wenigen Minuten laufen legten wir die Rucksäcke ab und bestaunten die Kletterfelsen und entdeckten viele Gipfelbücher. Zuerst sollte es auf den Großen Hahn gehen. Mispi in gewohnt sicherer lässiger Art und Weise im Vorstieg und ich quälte mich mal wieder unter Schimpfen und Jammern hoch. Umso größer ist dann immer die Freude wenn man oben ist. Gleich gegenüber liegt der Kleine Hahn, also seilten wir auf der Seite ab und stapften diesen Gipfel hoch. Mispi entdeckte dabei noch einen Geocache, der stand eh auf dem Plan, aber so sparten wir uns das Daten sammeln. Da die Gipfel nicht allzu hoch sind, konnten wir einige bezwingen. Bei zwei Gipfeln gelang es uns sogar Jahreserste zu sein. Zwischendurch ruhten wir im Schatten aus und füllten die Energiereserven auf, schließlich ist es lange hell und wir wollten den Tag ausnutzen. 

Großer Hahn

irgendwie muss man ja wieder runter

Am Nachmittag ging es zum Katzenfelsen. Dort gibt es mindestens 20 verschiedene Wege rauf. Wir waren schon ziemlich geschafft, also legten wir erst einmal eine Matratze auf die Wiese und ruhten ein wenig. Upps eine Stunde rum. Na dann mal los. Hübsch mit einem Picknick- und Feuerplatz davor bot der Katzenfelsen einen schönen Anblick. Eine Runde sind wir drum herum gelaufen um die vielen nummerierten Wege anzusehen. Letztendlich bin ich ne Eins hochgelaufen, ehe mich Mispi noch einen anderen Weg hochjagte. Mal wieder in wunderbarer Teambildungsmaßnahme seilten wir nebeneinander ab. 

Katzenfels im Gegenlicht

Vorher hatten wir auf dem Gipfel noch die Daten für einen Multi gesammelt. Ich war am Ende meiner Kräfte, doch es ging weiter zur Fledermaus, schließlich sollte sich dort der Cache verbergen. Auch hier gab es einen entspannten Weg zu Fuß nach oben. Doch oh weh, wir brauchten das Seil. Als braver Seilknecht bin ich nach unten gelaufen und hab es geholt – zugegebener Maßen war dies das einzige Mal am Tag das ich Seilknecht war. Noch ein letztes Mal abseilen und dann packten wir zusammen. Hunger machte sich bemerkbar und wir steuerten zielstrebig eine Gaststätte an. Bei Braumeistersteak und Braumeistergetränk ließen wir diesen wunderbaren Tag ausklingen. Letztendlich zirpten uns die Grillen noch ein lautes Konzert zu einem Schlummertrunk auf dem Bleiberg.

wir hatten einen Menge Spaß

Freitag, 23. Mai 2014

Bad Dürnstein und Welterbesteig - 13.Mai

Puh Muskelkater, kein Wunder nach der Anstrengung gestern. Aber ansonsten ging es mir gut. Nur das Wetter sagte mal wieder – wie angesagt – windig, mal grau und regnerisch, mal Sonne. Wir wollten den letzten Tag nutzen um Bad Dürnstein zu entdecken. Bekannt geworden durch Richard Löwenherz wird dieses malerische Städtchen regelmäßig von Touristenströmen überschüttet. Diesen Eindruck hat man wenn ein Schiff anlegt und plötzlich die Stille von Geschnatter gestört wird, alle Läden voll sind und man keinen Schritt mehr ungestört tun kann. Bloß gut hatten wir Zeit. Es hieß noch ein bissel was für zu Hause erwerben. Einmal ging es die Einkaufsstraße rauf und einmal runter und dann musste ich mich entscheiden. Handgeschöpfte Schokolade für die Kinder, Schnaps für die Eltern und einen Wein bei einem Heurigen. Dann führten uns unsere Wege etwas abgelegener in die kleinen Gassen. Wir lasen die Blondelsage, naja ich las sie und belehrte dann Mispi und entdeckten viele schöne Kleinigkeiten an den Häusern. 
Will ich haben - alles ;-)

