Montag, 25. August 2025

25.08. - Kleine Runde in den Fruška Gora

Wir haben ganz hervorragend geschlafen und sind sogar nach der senilen Bettflucht noch einmal eingepennt. Erst nach acht standen wir dann doch auf. Wie herrlich es ist, im Wald mit Vogelgezwitscher und durch das Laubdach brechende Sonnenstrahlen, einen Kaffee zu kochen, Frühstück zu genießen und langsam in den Tag zu starten. Das hat uns gefehlt. Ganz in der Nähe zum Schlafplatz gab es zwei na nennen wir es mal Sehenswürdigkeiten. Da wir das Auto nicht unbeaufsichtigt stehen lassen wollten, rollten wir die paar Meter zu einem geschlossenen Restaurant und waren so schon in der Nähe vom Denkmal für die Kriegsgefallenen…Monument Sloboda. Echt martialisch, was die da hingebaut haben. Die Freiheit steht sehr groß auf einer Stele, unten paar Krieger und drumherum Bronzereliefs mit Kriegsgeschichten, Menschen und Panzern mit verfassungsfeindlichen Symbolen. 
Tankstelle für E-Bikes

ein Stück

Versuch das Ganze zu erfassen

geht nur von Weitem


Detail mit KI das Symbol verschwinden lassen

Von dort aus nahmen wir dann den Wanderweg, um zum nächsten Ziel zu gelangen. Die Wanderwege sind super markiert und zu meiner großen Freude ist der Hauptwanderweg Fruška-Gora-Trail mit einem Rotes Herz weiß umrandet bezeichnet. Das ist bezaubernd. Es gibt viele Wege, vielleicht zu viele, aber verlaufen kann man sich nicht. Irgendwann biegt das rote Herz ab zu einem der vielen Klöster und wir folgten nun dem roten Stern zum TV Tower. Was ist daran so besonders? Tja, das Teil arbeitet noch, ist aber 1999 von UN Soldaten bombardiert worden. Auf einer Seite fehlt ein ziemliches Stück und es sind Einschüsse zu sehen. 
herzig

ein Pfeil zuviel?

wieder eindeutig

sieht irgendwie komisch aus der Turm

ja nun ist klar warum

Dahinter ist ein Hotel und ein Picknickareal, wo wir uns ein Urlaubsbier gönnten, ehe es noch zu einem Miniaussichtsturm ging. Gut, dass der klein war, er wackelte ordentlich und bestand aus Holz. Einen Blick auf Novi Sad konnte man erhaschen, rundrum noch Trimm Dich Geräte. Für uns ging es zurück zum Auto bzw. zum ersten Monument. Ich las eine Weile in der Sonne, Axel ließ die Drohne fliegen und dann fuhren wir zum Infopoint. Da gab's leider wenig Infomaterial und einen wenig engagierten Mitarbeiter. Dann eben nicht, auf der anderen Straßenseite lockte ein Büdchen mit kalten Bier und das nahm uns herzlich auf. Vom Urlaub vor drei Jahren hatten wir noch ein paar Dinar übrig und brauchten erstmal nichts tauschen. 
gleich hinterm TV Turm


Aussichtstürmchen

Sport?

Cheffe und sein Spielzeug

Da es erst früher Nachmittag war, wollten wir uns noch eins der Klöster ansehen. So rollten wir bergab nach Vrdnik und besuchten das Kloster Ravanica-Vrdnik. Das Areal wird gut gepflegt, wir nehmen aber an die uralten Nonnen haben einen Hausmeister. Die mondäne Kirche ließ uns staunen. Typisch orthodox war sie über und über gestaltet, Gold und Bilder, Ikonen und Reliquien, tolle mit Mosaik verzierte Böden und Teppiche. Genug Kultur für heute, ein Hüngerchen schlich sich ein. Da kam uns in der Stadt der Grill Banja genau gegenüber vom Thermalbad genau recht. Nachdem wir geklärt hatten, dass wir mit Karte zahlen können, bestellten wir und ließen es uns gut gehen. Axel hatte seine geliebten Cevapcici und ich Huhn gegrillt. Zeitig essen hatte den Vorteil, dass wir unseren Schlafplatz diesmal noch im Hellen anfahren konnten und auf einer Picknickbank den Abend verbrachten. Ich hab die Urlaubskasse mit den ersten Ausgaben gefüttert, Axel lies nochmal die Drohne fliegen und jeder hing seinen Gedanken nach. So Mal nichts tun zu müssen, ist hervorragend entspannend. Mal sehen was uns der morgige Tag bringt. 
 
