Freitag, 20. März 2026

20.03.2026 – Zu viel Wasser und zu wenig Luft

Bei uns im Nordwesten schien am Morgen tatsächlich die Sonne, dazu stürmte es fröhlich vor sich hin. Das Sturmtief war angesagt, sollte vor allem in der Mitte und im Süden sein. Wir hatten keine Ahnung, wie es oben in den Bergen aussieht, also beschlossen wir, einfach mal hochzufahren. Das Kletterzeug war ja sowieso im Auto. Es ging über eine wunderschöne Bergstraße nach oben, gesäumt von immer neuen Ausblicken. Nach etwa 45 Minuten fanden wir sogar einen Punkt, an dem man anhalten und einfach nur schauen konnte. Direkt vor uns lag ein Vulkankrater, dahinter kleine Ortschaften und ganz weit hinten das Meer. Allerdings stürmte es ordentlich, und unterwegs hatten wir schon einige kleinere Steinabbrüche am Straßenrand gesehen. Da wir durch Wälder mit Kanarische Kiefer fuhren, lag auch einiges an Ästen und Nadeln auf der Straße. In Cruz de Tejeda hielten wir noch einmal an. Der Wind wurde stärker und fegte uns fast von den Beinen. Die wenigen Menschen, die unterwegs waren, hielten alle ihre Mützen fest. Sah vermutlich ähnlich elegant aus wie bei uns. Zum eigentlichen Ziel war es dann nicht mehr weit. Wobei „nicht weit“ auf Gran Canaria relativ ist, die Strecken sind kurz, aber dauern ewig.
mal wieder

Vulkankrater

Aussicht

so hieß sie 

Blüte der kanarischen Kiefer

im Windschatten in Tejeda de Cruz

Detail am Rande

will auch mal gucken

Fernblick

das Kreuz in Tejeda de Cruz

Schon unterwegs sahen wir Wasserfälle, die die Felsen hinunter schossen. Und so kam, was kommen musste: Unser geplanter Klettersteig war… ein Wasserfall. Wir schauten uns das Ganze eine Weile an, eher skeptisch als motiviert, und entschieden dann, dass das heute nichts wird. Axel zauberte Plan B aus dem Ärmel, weiter unten bei Santa Lucía de Tirajana gibt es ein kleines Klettergebiet. Also wieder ins Auto und runter. Dort schien sogar ein bisschen die Sonne, und an den Wind hatten wir uns inzwischen fast gewöhnt. Also optimistisch geparkt, Kletterzeug geschnappt und los. Man konnte das Klettergebiet schon sehen, nur leider nicht erreichen. Der Weg war nämlich unpassierbar. Was sonst ein gemütliches Bächlein ist, hatte sich in einen ordentlichen Fluss verwandelt. Wir setzten uns erstmal hin, öffneten ein Bier und starrten etwas ratlos auf die andere Seite. Tja. Sollte wohl nicht sein. In der Nähe liegt die La Fortaleza de Ansite, eine markante Felsformation mit archäologischer Bedeutung. Also Plan C. Der Fels sieht tatsächlich ein bisschen aus wie eine Burganlage und besitzt eine große, durchgehende Höhle, fast wie ein Tor. Wir liefen hindurch, Axel suchte natürlich noch einen Cache, den ich mir klemmte - Schiss, und danach machten wir eine kleine Runde um die Anlage. 
toll gesichert

Klettersteig? Nein Wasserfall

da kommt noch mehr

auf dem Weg zum Klettergebiet

hinten links - nicht erreichbar, das Wasser strömte stark

Durchgang in Fortaleza

herrlicher Ausblick

da hängt noch viel in den Wolken

Cachefund am Straßenrand

Da der Tag inzwischen sowieso eher in Richtung „Auto und gucken“ ging, fuhren wir weiter zum Barranco de las Vacas, auch bekannt als Red Canyon. Unterwegs dann der kleine Schreckmoment: Im Auto ging eine Warnleuchte an. Luftdruck. Also schnell in eine Parkbucht und nachgesehen. Tatsächlich, vorne rechts sah der Reifen etwas traurig aus. Da war ich kurz vorm Nervenzusammenbruch. Aber gut, erstmal weiter zum Canyon. Wir stiegen ein Stück ins Tal hinab, sammelten an einer kleinen Steinbrücke noch einen Cache ein und liefen dann durch das trockene Flussbett bis zum Canyon. Er ist nicht besonders lang, erinnerte uns ein bisschen an eine ähnliche Schlucht in Rumänien, aber wirklich hübsch. Schon beeindruckend, was Wasser so alles formen kann, wenn es nur lange genug Zeit hat. Eine gute Stunde reicht völlig, vom Auto bis zum Canyon und zurück. Die nächste Tankstelle war zum Glück nur vier Kilometer entfernt. Nach Einwurf eines Euros und kurzem Studium des Automaten hatten wir dann auch wieder ausreichend Luft auf allen Reifen. Krise abgewendet. Etwas früher als sonst, gegen kurz vor sieben, waren wir zurück im Hotel. Duschen, ein bisschen rumlungern und dann nach acht zum Abendessen. Und wieder dieser Moment: einfach nichts tun müssen. Herrlich.

Wetter: Einmal alles bitte, Regen, Sonne, Wind, kalt und warm
du kommst da nicht hin

Fortaleza

ab in den roten Canyon

schick

sehr schick

Ende

sieht enger aus als es war


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