typischer Laden für Touristen

plötzlich allein und einsam

tja 2013 wäre ich weg gewesen

Genug Stadt, lass uns ein wenig laufen und schließlich wollen wir noch zur Burg hoch. Da verbanden wir wieder das Hobby Geocachen mit der Leidenschaft Natur und Wandern. Zunächst liefen wir zum Franzosendenkmal. Es erinnert an die Schlacht von 1805. Wir waren in den letzten Tagen immer wieder dran vorbei gelaufen, nun stoppten wir ehe es ein Stück auf dem Welterbesteig durch die Weinberge ging. Malerisch schlängelt sich dieser Weg durch die Weinberge, bergauf, bergab für uns begleitet durch ein Letterboxcache. Riesig amüsiert haben wir uns als wir plötzlich Ringe in den Steinen – ich will es nicht Felsen nennen – entdeckten. Was ist denn hier los? Geguckt und man hätte über Steine hochlaufen können, die übermäßig gesichert waren und sogar eine Standplatz war angelegt. Wir konnten nicht mehr vor Lachen, ob da echt jemand mit Seil hochmacht? Das hätte selbst ich mir ohne zugetraut. Immer näher kamen wir der Burg und immer näher kam der Regen. So ein Mist. Jeder zückte seinen Regenschirm und langsam dackelten wir weiter.
Franzosendenkmal

Weinberge und Mispi als Deko

der Standplatz - gesichert mit 2 Ringen

Es ist einfach nur ein Traum hoch zur Burgruine zu laufen. Es sind zwei sehr sehr schöne Themenwege da hoch angelegt. Einmal „Mit allen Sinnen“ und einmal „Richard Löwenherz“. Der Erste begleitet mit kurzen Einblicken ins Leben, den Weinanbau und die Umwelt mit allen Sinnen nach oben. So hat man unverhoffte Ausblicke, plötzlich geht eine Stimme los und erzählt was, dann wieder drückt man auf einen Knopf und hört Minnesänge und an andere Stelle bewundert man geschmiedete Sitzgelegenheiten. Der Zweite erzählt die komplette Geschichte von Richard Löwenherz, von Kindheit über die Kreuzzüge und die Gefangenschaft in Bad Dürnstein bis zum Tod mit Legenden und Sagen und vielen Nebenfiguren. Das Ganze auf Deutsch und Englisch. Ich bedauerte sehr, dass es regnete, denn so konnte man einfach nicht überall stehen bleiben und lesen. Von der eigentlichen Burg ist nicht mehr viel übrig und trotzdem thront sie über der Stadt. Wir sahen uns alle Ecken an, suchten Hinweise und schließlich noch den Cache. 
Burgruine Bad Dürnstein

warum denn den weg nehmen wenns auch auf der Mauer geht

Cache gefunden

Blick hinab

Ruinenteil
Kaum begaben wir uns auf den Rückweg über den Eselsteig riss der Himmel wieder auf. Nur leider zu spät, der Tag endete. Noch einmal gingen wir einkaufen, aßen und gönnten uns zum Urlaubsabschluss noch eine Flasche aus dem Weinschrank. So ganz billig ist mit 7 Euro so ne Flasche auch nicht, aber sehr lecker. Ein schöner Urlaub mit vielen Erlebnissen und Herausforderungen, von stiller Natur über Großstadt bis zur malerischen Wachau ging zu Ende. 

Wachauer Grat - 12.Mai

Dieser Tag wird mir unvergesslich bleiben und das ahnte ich schon am Morgen. Zum Frühstück gabs Kaiserbrötchen, Marillenmarmelade, Wurst und Käse, Kaffee und einen wunderbaren Traubensaft, der so dick war, dass man ihn eins zu eins mischen musste. So gestärkt packten wir das Kletterzeug ein und schwangen uns auf die Räder. Die Herausforderung meines Lebens wartete auf mich – der Wachauer Grat. 
da rauf

Mir war ganz schön bange. 17 Seillängen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, angeblich soll man als Nachsteiger den 4. Schwierigkeitsgrad beherrschen, und damit ca 350 m Länge an Felsen bergauf. Kurz bevor wir jedoch den Abzweig in den Wald nahmen, stellte Mispi fest – Schuhe vergessen. So durfte er noch einmal zurückfahren und ich guckte mir die Einkaufsstraße von Bad Dürnstein an. Mit einer knappen Stunde Verspätung konnten wir dann den Abzweig in den Wald nehmen. Schon dort ging es bergan. Irgendwie muss es mal ein alter Weinberg gewesen sein, da ganz offensichtlich noch Terrassen mit Trockenmauern zu sehen waren. Nicht ablenken lassen, wir sind da. Bloß gut sieht man nicht alle Türme, Knubbel und Köpfe über die es rüber geht, sonst hätte ich vielleicht Schiss bekommen. Ich bekam mal wieder eine Lehrstunde in Sachen Umgang mit dem Seil und Sicherungsteilen. Schließlich war das meine erste Mehrseillängentour. Dann konnte es losgehen. Dann mal hoch aufs Kamel. Bei Mispi sah es den ganzen Tag aus als wäre nichts dabei – zumindest immer wenn ich ihn sah. Er lachte schon über die übermäßige Sicherung des Grates, an Ringen hat es wahrlich nicht gemangelt und ich war nicht böse darüber. Auch ich kam noch ganz gut das Kamel hoch und wieder halb runter ehe es am Ende des Smaragdes höllisch schwer für mich wurde. Geduldig bekam ich mitten in der Wand weitere Anordnungen. Hände runter ausschütteln, ausruhen, nachdenken, gucken und dann mal los. Wie denn bitte? Arschglatte Wand und keine Kraft und keine Technik, lt Beschreibung 6er Schwierigkeit. Aber ich konnte es doch. 
fertsch