Wetter: um die 25 Grad, sonnig
Schlafplatz: Picknickplatz in den Fruška Gora
Essen: Hähnchen mit Pommes, Cevapcici mit Pommes
Eddie des Tages

alt und prächtig

Detail

von außen

schmeckt

fast vergessen - bissel Romantik musste auch sein


Sonntag, 24. August 2025

24.08. - Wir starten mal

Wie jedes Jahr stand Ende August unser dreiwöchiger Jahresurlaub an. Unser Plan klang gut. Wir fahren nach Bulgarien noch vor der umstrittenen Einführung des Euros dort, nur hatte unser Grummel irgendwie etwas dagegen. Er war zwar vor kurzem in der Werkstatt und daher sollte eigentlich auch sein heißgeliebter Turbofehler behoben sein, aber so kurz vor knapp trat dieser wieder auf. Also nochmal Werkstatt und das Ersatzteil besorgt, nur noch nicht eingebaut. Letztendlich haben wir am Sonntag auf Sieg gesetzt und sind bei Kilometerstand 200.521 einfach losgefahren. Schon 40 min nach dem Start tankten wir in Usti nad Labem erstmal auf. Als wir kurz vor elf eine Pause machten, gab's die schon zur Tradition gewordenen Hackepeterbrötchen und einen Startsekt. 
Start

Alles und alle "Mann" an Board

Ritual und Eddie des Tages

auf einen schönen Urlaub

Allerdings rollten wir ohne Musik oder Hörbuch durch die Gegend, jeder von uns lauschte, ob Grummel komische Geräusche macht. Und es kam, wie es kommen musste. Wenige Minuten drauf bekam Grummel nen Pfeiffanfall und spukte den Fehler aus, Turbo weg. Ich atmete schweigend, Axel fuhr auf den nächsten Parkplatz und setzte zurück. Stur ging es weiter. 13:30 Uhr hatten wir schon die slowakische Grenze erreicht und donnerten in 45 min durchs Land. Dafür haben wir zwar ein Haufen Maut bezahlt, aber eben auch Zeit gespart. In Ungarn machten wir dann unterhalb vom Turul eine längere Pause mit frisch gekochtem Kaffee und Brötchen und was Süßem. Auch durch Ungarn ging es flott und fehlerfrei.  
den sehen wir jedes Jahr zweimal

Pausenküche

gut gelaunt im Sonnenschein

Halb sieben stellten wir uns an der Grenze zu Serbien an und waren 19:13 drüber. Komisch so mit Grenzkontrollen. Irgendwie hat dann aber jemand ganz schnell das Licht ausgeknipst, es wurde rasend schnell finster und trotzdem haben wir dieses Mal die Ausfahrt nach Novi Sad erwischt. Das ist uns vor drei Jahren nicht gelungen. Dann hieß es nur noch durch die Stadt und hoch in die Berge zu kommen. Das ist uns zwar gelungen, aber Einfahrten zu möglichen Schlafplätzen sieht man halt nicht mehr so gut. Exakt 13h nach Start stellte Axel dann auf einem großartigen Picknickplatz den Motor aus. Erstes Ziel in Serbien erreicht. Es gab noch einen Absacker in Form von zwei Glas Rotwein, den restlichen Hackepeter und dann endlich Mal wieder eine Nacht im Grummel.
 
