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Freitag, 11. September 2020

Brennend heißer Wüstensand – 11.09.2020

Geschlafen haben wir völlig unspektakulär auf einem Parkplatz bei Klucze. Nur warum? Polen hat die größte mitteleuropäische Sandwüste. Im Dunkeln beim Ankommen war nix zu sehen. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen. Vom Schlafplatz aus waren es zu Fuß höchstens 100m zum Aussichtspunkt. Also gucken gehen – ich war bissel enttäuscht. Von oben sieht das Teil eher unspektakulär aus. Ein Sandkasten umrahmt von Bäumen. Was hab ich auch erwartet, ist ja nur Sand. An der Aussicht haben wir erst einmal gefrühstückt und dann wollten wir die Wüste hautnah erleben. Genug Wasser, sowie Bier und Mixgetränke eingepackt und ab durch den Wald. Das Laufen wurde anstrengender, der Wanderweg bestand alsbald nur aus tiefem Sand. Und dann traten wir raus aus dem Kiefernwald und standen vor…einer riesigen Fläche aus Sand, endlos weit. Ich revidierte innerlich meine Enttäuschung vom ersten Blick. Es war doch recht eindrucksvoll und irgendwie unwirklich.

mh unspektakulär oder?

na vielleicht wird es noch

mittendrin statt nur dabei

doch ganz schön groß

Über uns knatterte plötzlich ein Flugzeug und als wir genauer hinsahen, staunten wir Bauklötze. Es sprangen Fallschirmspringer raus. Dazu muss man wissen, dass ein Teil der Wüste vom polnischen Militär als Truppenübungsplatz genutzt wird (haben schon die Nazis gemacht – Rommel hat da geübt). Immer und immer wieder kam das Flugzeug, oder ein weiteres? Und es sprangen Menschen raus. Erst 5, dann 13, dann 17…es war surreal. Es sah aus, als würden Schirmchen von Pusteblumen sanft zu Boden segeln. Die Wüste ist mittlerweile etwas geteilt, der militärische Teil ist durch eine Wald abgetrennt. Sicher ist da auch noch ein Zaun, den wir aber nicht sehen konnten. Leider wird sie immer kleiner und von der Natur erobert, dort wo wir lang gelaufen sind durch den tiefen Sand, war früher kein bewuchs. Die Wüste hat einen großen super erschlossenen Picknickplatz mit jeder Menge Informationen. Das war unser Ziel und dort gab es eine längere Pause. Die Infotafeln sind zwar auf polnisch aber mit dem Googleübersetzer kann man doch vieles lesen über Rommels Übungen, über früher aufgetretene Fata Morganas, die Pflanzen und Tiere, die Erosion der Steine....Da verging die Zeit bei Bier und Co recht schnell, ehe es zurückging. Wir nahmen den kurzen aber steilen Weg zum Auto und futterten erst einmal ne Kleinigkeit. 
auch am Picknickplatz Spuren von Militär
fehlt nur das Meer


Sonne tanken

geilster Hut aller Zeiten
Hier noch die Fallschirmspringer...


Wir hatten immer noch die gestrigen Felsen im Kopf und fuhren zurück nach Ogrodzieniec. Den Nachmittag verbrachten wir dort. Den ersten Weg kletterten wir beide, dann sicherte ich Axel noch einen schwereren Weg. Und dann hatte es ihm ja der „Affe“ angetan und so war ich auch dort noch sein Sicherungsmädchen. Er war happy diese Felsnadel bezwungen zu haben. Ich durfte noch zwei Babywege – sehr kurz und sehr einfach – vorsteigen und dann wars schon 17 Uhr. Wir waren seit Montag unterwegs und hatten noch keine Dusche. Also musste es nun mal auf einen Campingplatz gehen. 
da ging es zuerst hoch

kurz vorm Gipfel des Affen

oben

gar nicht so klein das Teil

hier gab es meine Babywege

Unser Weg führte uns nach Krakau, wo wir noch ein sehr sparsames Einkaufserlebnis bei Decathlon hatten. Lag alles im Fach und sollte gescannt werden - wurde es aber nicht und so gabs ein paar Teile für Lau. Tja wenn man die Selbstbedienungskassen so ausbaut und dann nicht genug Personal bereit stellt - selbst schuld. Eigentlich wollten wir fix in einem riesigen Einkaufszentrum was essen, aber das war eine komplette Fehlanzeige. Der Leerstand war erschreckend, da sind unsere Einkaufszentren gut ausgebucht. Es war schon dunkel als wir auf dem Campingplatz ankamen, aber brav kochten wir uns noch was, das Duschen verschoben wir allerdings auf den nächsten Morgen.
erschreckend leer

 
was tut man nicht alles für ...