gucke mal 

Und war sehr froh und am Ende meiner nervlichen Kraft als ich das Stück geschafft hatte. Ich kann heute noch die Augen zumachen und sehe das vor mir und staune immer noch dass ich es gepackt hab. Aber das war erst die sechste Seillänge. Die nächsten waren einfacher, aber die Kräfte ließen merklich nach. Sachen die ich am Anfang noch bewältigt hab, wurden immer schwerer und selbst die Sicherungen wieder mitnehmen erforderte Kraftaufwand. Nach den Köpfen des Grandl waren wir zehn Seillängen geklettert. Die Elfte und Zwölfte stieg Mispi gleich durch ohne Standplatz zwischendurch. Das wurde mir dann zum Verhängnis. Der Anfang ging noch – erst hoch dann links weg und dann stand ich vor ner Wand, die mich in die Knie zwang. Mit viel Motivation kam ich noch die Hälfte des Schartenkopfes hoch bevor eine Stelle kam über die ich mich einfach nicht mehr rüber traute. Zu meinem Glück gab es eine einfacherer Alternative, die ich mit den letzten Energiereserven auch noch schaffte. Oben angekommen brach ich in Tränen aus – vor Erschöpfung und konnte mich kaum beruhigen. 
irgendwo da kommt sie

Tief durchatmen und einsehen, es ist vorbei, die letzten 5 schaffe ich nicht mehr. Mispi musste noch einmal runter um zwei Exen zu holen, da ich ja einen anderen Weg nach oben genommen hatte. Er war nicht sauer oder böse, sondern sah ein dass es nicht weiter geht. Wir konnten den rot markierten Ausstieg schon sehen, aber es ging nicht mehr. Ich muss mal wieder kommen.  Ausruhen und vor allem die Schuhe ausziehen, packen. Den Cache nach der 13. Seillänge holte Mispi auf meine Höhe runter, verdient hat ich diesen T5er auf alle Fälle. Bloß gut ist fast überall der Ausstieg aus dem Grat möglich und so liefen wir die restlichen Meter bergan. Dabei entdeckten wir noch ein Wandbuch, welches von den Huber Brüdern angelegt wurde. Da stehen wir jetzt auch drin.
Mispi am Wandbuch

Nach kurzem Verlaufen fanden wir auch den empfohlenen Abstieg auf dem Vogelbergsteig. Und schon konnte ich wieder lachen. Herrliche Blicke auf die Donau, die Burg Dürnstein und umliegende Felsen und ein ganz toller Weg mit kurzer Klettersteigeinlage, die ich freihändig konnte, machten den Rückweg sehr schön und den Tag rund. Mit den Rädern wieder ins Domizil und ich wollte nur noch ins Bett. 
Blick hinab

ganz hinten die Burg

nochmal

Aber nichts da, Mispi fuhr einkaufen und so kam abends mein Kocher zum Einsatz. Auf der Terrasse kochten wir Chili Con Carne und gönnten uns Bier und Rotwein und schlossen den Tag gemütlich ab. 