Wetter: früh 8 Grad, abends ca. 20 Grad
Schlafplatz: Picknickplatz in den Fruška Gora
Essen: Hackepeterbrötchen


Grenze Ungarn-Serbien

serbischer Mautzettel

das Licht geht aus

Schlafplatz erste Nacht


Samstag, 26. Juli 2025

26.07.2025 Paddeln auf der Großen Röder

Vor einiger Zeit verabredeten wir uns für Samstag mit Freunden zu einer Paddeltour. Jörn hatte eine Strecke auf der Großen Röder entdeckt, die vielversprechend war. Argwöhnisch beobachteten wir den Wasserstand. Unser Grummel 2 liegt ja etwas im Wasser und braucht noch mindestens ne Handbreit drunter. Aber dann: Die Röder hat Wasser! Zumindest genug für eine sommerliche Paddeltour – das mussten wir nutzen. Nun war nur noch die Frage, regnet es oder nicht. Treff in Radeburg. Wir sind trotz strömendem Regen in Dresden losgefahren und kamen im Trocknen an. Und nach einem kurzen Schwatz haben wir umgehend die Boote aufgebaut. Unsers dauert etwas länger, holt die Zeit aber dafür im Wasser wieder rein, während Jörn und Conny schon flink ihr Packraft bereit hatten. Allerdings muddelten sie so lange mit da ein Täschen, und dort ein Rucksack rum, dass wir dann doch zeitgleich starten konnten. 
noch ein bissel Kramern

fertig, kann los gehen

unsere Tour

Gegen 11 Uhr: sanftes Einsetzen in die Große Röder. Jörn hatte – natürlich – im Vorfeld bereits Wehre und Umtragestellen auf der Strecke auskundschaftet. Manche existierten nicht mehr, andere waren heruntergekommen und verstopft und auch die Umgebung nicht gepflegt. Das machte das Umtragen mal leichter, mal … na ja, sportlicher. Aber alles schaffbar, mit ein bisschen Armkraft und ab und zu mal Absetzen. Dafür war es unheimlich malerisch. Hinter jeder Biegung warteten neue Bilder: schattige Ufer, lichte Wiesen, dichtes Grün, plätscherndes Wasser, Seerosen und Schilf. Libellen begleiteten uns, Reiher und Enten ließ sich blicken, später zog ein Schwarm Wildgänse über uns hinweg. Die Röder zeigte sich von ihrer schönsten Seite – abwechslungsreich, still, dann wieder lebendig. Es ging durch flaches, unruhiges Wasser (weil Steine drunter) und durch ganz stille Stellen, mal um große Biegungen und mal um engere Kurven, durch stille Landschaft und kleine Dörfer. 
eine Seefahrt die ist lustig - jetzt lach doch mal

mein Freund der Baum ist tot

stilles Wasser ist tief

eins von einigen

umtragen geschafft

hübsch

da kommen wir locker drunter durch

Flussenge

hier stimmt die Laune

Spiegelbild

Auf den letzten Metern vor der Paulsmühle wurde es nochmal abenteuerlich – mehrere querliegende Bäume forderten uns. Immer wieder mussten wir aussteigen: Treideln unterm Baum hindurch oder auch über alte Stämme balancieren, mit einer Mischung aus Eleganz und Pragmatismus Mal ging’s drunter durch – mal nicht und ein Plan B musste her, alles wie immer mit einer Prise Fluchen und viel herzlichem Lachen. 

Könnte klappen

aussteigen drüber schieben....

winken und wieder rein

sehr elegant aber erfolglos

Gegen 16 Uhr liefen wir an der Paulsmühle ein. Ruhe. Ausatmen. Boote trockenen lassen – wenigstens ein bissel. Zusammenpacken ohne Eile, mit dem beruhigenden Gefühl eines erfüllten Tages. Um 17:46 saßen wir dann im Bus zurück nach Radeburg – müde, aber sehr zufrieden. Ein kleines Abenteuer auf heimischen Gewässern. Und das Beste: Man braucht gar nicht weit weg zu fahren.
Schilf

ach na dort passt jeder drunter durch

klares Wasser

Wehr

Enge

Ziel

Wetter: grau, bewölkt und um die 22 Grad
Wasserstand Große Röder in Großdittmansdorf: 80 cm bei 3qm/s Durchfluss
Strecke: knapp 15 km