den Eddie des Tages

Wetter: Sonne satt und warm
Essen: Nudeln mit Tomatensauce (selbige vorgekocht aus eigener Ernte)

Mittwoch, 9. September 2020

Klettern in der polnischen Jura – 09.09.2020

Auch wenn beizeiten Autos auf den Parkplatz fuhren, schliefen wir richtig lange und hatten keine Eile. Wir warteten bis die Sonne da war und konnten so das Frühstück draußen genießen ohne zu frieren. Richtig in die Puschen kamen wir irgendwie nicht, so trullerten wir lange rum. Scheinbar brauchten unsere Körper diese Form von Erholung. Und ein kleiner Frühschoppen ist auch nicht zu verachten. 
schöner Stellplatz

seh' ich da Sekt und Wolle?

Aber umsonst wollten wir das Kletterzeug auch nicht eingepackt haben. Also liefen wir die paar Meter wieder hoch zu den strahlend weißen Felsen. Noch einmal guckten wir uns genau um. In Ermangelung eines Kletterführers musste Axel seine ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um was Kletterbares zu finden. Gelang ihm aber. War im Prinzip einfach. Die Wege mit den speckigsten Tritte waren die einfachsten, weil oft geklettert. Uns fiel wieder auf, dass die tollsten Risse und klaren Kanten keine Sicherungen aufwiesen. Komisch. Naja wir fanden was und stiegen ein. Axel hat ein zweimal geflucht über den glatten Kram, hatte sich aber dann gleich dran gewöhnt und den Weg souverän bewältig. Mulmig war mir dann schon, trotz Seil von oben. Ich steh ja eh nicht so weltbewegend gut am Fels, aber das war noch einmal einen Zacken schärfer. Axel meinte nur, Fuß hinstellen und nicht mehr drüber nachdenken. Irgendwie hab ich den ersten Weg auch geschafft und ein Gefühl für den Kalk. Wir fanden im Laufe des Tages noch mehr machbare Routen, mal kletterten wir beide, mal sicherte ich nur. So kam Axel am Ende des Tages auf 7 gekletterte Wege und ich immerhin noch auf 5. Ich lass einfach weg, wenn ich schon sehe, dass es nix wird, zu schwer aussieht, mir nicht gefällt oder ich ein ungutes Gefühl habe. Will mich ja erholen und nicht stressen. 
da hoch?

oder hier?

ich guck mal

fast oben

Ganz zum Schluss in der Abendsonne trollten wir uns wieder Richtung Auto und ner kleinen Wand mit unabgesicherten Wegen. Das waren die Anfängerwege. Die hatten wir am Vortag schon einmal kurz gesehen, aber irgendwie vergessen wo das war. Ich wollte auch gern  was vorsteigen, hab aber null Ahnung Sicherungen zu legen und schon gar nicht im Kalk. Also ist Axel einen Weg vorgestiegen, hat Sicherungen gelegt und dann das Seil durchgezogen. Damit war es dann doch ein Vorstieg für mich. Nur beim Rausmachen der Keile auf dem Weg nach unten, hat ich dann so meine liebe Not, zumindest mit einem. Da musste Axel nochmal ran. 

nicht nass, glatt poliert vom Treten

kein Kletterfoto - weil ich da lieber sicher, wenn er klettert

Zufrieden ging es zurück, lecker kochen stand noch an. Im Blick zurück sahen wir die Felsen und die Wysoka im herrlichsten Abendlicht

herrlich

magisch

kochen fetzt - hier noch bei den Vorbereitungen

Letztes Licht im Seitenspiegel

Eddie des Tages

Wetter: Sonne satt und warm
Essen: Roten Linsen mit Bohnen und Truthahn aus der Dose