Schloss Schönbrunn im Regen - 11.Mai

Augen auf und Ohren gespitzt. Es war grau und dröppelte leicht. Na wenn es so bleibt ist es auszuhalten. Wir packten das Auto nach dem Frühstück und suchten einen Weg nach Schloss Schönbrunn. Man kann nicht Wien besuchen ohne am Kaiserschloss gewesen zu sein und auf den gleichen Wegen zu wandeln wie einst Sissi. Pünktlich mit Abstellen des Autos – was Mispi mal wieder typisch Sparfuchs vor einem Sparmarkt parkte – begann es zu regnen. Zähneknirschend und hoffend dass es besser wird, stapften wir mit Schirm und Regenjacke los. Viele andere Touristen waren auch unterwegs und so begegneten wir gleich ein paar Holländern, die uns halfen einen sehr witzigen Cache zu finden namens Calling Franzl. Da kam trotz Regen ein Schmunzeln ins Gesicht. Wir waren uns einig, dass kein Geld ausgegeben wird um irgendwas anzusehen, alles war frei zugänglich war durfte sich über unseren Besuch freuen. Ich glaube im Areal von Schloss Schönbrunn kann man Tage unterwegs sein und hat immer noch nicht alles gesehen. Das Getröpfel ließ kurz nach und so orientierten wir uns erstmal an einer der vielen Tafeln und mit organisierten Faltblättern. Mir gefiel es hier ausgesprochen gut, alles schön symmetrisch sogar die Bäume. Obwohl das eigentlich schon lächerlich ist. Auf der Wegseite wurden die Bäume schnurgerade geschnitten und auf der Rückseite durften sie halbwegs so wachsen wie es die Natur vorsieht. 
imposant, schön und verregnet

schnurgerade geschnitten

Durch die geraden Wege sieht man immer das Besondere am Ende. Wir liefen zunächst auf den Obeliskbrunnen zu. Der Obelisk sollt mit den Hieroglyphen die Geschichte des Hauses Habsburg erzählen. Ist allerdings Blödsinn, da Hieroglyphen erst ab 1822 entziffert werden konnten und der Brunnen 1777 gebaut wurde. Aber schön ist er trotzdem. Nur lief das Wasser jetzt nicht nur über die Kaskaden des Brunnens sondern auch wieder von oben herab. 
ein Teil des Brunnens

in seiner ganzen Pracht

Wir schlugen uns etwas in den Wald, vorbei an einer gebauten römischen Ruine und liefen gen Gloriette. Sie thront auf dem Schlossberg und bietet einen phantastischen Blick über den Park und auf das Schloss. Für uns war sie Regenschutz. Das eingegliederte Kaffee hatte freies WLAN und so konnte ich via Whatsapp Muttertagsgrüße entgegen nehmen. Da der Regen nicht nachlassen wollte, verbrachten wir nur noch knapp zwei Stunden im Park mit cachen. Wir kauften mir noch einen Regenschirm - Klimtmotive mussten es sein - und die obligatorischen Magnete und brachen dann den Aufenthalt in Wien vorzeitig ab. 
Gloriette

Aufgang zur Gloriette

Blick aufs Schloss

Bei Regen kann man auch fahren…in Richtung Wachau nach Oberloiben bei Bad Dürnstein. Noch am Morgen hatte Mispi dort eine Unterkunft klar gemacht. Angemeldet in der sehr schönen Pension des Weinguts Granner waren wir spät, aber es war überhaupt nicht schlimm dass wir schon 18 Uhr dort auftauchten. Und als wir freien Zugang zum Weinschrank bekamen war der verregnete Tag gerettet. Wir köpften gleich mal eine Flasche Grünen Veltiner und was soll ich sagen? Oberlecker. Klar kam der Wein aus dem hauseigenen Weinberg. Irgendwie leben hier alle von Vermietung und kleineren Weinbergen. 
alter Weinstock

Gästeterrasse

Uns plagte jetzt nur noch Hunger. Im Ort selbst hatte nichts mehr offen also liefen wir nach Oberloiben und fanden dort den Loibner Hof offen vor. Bloß gut hatten wir nicht vorher auf die Preise geschaut, sonst wäre uns ein Hochgenuss entgangen. Ich bestellte Ente und Mispi Tafelspitz und wir sind uns einig, dass es köstlich war. Kein Wunder wir speisten in einem Sternerestaurant. Zu allem Überfluss gönnte ich mir auch noch einen Palatschinken als Dessert – zum Bezahlen nahmen wir mal lieber die Kreditkarte. Es war ein feiner Tagesabschluss und einmal im Leben muss man sich so etwas gönnen. 

