Bissel wolkig der Himmel, aber auch blaue Abschnitte und so
gab es keine Ausrede, warum wir nicht klettern gehen sollten. Dann gönnen wir
uns mal Frühstück – das Camp hat einen Brötchenservice, so dass Axel nur die
bestellten Brötchen holen musste. Ein wenig Luxus muss sein. Dann kramerten wir
und packten das Kletterzeug und los ging es. Nach wenigen Minuten Fahrt,
stürzten wir uns in das Abenteuer „Auto am Straßenrand abstellen“. Das Tal ist
eng und verschlungen, aber ab und an gehen doch ein paar Autos und Busse an den
Rand. Im Westen war Feiertag und dementsprechend viele Autos standen rum. Axel
gelang es, den Grummel abzustellen und so konnten wir zum Fels laufen. Vorbei am
Wasserwerk und dem dazu gehörigen Wehr ging es zum Schlafenden Löwen. Da war nur ein weiteres
Paar am Klettern und so konnten wir alsbald einsteigen. Einen sehr schönen Weg
stieg Axel mir vor und ich recht ordentlich nach. Dann schlug seine Stunde,
sein Wunschweg – die Molybdänverschneidung – stand an. Ich war brav die
Sicherungsfrau und gönnte ihm seinen Spaß. Trotzdem war ich froh als er wieder
unten war. Wir zogen dann noch weiter, um am Passo di Ball noch einen recht
merkwürdigen Weg zu klettern und letztendlich am Nordmassiv uns mal mit einer
Reibung auseinander gesetzt. Tja schnell erzählt aber der Tag war recht
fortgeschritten und es zog weiter zu. Es reicht, wir fahren zurück. Zur Belohnung
gab es für jeden einen halben Hahn, lecker fettig und war für die Seele.
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ich such noch was |
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der schlafende Löwe |
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eine andere Seilschaft in der Molybdänverschenidung |
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zugucken |
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ähm das war mal Bismarck |
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ohne Kletterführer geht nix |
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nur aus Holz - Adler am Adlerfels |
Auch der Freitag stand im Zeichen des Felssports. Dieses Mal
sollte es auf die andere Seite des Tals in Richtung Treppenstein gehen. Das
Wetter war toll und der Aufstieg anstrengend. Der Weg war zwar kurz aber elende
steil. Da schnaufte ich schon als wir am Drachenfels ankamen. Dort guckten wir
erst einmal, ließen andere klettern und stiegen noch bis zur Falterwand hoch. Da
blinzelte uns ein genialer Zickzackweg an. Dann mal hoch. Axel wie immer
souverän und dann kam ich. Irgendwie hatte ich nicht richtig hingeguckt, wie er
es zuvor gemacht hat oder er war zu schnell. Jedenfalls stellte ich mich selten
dämlich unten an. Deshalb dauerte der Spaß etwas. Danach war aber der
Drachenfels frei und wir konnten dort einen tollen Weg absolvieren. Eine
Reibungsplatte, arschglatt, und die soll man klettern können? Axel kann sowas,
ist er aus dem Sandstein gewöhnt und mag er sowieso. Ich hingegen bin ja eher „stehunbegabt“,
ein Körperklaus. Das konnte ja heiter werden. Wurde es aber erstaunlicherweise
gar nicht. Der erste Teil ging ganz wunderbar. Ich hab einfach gedacht: „ich
bin eine Katze, ich schleiche“. Der Gedanke funktionierte dann im zweiten Teil
nicht. Nach mehreren Versuchen büxte ich nach links in eine minimal einfachere
Passage aus und konnte so auch irgendwann oben ankommen. Dann stand noch ein
Wunschweg für Axel auf dem Programm, der Schwiegermutterriss. Mittlerweile war
das gleiche Paar wie gestern auch an diesem Fels und der junge Mann guckte
interessiert zu, wie ein Sachse einen Riss klettert. Er wollte lernen und tat
das auch. Halbherzig probierte ich den Weg, wusste aber das geht nicht.
Außerdem war ich nach den vielen Tagen voller Bewegung ziemlich fertig.
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es grünt so grün |
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na, wer sieht den Zickzackweg? |
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glatt und lang |
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ich schaff es noch |
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der Schwiegermutterriss |
Ein
letzter Weg, ein langer Grat zum Treppenstein sollte es noch sein. Bereits am
Einstieg schüttelte es mich mit einem gewissen Unwillen. Steilstufen mit Riss.
Das erste Stück war Kampf und beim Nächsten hob ich einfach nicht ab. Der Riss war zu breit für meine Faust und meine Füße. Immer
wieder ging es runter und ich verlor völlig die Nerven, band mich aus und stieg
zurück. Ich hatte einfach keinen Bock und keinerlei Kraft mehr. Der Tag war
gelaufen. Zurück im Camp fiel ich nur noch in Grummels Arme und schlief. Tja
Bürojob und dann von null auf hundert Bewegung, irgendwann ist der Ofen aus.
Leider hatte ich das natürlich nicht vorher kommuniziert. Man bindet sich nicht
einfach aus und geht. Die Konsequenz, Axel war sauer, es gab nur noch
tschechisches Fernsehen – nur Bild kein Ton. Mist der letzte Tag und dann das.
Hoffentlich wird die Heimfahrt entspannt...