Einen ganzen Tag durch Wien - 10. Mai

Der Morgen begrüßte uns nach nächtlichem Regen mit blauem Himmel mit weißen Wolken und Sonne. So ging es gleich nach dem Frühstück raus. Eine freundliche Mitarbeiterin am Ticketschalter beriet uns gut und verkaufte uns das günstigste Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Fein, da ich gerne U-Bahn fahre war es eine Freude unterirdisch in die Altstadt zu fahren und wir hatten den ganzen Tag keine Parkplatzprobleme. In der Altstadt angekommen spazierten wir zuerst zum Stephansdom. Ich sollte Grüße meiner Eltern ausrichten, was ich auch tat. Klar dass mein erster österreichischer Cache der am Dom war. Erstaunlicherweise kam Mispi sogar mit rein. Die imposante Bauweise zeigt doch immer wieder wie klein wir Menschen doch sind und trotzdem zu solchen Bauten fähig. Einen Teil kann man ohne zu zahlen besichtigen und auch da bekommt man einen umfangreichen Eindruck. Besonders gut haben mir die großen Buntglasfenster gefallen.
und davon gabs viele

Draußen tobte das Leben, Der Wiener Dialekt schnatterte aus allen Ecken, beim Fiakerstandplatz stank es nach Pferdesch* und unvermeidlich begegnete man überall Mozartkugeln und Sachertorte sowie Sissi- und Gustav – Klimt - Andenken. Beeindruckende Gebäude, kleine Details und buntes Gewimmel ließen die Zeit schnell vergehen. Vor der Hofburg kamen wir noch in den Genuss des Radetzkymarsches, den eine militärisch angezogene Gruppe spielte. Da Wien viele große Stadtparks hat, gönnten wir uns eine Pause. Betörend war der Duft der Rosen die dort schon in allen Farben blühten. Da vergisst man, dass man mitten in einer Großstadt ist. Kurzweilig unterhielten uns Entenfamilien auf den vielen kleinen Teichen, lockten Statuen zum näheren Betrachten und Bänke zum Verweilen. Auch das Rathaus bestaunten wir noch, lockte uns doch ein Cache rund um den Rathausmann dort hin. 
und es klang schön

Mispi bei Sissi im Volkspark

Teil des Rathauses

gefahren sind wir nicht

Außerdem lag die U-Bahn- Station nicht weit entfernt, der Herr der Runde hatte nämlich den Wunsch den Nachmittag auf dem Prater zu verbringen. Aber gerne doch. So stürzten wir uns ins bunte Rummeltreiben. Ohne eines der verrückten, bunten und lauten Fahrgeschäfte zu fahren genossen wir die Stimmung und den Trubel. Oft standen Grüppchen von lustigen Figuren rum, das Schweizerhaus war gut besetzt, das Essen duftete verführerisch, die Spielbuden überboten sich gegenseitig im Anwerben der Leute. Obligatorisch gönnten wir uns einen Kaffee und ein Stück Sachertorte, ehe es zu einem unvergesslichen Erlebnis kam. 
5 min Spaß und ein Leben lang auf der Hüfte

wo ist sie denn?

Hauptsache bunt

das höchste Kettenkarusell

Beim Rumschlumpern hatten wir eine Bude entdeckt, in der man Fotos wie vor hundert Jahren machen konnte. Alte Klamotten, eine auf alt getarnte Kamera und zwei unheimlich nette Frauen vermittelten den Eindruck wirklich hundert Jahre zurück zu sein. Wir guckten eine Weile zu und ich wollte unbedingt auch so ein Bild. Auf dem Rückweg dann wurde dieser Wunsch Wirklichkeit. Ich schwang mich in ein altrosa Kleid, bekam Hut und Schirm und einen vornehmen Herrn mit Hut und Stock an die Seite ;-) und keine 10 Minuten später hielt ich ein schickes Bild in der Hand. Nun brauch ich nur noch einen alten Rahmen und es passt prima in meine Stube. Langsam traten wir den Rückweg an und liefen lange  durch den angrenzenden Park mit eine paar Cachefunden zur Abwechslung in Richtung Hundertwasserhaus. Wann kann man so was schon mal sehen? Mitten in einem Wohnviertel steht da dieses kunterbunte Haus mit asymmetrischen Formen und  viel Baum und Efeubewuchs und einem Brunnen davor. Schnell noch ein paar Fotos ehe es völlig pflastermüde zurück ins Hotel ging. 
ich zieh dort ein ;-)

detailverliebt

Wir rafften uns noch einmal auf und besuchten den nahen Asiaten zum Abendbrot. Die letzten Energiereserven führten uns auf einen Turm, der den Überblick über die Großbaustelle Hauptbahnhof verschafft. Ob der jemals fertig wird, steht genauso in den Sternen wie unser BER. Der Abend endete mit kurzem Internetdasein in der Lobby und dem Sieg einer gewissen Conchita Wurst im Songcontest. Für den nächsten Tag war Regen angesagt, so recht glauben wollten wir das jedoch nicht.